Windräder in Benkel: Horstedter Rat plant Info-Veranstaltung

Auf der Suche nach dem Auftrag

Optik, Lärm, Einfluss auf die Natur: Horstedter Bürger hegen Bedenken gegen ein Windrädervorhaben in Benkel.
 ©Andreas Schultz (Archiv)

Horstedt (as). Eigentlich sollte die Firma NWind dem Rat der Gemeinde Horstedt vorstellen, was sie nahe der nördlichen der Gemeindegrenze in Benkel vorhat: Seit einiger Zeit ist bekannt, dass dort Windräder entstehen sollen, drei an der Zahl. Aus Witterungsgründen verzichteten die Referenten jedoch auf die Anreise aus Hannover – für den Rat kein Grund, auf eine Diskussion zu verzichten.

Ursprünglich wollte Bürgermeister Michael Schröck (SPD) dann auch nur wenige Worte zu dem Thema verlieren. Wegen etlicher Wortbeiträge und der Sitzungsöffnung für Zuschauerfragen wurde der Tagesordnungspunkt fünf dennoch der am längsten diskutierte des Treffens im Dorfgemeinschaftshaus.

Der Bürgermeister erklärte, eigentlich sei das Vorhaben Sache des Landkreises Verden, allerdings gehören der Gemeinde Horstedt Flächen, welche die Firma für die Zuwegung nutzen könnte, sofern es einige bauliche Veränderungen gibt. „Wegen Flächenbesitz müsste die Gemeinde Horstedt in einen Nutzungsvertrag einwilligen“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage.

Eigentlich sehe das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises Verden an entsprechender Stelle kein Vorranggebiet für Windkraft vor, andere Regelungen schaffen jedoch die Möglichkeit der Errichtung von 246 Meter hohen Energiekonvertern. „Wir haben da keine Handhabe“, war sich Schröck sicher.

Anders schienen es einige seiner Ratskollegen zu sehen. Grünen-Ratsherr Dieter Szczesny bedauert, dass es keine Präsentation gab, die ein Feedback der Bürger zugelassen hätte: „Ein Meinungsbild wäre gut gewesen, um zu wissen, wie wir uns dazu verhalten sollen“, sagte er. In diese Kerbe schlug auch Harald Wellmann (CDU): „Ein Auftrag von den Bürgern wäre gut. Ob wir dann tatsächlich Einfluss nehmen können, steht dann auf einem anderen Blatt“.

Meinungen wurden aufgrund der Öffnung für Bürgerfragen dennoch einige deutlich: Manfred Romer, ehemaliges Mitglied des Rates, sagte voraus: „Den Lärm von den Anlagen kriegt Winkeldorf aufgrund der Windrichtung voll ab – und das ist nicht gerade wenig. Das wird eine Wohnqualität geben, die keiner haben will“. Ein weiterer Bürger, allerdings aus einem der Nachbarorte, stellte die rhethorische Frage danach, ob das in Benkel bestehende zusammenhängende Biotop zerstört werden soll. Auch andere Anwesende äußerten Bedenken.

Einen Beschluss über die Einwillung für einen Nutzungsvertrag konnte der Rat nicht fassen. Stattdessen einigten sich die Mitglieder darauf, eine Info-Veranstaltung zu organisieren, in der Bürger viel Zeit haben, ihre Fragen an die Vertreter der Firma NWind zu stellen. Einstimmig votierten die Mitglieder des Gremiums dafür. Angesetzt ist Montag, 8. März.

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Andreas Schultz Andreas Schultz
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