„Voice Over Piano“ gastiert zum sechsten Mal in Sottrum

Kraft, Humor, Melancholie

Nina Arena (von links), Pia Tietz, Sara Dähn und Alexander Hohler schickten die Besucher des Musical-Abends mit vielen melodischen Ohrwürmern auf den Heimweg.
 ©Wilfried Adelmann

Sottrum. König der Löwen, Starlight Express, Rocky Horror Picture und mehr: Das Sottrumer Publikum genießt das beste aus der Musical-Welt. Kühl und nass zeigt sich das Wetter in Sottrum. Deshalb stellt die St.-Georg-Gemeinde ihre Kirche als Veranstaltungsort kurzfristig zur Verfügung, damit die Gesangstalente von „Voice Over Piano“ und die Band im Trockenen ihr Musikprogramm „Musical meets Rock & Pop“ präsentieren können.

Die Kirche ist voll, die Stimmung gut und der Sound an die Verhältnisse im Kirchenschiff neu angepasst. Mit einem Medley aus König der Löwen geht es los und Sara Dähn, Solistin der Truppe, zeigt sofort, mit welcher Intensität die Zuschauer an diesem Abend rechnen können. Kräftig und gerade heraus nimmt die Sängerin das Publikum sofort für sich ein. Mit gesanglicher Hilfe von Pia Tietz, Nina Arena und Alexander Hohler sowie Frederick Drobnjak an der E-Gitarre, Mark Wetjen an den Drums, Jan-Olaf Rodt am E-Bass und schließlich des Bandleaders Thomas Blaeschke am Piano, bleibt das Band zwischen Publikum und Darbietern immer gespannt.

Nach der „Löwen-Show“ mit originellen Kostümen geht es mit dem Starlight Express von Andrew Lloyd Webber weiter. Dass es auch mit souligen Klängen geht, zeigt Dähn mit dem Lied „I am what I am“ von Gloria Gaynor. Melancholisch beginnt das Stück „Leben“ von „Voice Over Piano“, um dann zu Hoffnung und schließlich Euphorie zu wechseln, was die Zuschauer mit viel Beifall belohnen. Immer wieder fügen sich Eigenkompositionen der Gruppe in die Darbietungen ein und mit dem Händeklatschstück „Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens geht es stimmungsvoll in die Pause.

Kostümiert und mit viel Schwung geben die Künstler nach dem Verschnaufen „Time Warp“ aus der Rocky-Horror-Picture-Show zum Besten. Da es der Anspruch der Gruppe ist, neben der Unterhaltung auch die eine oder andere Information in die Zwischenmoderation einfließen zu lassen, erfährt das Publikum von Blaeschke, dass das nächste Musikstück nicht von Frank Sinatra, sondern von dem Franzosen Claude Francois stammt: Den Evergreen „My Way“ bringt Dähn souverän über die Bühne, mit „Egon“ folgte eine heitere Nummer, in der es um Liebe, Alkohol und eben diesen Egon geht. Mit dem Lied aus dem Jahr 1953 von Evelyn Künneke wagt sich die Solistin ins Publikum und setzt sich einem verdutzten Gast mit einer Flasche „Schnaps“ auf den Schoß. Gags wie diese mischen sich dem musikalischen Vielklang bei, und so gibt es einen Mix aus fulminanter Musik-Power, nachdenklichen Momenten, humoristischen Einlagen und Informationen, den das ganze Ensemble erfolgreich darbietet.

Zum Schluss wird es mit „Queen“ richtig rockig und nach drei „Rausschmeißern“ gibt es noch eine Aufnahme von Sara Dähn, welche die Ehre hatte, die Nationalhymne der USA vor Publikum zu singen. „Wir hatten ganz schön Muffensausen“, gesteht die Sängerin. Der Druck, bloß nichts verkehrt zu machen, sei bei dieser Hymne enorm, da bekanntere Sänger bei dem Text schon des Öfteren gepatzt haben. Mit Bravour meisterten Voice Over Piano aber auch diese Anforderung.

Der musikalische Abend ist zu Ende, nachdem ein Lied von Peter Alexander einem Mädchen mit ihrer Tante im Publikum gewidmet wird. So zeigt sich, dass auch Schlager inhaltliche Aufmerksamkeit verdienen, da es in diesem Lied um die Ambivalenz der Liebe geht und mit poetischen Sinnbildern auf das Spannungsfeld zwischen den Geschlechtern hingewiesen wird. Das Publikum verlässt nach lang anhaltendem Applaus froh gelaunt die Kirche in Sottrum und nimmt Ohrwürmer zum Summen auf dem Heimweg mit nach Hause.

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