Vereine geben Pflanztipps gegen das Insektensterben

Das Kraut machts

Wünschen sich mehr Kräuter für Insekten in den Gärten: Jana Bluhme (von links), Initiatorin Birgit Lindberg, Dieter Szczesny aus dem Vorstand der Kräuterregion, Catherine Szczesny und Ulrich Thiart (beide Region Intakt) und Reinhard Wulff. Auch Hund Yoko ist dabei.
 ©Region in Takt

Sottrum (r/as). „Kräuter für Insekten in jeden Garten!“: Geht es nach Region Intakt und der Kräuterregion Wiesteniederung, wäre das bereits der Fall. Gemeinsam suchen die Vereine Möglichkeiten, dem Insektensterben zu begegnen – möglichst großflächig, möchte man fast sagen, denn der Aufruf richtet sich auch an Privatpersonen.

„Die Insekten verschwinden – Tun wir etwas dagegen!“ lautet das Motto des Flyers, der Grundlage für die gemeinsame Kampagne bildet. In dem Infoblatt finden sich Hinweise für Garten- und Balkonbesitzer, die in erster Linie einen pflegeleichten Garten haben möchten, oder die von sich meinen, dass ihnen der „grüne Daumen“ fehlt. Denn auch ein pflegeleichter Garten könne Insekten Nahrung bieten, sind sich die Initiatoren sicher. Robuste, mehrjährige kleine bis mittelhohe Kräuter wie Ysop, Oregano und Thymian lassen sich gut ins Staudenbeet oder an den Rand des Gartenwegs setzen. Honig- und Wildbienen, zu denen auch die Hummeln zählen, besuchen diese Pflanzen gern. „Das konnten wir auf unserem Gelände gut beobachten“, erzählen Mitglieder des Vereins Region Intakt, der Träger des Stapeler Kräuterfelds ist. Obwohl die Pflanzen oft nur sehr unscheinbare Blüten haben, bieten sie den Bestäuberin-sekten mehr Pollen und Nektar als die bunten, hochgezüchteten Stiefmütterchen, Fleißigen Lieschen oder Geranien.

Das Insektensterben hat bedrohliche Ausmaße angenommen, darin sind sich Forscher weltweit einig. Für Deutschland wies dies die „Krefelder Studie“ 2017 nach: Selbst in Naturschutzgebieten ging in den letzten 30 Jahren die Biomasse der Fluginsekten um 75 Prozent zurück. Private Gärten können dem entgegenwirken und Insekten Nahrung und Lebensraum bieten. Ihre Fläche beträgt in Deutschland immerhin 930.000 Hektar – die Fläche aller Naturschutzgebiete ist nur um die Hälfte größer. „Private Gärten können also durchaus etwas bewirken“, sind sich die Gründer der Kampagne einig.

Die Initiatoren rufen Interessierte zum Mitmachen auf. Sie können die Flyer für sich und zur Verteilung bestellen. Dazu eignet sich am besten eine E-Mail an insekten@regionintakt.de. Für solche Bestellungen werben auch die Plakate, die ebenfalls angefordert werden können.

Autor

Andreas Schultz Andreas Schultz
 04261 / 72 -434
 andreas.schultz@rotenburger-rundschau.de

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