Unser Dorf hat Zukunft: Bötersen bereit für Bezirkswettbewerb

Marken und Mentoren

Der gefüllte Saal sprach für großes Interesse am Wettstreit der Dörfer. Nach den Berichten waren die Bürger gefragt, Ideenzettel an eine Pinnwand zu heften.
 ©Wilfried Adelmann

Bötersen. Im Saal der Gaststätte Hoops ist es brechend voll. Kein Wunder, schließlich geht es um eine Perspektive für die Gemeinde Bötersen: Die hatte zur sechsten Bürgerversammlung gerufen, um die Weichen für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu stellen. Nachdem der Kreiswettbewerb mit einem Sieg für die Kommune nördlich der B75 zuende ging, nimmt sie nun den Bezirks- und Landeswettbewerb in den Fokus. Bis zur Siegerehrung im Oktober ist die Zeit schnell vergangen, deshalb der Aufruf der Organisatoren: alle Kräfte bündeln und mit einem Konzept auftrumpfen, das in die Zukunft weist.

Höperhöfen, Jeerhof und Bötersen wollen „anfangen, wo andere aufhören!“: So lautet einer der Slogans, mit denen das Orga-Team für die Beteiligung der Bürger am Gemeindeleben wirbt. „Aktive Bürger haben lebendige Dörfer“ ist ein anderer Leitsatz.

Und dass diese Werbesprüche nicht nur heiße Luft enthalten, beweist Cord Trefke, der durch die Veranstaltung führt, in dem er die verschiedenen Arbeitsgruppen auffordert, sich zu präsentieren. Mit der Gruppe „Willkommenslotsen“ stellen sich die Dörfler vor, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Neubürgern den Einstieg ins Dorfleben zu erleichtern. Die AG Leistungspflügen ist mit dem Aufruf dabei, sich an einer Busreise zur Deutschen Meisterschaft nach Stöckse/Nienburg am 14. April zu beteiligen. Dann tragen die Bürger der neuen AG „Wir tun was für Bienen“ vor, was sie im kommenden Jahr geplant haben. Eine Gruppe nach der anderen steht auf und verkündet ihre Vorhaben und ihre Fortschritte.

Die kleine Gemeinde platzt fast vor Tatendrang: Der Tourismus soll gefördert, Kinder, Jugend und Senioren sollen zusammenkommen, die Arbeitsgemeinschaft „Dörfliches Grün“ möchte die schon gepflanzten Hecken und Wege nun pflegen und wirbt mit einem Wandertag am Sonntag, 11. Februar, um Helfer.

So reiht sich ein Vorhaben an das nächste und jede Präsentation wird ausgiebig beklatscht. Ein Projekt wird besonders betont: Es ist der neue Dorfladen, der in der Gemeinde Bötersen entstehen soll. Um nicht blauäugig in eine Insolvenzfalle zu laufen, hat sich das Organisationsteam auf die Suche nach einem nachhaltigen Beispiel für solch einen Versorgungsmittelpunkt gemacht – und wurde fündig. Das Dorf Otersen bei Verden hat gerade mal 500 Einwohner und trotzdem einen gut laufenden Dorfladen. Die 180 Quadratmeter große Einkaufsmöglichkeit kann preislich mithalten und Mitarbeiter zum Mindestlohn anstellen. Die Verantwortlichen fahren eine Zwei-Marken-Strategie. Das bedeutet, dass neben Marken-Produkten auch No-Name-Artikel Teil der Warenpalette sind. Der Laden hat sogar am Sonntag für zwei Stunden geöffnet und im angegliederten Café servieren ehrenamtliche Mitarbeiter den rastenden Fahrradfahrern Kaffee und Kuchen.

„Was bei 500 Einwohnern klappt, muss bei einer Bevölkerungszahl von über 1.000 in der Gemeinde Bötersen ebenfalls möglich sein“, so Trefke, der begeistert von dieser Idee berichtet. Er schlägt vor, das Angebot eines Dorfladens in Bötersen vielleicht um die Produktlinie Bio und Lokales zu erweitern und so einen Laden zu etablieren, der sich vom Lebensmittelmarkt „zum Lebensmittelpunkt entwickeln“ kann.

Das alles bedarf einer professionellen Planung und Betreuung und so stellt das Organisationsteam Berater Wolfgang Gröll dafür vor. Er ist zwar nicht vor Ort, aber seine Projektverlaufsplanung ist für alle zugänglich. Nach den Kosten solch eines Profi-Mentors gefragt, weicht Trefke aus – beim sechsten Treffen gehe es zunächst thematisch nur um die Sammlung von Aktivitäten und die Kontaktvermittlung. Dafür stehen große Pinnwände bereit, auf denen sich nach und nach grüne und rote Zettel sammeln, auf denen Teilnehmer der Bürgerversammlung sich mit ihrer Adresse verewigen und so für eine Arbeitsgruppe entscheiden oder Ideen an die Wand heften.

Es wird noch viel geredet und es werden Verabredungen zur Mitarbeit getroffen, bevor diese Bürgerversammlung endet. Sicher ist unabhängig vom Ausgang dieser Gespräche schon jetzt: Auch in Zukunft wird es um Bötersens Zukunft gehen.

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