TV Sottrum veranstaltet Kinderkostümfest im Gasthaus Röhrs

Bunt, bunt, bunt

Einer der Höhepunkte des Theaterstücks war das Theaterstück zu Wettbewerb und Zusammenarbeit der Geschlechter.
 ©Wilfried Adelmann

Sottrum (wa). Bunt muss es sein, wenn circa 100 Kinder mit ihren Erwachsenen an den Händen zum Kinderkostümfest nach Sottrum kommen und mit demTurnverein den Karneval der Kinder im Gasthaus Röhrs feiern. Karin Böschen und das J-Team haben sich ins Zeug gelegt und DJ-Checa lässt die Kinder tanzen.

Aber am Anfang steht die Ordnung. Nach Themengruppen sortieren Helfer die Kinder: Tiere, Superhelden, Cowboys und Indianer, Prinzessinnen, Polizisten, Zahnärzte und viele mehr stellen sich brav in Gruppen auf, bevor das Chaos losbrechen darf und bunt geschmückte Fantasiewesen durch den Tanzsaal toben. Pausen gibt es, wenn die Kinder zu den Tischen flitzen, an denen es sich ihre Eltern mit Kaffee, Kuchen und ihren Smartphones gemütlich gemacht haben: Liebevoll verfolgen sie alle Bewegungen ihres Nachwuchses und halten sie für die Nachwelt hochauflösend fest. Die Kids stärken sich derweil mit Limo und Süßigkeiten, rasen zurück auf die Tanzfläche, und hüpfen um die Wette.

In einer ruhigen Ecke des Saals versuchen die Karnevalskinder mit verbundenen Augen einem Esel den Schwanz anzuhängen und ein Stück weiter krachen Dosen mit Getöse, wenn zum Beispiel Prinzessinnen, Ritter, Dämonen und verschiedenste Tiere versuchen, die aufgestellten Dosenpyramiden mit Tennisbällen zum Einsturz zu bringen. Zwischendurch gibt es ein Tänzchen mit der Lieblingsfreundin oder ein Gespräch unter Sheriffs und Drachentötern. Ab und zu fließen auch mal Tränen, wenn zum Beispiel die Erziehungsberechtigten nicht so wollen wie ihre Schutzbefohlenen.

Aber das Schluchzen ist schnell vergessen, wenn sich der Höhepunkt der Veranstaltung angekündigt und sich alle Kids im Halbkreis um die Bühne auf den Boden setzen und erwartungsvoll nach vorne blicken. Junge Vereinsmitglieder haben ein kleines Theaterstück einstudiert, in dem es um das Thema Jungen gegen Mädchen (und umgekehrt) geht. Die Mädels treten selbstbewusst auf und zeigen, dass Mädchen-Power angesagt ist. Kurz danach kommen die Jungs auf den Plan und meinen, dass nur die Jungs was zu sagen hätten. Die beiden Geschlechter-Gruppen treffen aufeinander, aber bevor es zum Äußersten kommt, tritt eine gute Fee auf und wandelt Gewalt in Wettbewerb um. Mädchen und Jungs müssen Steine sammeln, um ein Haus zu bauen: Der Bessere soll gewinnen. Unter Mithilfe des minderjährigen Publikums und deren erwachsenen Helfershelfern gelingt es beiden Gruppen auch, alle im Saal verstreuten Bausteine zu finden und auf die Bühne zu bringen. Die Stücke werden zusammengesetzt und bald wird deutlich, dass die Mädchen und die Jungen jeweils nur eine Hälfte des Gebäudes gebaut haben. Es wird klar, dass nur zusammen ein ganzes Haus entstehen kann. „Zusammen sind wir stark“ ist die Botschaft, die nun über die ganze Bühnenbreite zu lesen ist. Das Publikum klatscht, die kleinen Schauspieler verbeugen sich und die Tanzmusik setzt wieder ein.

Der Sportverein hat seine Botschaft erfolgreich rübergebracht und im gemeinsamen Wettbewerb „jeder gegen und mit jedem“ geht das vielseitige und ein wenig chaotische Wirrwarr auf dem Kinderkostümfest weiter.

Neben guter Laune gibt es Zeit und Platz zum Nachdenken: was ein Verein bieten kann, um gemeinsam mit Kindern und Erwachsenen, Ehrenamtlern und Förderern etwas zu erreichen, was die Gemeinschaft zusammenhält und dabei die Freude am Kräftemessen nicht aus dem Blickwinkel verliert.

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