Thema Trinkwasserqualität: Grüne laden Experten zum Vortrag nach Sottrum ein

„Unsere Quelle ist ein Juwel“

Jörn Ehlers, Vorsitzender des Niedersächsischen Landvolkes, referierte in Sottrum.
 ©Antje Holsten-Körner

Sottrum (hk). Ohne Wasser wäre ein Leben auf der Erde nicht möglich. Während die Ressourcen in manchen Ländern knapp sind, brauchen sich die Bürger im Landkreis Rotenburg derzeit wenig Sorgen machen. „Unsere Quelle ist ein Juwel“, erklärte Volker Meyer, Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes Rotenburg-Land, der zusammen mit Jörn Ehlers, Vorsitzender des Niedersächsischen Landvolks, der Einladung von Bündnis 90/Die Grünen in die Wiestegemeinde gefolgt war.

Doch die Hände in den Schoß zu legen, das könne sich niemand leisten, so Meyer. Zu Beginn seines Vortrages gab der 46-Jährige einen kurzen Überblick über die Entstehung der Rotenburger Rinne, aus der das Trinkwasser aus rund 200 Meter Tiefe für die Region gefördert wird. Jedes Jahr sind dies 4,7 Millionen Kubikmeter.

Sorgen bereitet dem Wasserversorgungsverband der Nitrat- und Stickstoffgehalt des Lebenselixiers. „Im Nitratbericht der EU-Kommission liegt Deutschland an vorletzter Stelle“, bedauerte Meyer. Dabei bildet der Landkreis Rotenburg bei der Grundwasserbelastung keine Ausnahme, denn auch dort liegt der Wert über der Schwelle von 50 mg/l im roten Bereich. Auch beim Stickstoffanteil sieht es nicht rosig aus, denn nach dem Entwurf der Novelle zur Düngeverordnung wird im Landkreis die kritische Grenze von 170 kg N/ha leicht überschritten. Zwar war der Landkreis seit 1997 auf einem guten Weg, doch im Jahr 2004 wendete sich das Blatt wieder. „Im Landkreis gibt es viele Biogasanlagen“, nennt Volker Meyer eine Ursache für die Grundwasserbelastung. Auch der hohe Viehbestand sei nicht unschuldig an den schlechten Zahlen. Trotzdem beruhigte der Geschäftsführer: „Noch ist alles in Ordnung.“ Bis Belastungen das Wasser in der Rotenburger Rinne erreiche, können je nach Bodenbeschaffenheit, so der Fachmann, zwischen 50 Tage und 50 Jahre vergehen. Es werde viel bewegt, damit die Qualität des Trinkwassers weiterhin auf dem gewohnt hohen Niveau bleibt. Dazu gehört, dass 15 Prozent der Fläche als Wasserschutzgebiet ausgewiesen sind. Ein wichtiger Punkt ist die Beratung und Kooperation mit der Landwirtschaft. Auch das umstrittene Fracking kam zur Sprache. „Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt die erzielten Ergebnisse der Koalitionsfraktion, denn es ist eine deutliche Verbesserung“, so Meyer.

Die Situation um Stickstoff und Nitrat schilderte Jörn Ehlers aus Sicht der Landwirtschaft. „Stickstoff ist nicht nur organisch bedingt, sondern auch mineralisch. Der Niederschlag spielt auch eine wichtige Rolle“, führte er aus. Die Betriebe werden von der Landwirtschaftskammer regelmäßig unter die Lupe genommen. „Seit der Kooperation, wo Probleme abgearbeitet werden, ist eine deutliche Verbesserung wahrzunehmen“, betonte der 44-Jährige. Die bisherige Gesetzeslücke bei Gärresten soll in Zukunft berücksichtigt werden. Ohne die Biogasanlage würde sich im Landkreis, so der Landvolkvorsitzende, wohl ein Stickstoffgehalt von rund 125 kg N/ha statt 173 ergeben. Nicht unberücksichtigt bleiben dürfen die Nährstoffströme, wobei saldiert 100.000 zusätzliche Tonnen an Stickstoffanfall aus Tierhaltung und Biogasanlagen in den Landkreis kommen. Um die Stickstoffwerte zu reduzieren, gibt es teilweise ein kostengünstiges Rezept: „Am einfachsten ist es, den Düngesack zuzulassen“, so Jörn Ehlers. Besonders wichtig ist ihm und Volker Meyer der Dialog mit der Landwirtschaft.

Die Besucher der Veranstaltung stellten am Ende ihre Fragen. Dafür standen nicht nur die beiden Referenten Rede und Antwort, sondern auch Klaus Dreyer, Verbandvorsitzender des Wasserversorgungsverbandes, und der Pflanzenschutzbeauftragte des Landkreises Heinrich Romundt, konnten Auskunft geben.

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