Sportler überschreiten Grenzen beim Sottrumer Abendlauf - Von Andreas Schultz

Adrenalin bis zum Umfallen

So ähnlich wie zum Start des Zehn-Kilometer-Laufs (im Bild) sah die Läuferreihenfolge auch im Ziel aus u2013 nur mit größeren Lücken zwischen den Sportlern. Erster wurde Georg Diettrich (Startnummer 289), gefolgt von Sebastian Kohlwes (1) und Carsten Hülss (227).
 ©Elisabeth Veiz

Sottrum. Schweiß, Regentropfen, Tränen der Freude und des Leids – und Ketchup für die Pommes. Beim Sottrumer Abendlauf war wieder alles dabei, was zur sportlichen Unterhaltung gehört. Und das zog nicht nur reichlich Publikum an, sondern auch etliche Sportbegeisterte.

1.093 Läufer fanden laut Runtime-Zeitmessung den Weg an den Start und hinterher auch ins Ziel. Dabei bot das Wetter nicht unbedingt optimale Voraussetzungen für die mittlerweile 23. Auflage des Lauf-Events. Während die Bambinis gegen 18.30 Uhr an den Start gingen, fielen noch letzte Regentropfen eines Schauers auf Asphalt und Kopfsteinpflaster. Bei den Eltern, die aufgeregt den Start ihres Nachwuchs verfolgten, waren noch einige Schirme geöffnet.

Die Folgen des Niederschlags hielten sich aus Sicht des Veranstaltervereins TV Sottrum jedoch in Grenzen. „Regen und Pollen können eine rutschige Mischung sein, aber spätestens zum Hauptlauf, war alles wieder frei“, sagt Thomas Patzwald, Mitglied des Organisationsteams. Er und seine Mitstreiter sind im Großen und Ganzen mit dem Verlauf der Veranstaltung zufrieden. „Allerdings hatten wir einige Sanitätseinsätze, nichts Gravierendes.“ Die hohe Luftfeuchtigkeit hatte Läufern zugesetzt, sodass es in wenigen Fällen zu Kreislaufproblemen kam. „Das ist auch kein Wunder: Das Publikum trägt mit, sodass der eine oder andere über seine Grenzen geht. Das merkt man beim freigesetzten Adrenalin auch nicht – bis man im Ziel ankommt“, erklärt Patzwald.

Doch der Großteil der Läufer ließ sich die Laune an der Bewegung auch von der schwülen Luft nicht nehmen. Schwung brachten Akteure am Streckenrand ins Geschehen: Die Trommlergruppe sorgte in Höhe des Startpunkts mit ihren Rhythmen dafür, dass Teilnehmer wieder etwas Geschwindigkeit aufnahmen. Den gleichen Effekt hatte der Auftritt der Cheerleader bei der Wasserausgabe im Rosenweg. Und auch Zuschauer –  einige von ihnen genossen die Höchstleistungen mit Fritten in der Hand – feuerten die Sportler an.

Dieses Paket sorgte auch bei den Rundschau-Läufern für Motivation: Mediaberater und Redakteure lieferten sich einen harten Kampf – wenn auch nur mit der eigenen Kondition. Am Ende gewannen Toni Sonnenberger, Ann-Christin Beims, Nina Baucke, Andreas Schultz, Dennis Bartz, Jens Reiter, Karsten Heitmann, Thomas Warnke und Jupp Schätzmüller, denn sie alle erreichten das Ziel des Hauptlaufs.

Ganz vorne waren jedoch andere: Im Fünf-Kilometer-Hauptlauf dominierte Lara Predki mit 19:45 Minuten das Feld der Frauen. Knapp hinter ihr waren Lena Sommer (20:04) und Maren Gieschen (20:11). Die Bestzeit des Hauptlaufs erreichte einmal mehr Andreas Oberschilp mit 17:18 Minuten, gefolgt von Carsten Glinsmann (17:42) und Bernd Burmeister (17:51).

Den Zehn-Kilometer-Lauf entschied Janina Heyn mit 39:42 Minuten für sich und war damit sechs Sekunden schneller als die weibliche Zweitplatzierte Kathrin Bensemann (39:48). Fast drei Minuten später kam Carina Brettmann (42:32) ins Ziel.

Bei den Männern war Georg Diettrich mit 31:58 Minuten der Schnellste und verwies damit Vorjahressieger Sebastian Kohlwes (32:55) mit rund einer Minute Vorsprung auf Platz zwei. Dritter wurde etwa zwei Minuten später Carsten Hülss (35:02).

Beim 2,5-Kilometer-Lauf der Schüler setzte sich in der weiblichen Konkurrenz Denise Jaschinski mit 10:13 Minuten durch und ließ Maadje Abele (10:35) und Florin Beetke (11:33) hinter sich. Bei den Jungen war Lennart Weidenfeld mit 9:07 Minuten vorne, gefolgt von Marc Froben (9:38) und Nils Pleines (10:20).

Gute Zeiten – und die wurden auch gefeiert: Erst um 22.30 Uhr war die Veranstaltung vorbei, zumindest für das Gros der Teilnehmer. Bis 0.30 Uhr blieb der harte Kern, um die Geselligkeit zu genießen.

Abschied nach 23 Auflagen

Am Rande des Sottrumer Abendlaufs gab es auch wehmütige Momente: Der TV Sottrum verabschiedete den langjährigen Mitstreiter Jürgen Schlobohm aus dem Organisationsteam der Veranstaltung.

Auf 23 Auflagen blickt der Verein zurück. Von Anfang an dabei: Schlobohm. Entsprechend feierlich fiel die Rede von Abendlauf-Miterfinder Jürgen Schlusnus im Anschluss an die Siegerehrungen aus. Er erinnerte an die Gründungszeit, daran wie das Duo Schlusnus-Schlobohm den Stein des Abendlaufs ins Rollen gebracht hatte. Sie seien das etwas blauäugig angegangen, hätten ein eigenes Sottrumer Lauf-Event aber unbedingt gewollt. Schlusnus kümmerte sich unter anderem um den verwaltunstechnischen Part, Schlobohm stellte als Schuhverkäufer die nötigen Kontakte her und warb um Sponsoren. Und so kam es, dass 23 Lenze in Folge mehr und mehr Menschen jährlich im Wiesteort zu sportlichen Höchstleistungen aufliefen.

Davon verabschiedete sich Schlobohm nun – zumindest von der Organisation, und auch nur in Teilen. „Er wird uns noch in einigen Punkten weiter unterstützen“, sagt Thomas Patzwald, Mitglied des Orga-Teams. Große Teile von Schlobohms Aufgaben werde künftig Ute Vehlow-Diekmann übernehmen.

Die vollständigen Ergebnislisten finden Interessierte über die Internetseite des Veranstalters www.tv-sottrum.de/leichtathletik/aktuelles.html.

Autor

Andreas Schultz Andreas Schultz
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 andreas.schultz@rotenburger-rundschau.de

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