Spies und Staupe veröffentlichen Kartenspiel „Take That“ - Von Andreas Schultz

Quaken inklusive

Neun Karten, eine Reihe: Beim Spiel "Take That" von Reinhard Staupe und Andreas Spies (rechts) geht es darum, möglichst keine Kröten zu schlucken.
 ©Andreas Schultz

Rotenburg/Hellwege. Eine Kröte schluckt keiner gern. Wenn es jedoch in gemütlicher Runde am Spieletisch passieren soll, birgt der damit verbundene Unmut einen gewissen Reiz – das wissen auch Andreas Spies und Reinhard Staupe. Der Rotenburger und der Hellweger haben gemeinsam ein Kartenspiel entwickelt, das das glitschige Tier, die Zahlen von 12 bis 98, einen Namen, der an eine bekannte Boygroup erinnert, und das Sammeln von Plus- und Minuspunkten zusammenbringt: „Take That“.

Für Spies ist das Entwickeln von Zeitvertreib in Kartenform noch Neuland. Mit Spielen selbst kennt er sich hingegen aus, er bezeichnet sich als „regelmäßigen Zocker“. In jungen Jahren findet er zu Werken von Hersteller MB und kommt seither nicht mehr weg von Figuren, Würfeln und Karten. Irgendwann denkt sich der heute 41-Jährige: „Das kann ich doch auch. Ich mach’ mal was Kleines.“

Dieser Zeitpunkt kommt für den pädagogischen Mitarbeiter an der Aue-Grundschule zu einem Zeitpunkt, als er schon Jahre im Hellweger Spieletreff von Spieleautor Staupe mitzockt. Schnell enstehen Prototypen. Nach ersten Tests mit Ehefrau und Tochter bringt Spies seine Ideen mit zum Treffen im Heimat- und Kulturhaus. Inzwischen ist er mit Staupe befreundet – sie sind „gute Kumpels“, wie Letzterer sagt. Die Beziehung entwickelt sich am Spieletisch, so wie später der gemeinsam erarbeitete Titel. Trotzdem schaut Staupe sich die Einfälle genau an, die Spies liefert. „Ich bin immer sehr kritisch. Und je näher das an mir dran ist, desto kritischer muss ich sein. Aber es sah schon von Anfang an vielversprechend aus“, erklärt Staupe. Gemeinsam feilen sie an mehreren Spielmodellen, legen zwei zusammen und erschaffen damit „Take That“, das Spiel mit der grinsenden Kröte auf der Box.

Auch wenn die Regeln als Text (siehe "Take That: die Regeln" unten) erstmal etwas kompliziert aussehen, ist das Spielprinzip schnell gelernt. Das zeigt sich auch in der Testrunde, als Karten gepaart mit lockeren Sprüchen auf den Tisch fliegen. Die Reihen werden aufgenommen, die Kröten geschluckt – mal mit theatralischem Aufstöhnen, mal ganz ohne Meckern. Für die Kinder könne der Spielspaß lehrreich sein, sagt Spies. „Ein bisschen addieren und subtrahieren schadet nicht. Außerdem lernen sie ein wenig Sozialverhalten, denn man muss auch mal eine Kröte schlucken können, ohne auszurasten“, so der Erfinder.

„Take That“ ist für zwei bis vier Spieler ab acht Jahren, kostet 8,45 Euro (UVP) und ist im Rotenburger Spielwarengeschäft Friedrich Röhrs erhältlich.

Wer dieses und viele andere Spiele kennenlernen möchte, hat beim Hellweger Spieletreff im Heimat- und Kulturhaus die Möglichkeit dazu. Die Zocker treffen sich seit gut fünf Jahren zuverlässig jeden Dienstag um 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter www.rowspielt.de.

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Take That: die Regeln

Das Prinzip ist einfach: Jeder Spieler bekommt neun bezifferte Karten und muss je eine an die Reihe anlegen, sobald er dran ist. Bis der Ziehstapel leer ist, wird nach jedem Legen eine neue Karte nachgezogen. Die gelegte Karte darf nur zehn Punkte über oder unter der Zahl liegen, die am Ende der Folge liegt. Wenn auf der Hand so gar nichts passen will, muss der Spieler die ganze Reihe aufnehmen und sammelt so Minuspunkte. Wenn es mies läuft, sind die Schnapszahl-Karten mit Krötenmotiv dabei: 22, 33, 44 und ihre quakenden Kollegen bringen fünf Minuspunkte statt einen. Wer nach zwei Runden null Punkten am nächsten ist oder die höchste positive Zahl hat, gewinnt. Letzterer Fall ist laut der beiden Autoren jedoch eher unwahrscheinlich. Das Minus stehe an der Tagesordnung, Pluspunkte gibt es nur für das „Twisten“, also wenn ein Spieler für den Wert einer liegenden Karte den Zahlendreher liefern kann. Liegt beispielsweise eine 97 auf dem Tisch, kann der Spieler sie mit der 79 in seiner Hand verbinden und so zwei Pluspunkte einstreichen.

Autor

Andreas Schultz Andreas Schultz
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 andreas.schultz@rotenburger-rundschau.de

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