Soltes laden zur Gartensaison 2021 ein - Von Andreas Schultz

Garten ist coronatauglich

Was passiert, wenn man einen Salat einfach mal wachsen lässt, statt ihn zu ernten? Experimente wie diese sind auch im kommenden Jahr im Saisongarten Solte wieder möglich.
 ©Andreas Schultz

Bötersen. Wühlen, wundern, wachsen lassen: Tagesprogramm für alle, die sich erstmals mit dem Gärtnern auseinandersetzen. Die Möglichkeit dazu bot sich nun zum zweiten Mal im Saisongarten Solte in Bötersen. Das Angebot kommt an, weiß Petra Solte, und lädt dazu ein, auch im Jahr 2021 wieder dabei zu sein.

Selbst die Pandemie konnte der vergangenen Gartensaison keinen Strich durch die Rechnung machen. „Das war zwar wegen Corona anfangs erst mal spannend, weil nicht abzusehen war, ob doch noch viele absagen. Tatsächlich haben sich dann aber mehr angemeldet, weil die veränderte Situation ihnen mehr Zeit für Gartenarbeit brachte. Viele haben auch gesagt, wie schön es sei, in der jetzigen Situation einen Garten zu haben“, erklärt Petra Solte. „Und was an der frischen Luft ist, funktioniert im Augenblick sowieso am besten“.

Mit der Arbeit unter freiem Himmel habe es tatsächlich gut geklappt: Das Einhalten der Abstände sei auf den 40 vermieteten Flächen á rund 60 Quadratmeter nicht schwer gewesen. Problematisch hingegen ist der hohe Wasserverbrauch. „Das ist und bleibt ein Riesenthema“, sagt Solte. Das Wasser müssen Familie und Hofmitarbeiter in Tanks aus dem Hofbrunnen zum Feld transportieren. Gerade in trockenen Perioden des Sommers ist der Verbrauch gestiegen, sodass es oft notwendig war, nachzufüllen und entsprechend viele Fahrtwege zu machen. Um das Maß erträglich zu halten, sind die Betreiber des Saisongartens darauf angewiesen, dass die Gärtner auch maßvoll mit der Ressource umgehen. „Da müssen wir noch mal schauen“, fügt die Betreiberin hinzu. So viel zur Sollseite. Auf der Habenseite steht aber auch einiges: 2020 hätte einmal mehr gesagt, dass das Züchten großer Melonenfrüchte auch auf deutschem Acker möglich ist. Gründe zur Freude gab es auch für die örtlichen Kindergarten- und Schulkinder, die sich klassen- beziehungsweise gruppenweise mit dem Heranziehen der Nutzpflanzen auf Böterser Boden beschäftigten. Das Interesse der Kleinen freut Solte, besonders angetan ist sie von der Aktivität einer 13-jährigen Dorfbewohnerin, die an einer Parzelle gearbeitet hat. „Sie hat das fast allein gemacht und das Ergebnis ist wirklich toll geworden“, lobt die Gartenfreundin. „So schaffen wir, dass die Jüngeren auch sehen, was aus der Saat wird, was man ernten kann. Das schafft Wertschätzung. Als früher noch jeder seinen eigenen Garten zur Selbstversorgung hatte, war das selbstverständlich. Das ist es heute nicht mehr.“ Für viel Freude und lehrreiche Momente haben auch die neuen Bienenvölker gesorgt, die ein Imker auf dem Gelände angesiedelt hatte. In diese Kerbe wird im kommenden Jahr wohl auch ein Landwirt aus Höperhöfen schlagen, wenn er mit dem Hühnermobil in die Nähe der Beete zieht. „Dann gibt es auch noch mal was zu gucken“, sagt Solte und schmunzelt. Schade sei hingegen gewesen, dass aufgrund der Pandemie keine gemeinsame Abschlussfeier möglich war. Aber vielleicht lasse sich das mit der offiziellen Beetübergabe im kommenden Jahr nachholen. „Wir sind schon gespannt, wie viele Gartenfreunde sich dann anmelden“, sagt Solte. Das zeigt sich dann zum Saisonstart im April. Der Preis für die 60 Quadratmeter gedüngte und umgegrabene Fläche plus Werkzeugnutzung und grundlegende Wasserversorgung wird bei einer Einmalzahlung von 60 Euro bleiben: „Wir werden das nicht erhöhen, obwohl wir eigentlich müssten“, sagt Petra Solte mit Blick auf die Kosten. Wer auch mal Saisongärtner sein möchte, kann sich das Anmeldeformular schon jetzt auf www.milchhof-solte.de herunterladen.

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Andreas Schultz Andreas Schultz
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