Solist überzeugt bei Froben - Von Martina Orth

Sommer in Sottrum

Thomas Brendgens-Mönkemeyer erfüllte die Buchhandlung mit warmen Klängen.
 ©Martina Orth

Sottrum. Sein Spiel strahlt Wärme und Lebendigkeit aus, er kann aber auch Melancholie: Thomas Brendgens-Mönkemeyer hatte zum Konzert in der Buchhandlung Froben eingeladen. Normalerweise ist er im Dialog mit anderen Musikern zu hören, diesmal glänzte der er als Solist.

Sein Konzert eröffnete er mit dem dritten Preludium des aus Uruguay stammenden Komponisten Abel Carlevaro. Damit nahm er den Faden vom Konzert im Dezember auf, in dem Brendgens-Mönkemeyer und Leandro Riva ähnliche Töne hören ließen. Das ruhige und klare Gitarrenspiel war eine Wohltat für die Zuhörer, und bei den folgenden zwei Jazz-Stücken folgten die Füße des Publikums dem Takt der Melodie. Wärme und Leben füllten den Raum.

Wer sich für Hintergrundwissen interessiert, kam nicht zu kurz: Brendgens-Mönkemeyer kündigte seine Stücke mit persönlichen Bezügen an und erläuterte technische Einzelheiten des Spiels, was die Aufmerksamkeit weiter schärfte. Die Zuhörer fühlten sich einbezogen und bekamen Antworten auf ihre Rückfragen.

Musikalisch traf der Künstler den Nerv mit Vielfalt: Das eine Stück zog strahlend dahin, als kündigte sich der Frühling an. Das andere nahm das Publikum Ton für Ton auf einen Spaziergang mit. Brendgens-Mönkemeyer spricht von bleibenden Formen in der Musik. Aber auch Assoziationen drängten sich auf, in denen die Rhythmus gebenden Finger mit den Melodien in den Dialog treten.

Ein schnelleres Stück von Baden Powell, Brasilien, gefolgt vom Popsong „Ain’t no sunshine“, Bill Whithers. Brendgens-Mönkemeyer wechselte zu einer Konzertgitarre. Diese füllte den Raum mit ihren sechs metallenen Seiten entsprechend. Auf ein „Oh ja“ folgten Jazz und Blues. Ein Februar-Walzer mit irischen Zwischentönen wirkte melancholischer. Einfühlsam ließ der Musiker die Töne und die Kraft seiner Instrumente erklingen. Dann ließ er sich die drei Töne CDE von einem Gast geben und improvisierte darauf. Mit einem Südstaaten-Blues mag eine Landschaft beschrieben sein.

Nach einer Pause ging es schon in den Sommer mit einem Gewitter, wie Brendgens-Mönkemeyer sagte. Die Kraft der Metallsaiten zeigte sich noch weiter: Der Musiker interpretierte Stücke von Jazzern wie Coltrane, Gillespie und Davis. Außerdem stellte er dem Publikum seinen Lieblingskomponisten Gilbert Biberian aus Armenien vor.

Zum Abschluss führte der Solist den Flaschenhals vor: Mit etwa fünf Zentimetern Länge passt das Messing-Stück über den Ringfinger der linken Hand. Der Musiker zog diesen über die Saiten und verzerrte somit den Ton, ließ ihn metallischer klingen, verlängerte ihn – ähnlich dem Schnarren unter Hochspannungsleitungen im Sommer.

Musik nah erlebt und nah gebracht – das gibt es monatlich in den Räumen der Buchhandlung. Das nächste Konzert bei Froben gibt es am Montag, 18. März, diesmal mit einem Gast aus Hannover und in Ottersberg unter dem Motto „Oben bei Froben“.

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