„Sing Sottrum Sing“ erschallt im Sottrumer Gymnasium

Im Zeichen der Stimme

Neben Chören und Duos ließen auch mutige Einzelkünstler ihre Stimme auf der offenen Bühne erklingen.
 ©Wilfried Adelmann

Sottrum. Musik durch Stimme: An diesem Wochenende ist dies das alles bestimmende Thema im Gymnasium Sottrum. 2017 hatten Vereine und Betriebe der Samtgemeinde Sottrum unter dem Motto „Drum, Sottrum, Drum“ um die Wette getrommelt, 2018 mit „Tanz, Sottrum, Tanz“ die musikalische Bewegung der Gemeindebewohner zum Thema gemacht. Am vergangenen Wochenende setzt die Kulturinitiative nun den Imperativ „Sing, Sottrum, Sing“ in die Tat um.

Tatjana Schuba und Edwin Bohlmann führen durch das Programm, das mit dem A-Capella-Quintett Sub 5 (siehe Seite 8) aus Hannover schwungvollen Auftakt hat. Aus Vielheit Gemeinsamkeit entwickeln ist ein Motto dieser beiden Tage, in denen die Stimme als Instrument der Begegnung mit sich selbst und anderen wird.

So steht ein ganzer Tag im Zeichen der Chorbegegnungen. Drei Singgemeinschaften aus der Umgebung treffen in der Aula des Gymnasiums aufeinander. Sie tragen keinen Wettkampf aus, sondern nutzen die Zeit des Zusammenseins, um ihre verschiedenen Ansätze im Umgang mit den gemeinsamen Stimmen zu Vergleichen und voneinander zu lernen.

Der Chor „Jesowieka“ (abgekürzt für „Jeder so wie er kann“) aus Nartum legt seine Betonung auf den Wechsel zwischen Chorgesang und Soli. Martina Parkes, die als Opernsängerin vom Goetheplatz in Bremen kommt und den Chor führt, gelingt es durch viele Wechsel das Publikum aufmerksam zu halten. Die Musiker imitieren Dschungelgeräusche, bringen Sonnenbrillen zum Einsatz und trappeln auch mal mit den Füßen. Der dynamische Wechsel der Lautstärken zeigt, dass Abwechslung für diesen Chor von starker Bedeutung ist.

Bei dem Chor „Taktvoll“ aus Waffensen, unter der Leitung von Martina von Ahsen, liegt die Betonung ihrer Arbeit im umfangreichen Repertoire der Gruppe. Sie singt neben klassischen Gospels Popsongs in oft origineller Bearbeitung. In legerer Kleidung tritt dieser Chor auf und erzeugt beim Publikum eine heitere Stimmung, die zum Mitklatschen animiert. Mit „Mama Lou“ von den Les Humphries Singers geht es dann am Schluss der Darbietung so richtig ab. Den Sängern ist der Spaß an diesem Popsong sichtlich anzumerken.

Der Chor „Open Ears“ aus Ottersberg tritt in grün-blauem Outfit auf. Chorleiter Holger Lechterbeck setzt sich sofort an den Flügel und schon geht es mit einem rhythmusbetonten Stück los. Sicher und präsent ist der eher kleine Chor und Zuhörer bekommen den Eindruck, er will mit seinem akzentuierten Gesang Geschichten erzählen. Lechterbeck animiert seine Chormitglieder mit wilden Gesten, alles zu geben. Tatsächlich springt der Funke über und das Publikum geht begeistert mit. Wenn es bei einem Indianerlied melancholisch, leise und einfühlsam wird, werden die Gäste von diesem Gesang berührt. Viel Applaus und eine erfolgreiche Begegnung von drei Chören ist das Ergebnis dieses Nachmittags.

Im Foyer des Schulforums ist inzwischen ein Tortenbüfett aufgebaut worden und viele Gäste stärken sich bei Kaffee und Kuchen und tauschen sich über das Gehörte aus. Gespannt warten sie nach dieser Pause auf die „Open-Stage-Veranstaltung“ mit vielen Musikbegeisterten, die oft das erste Mal auf der Bühne stehen. Nachdem die Schulband vom Gymnasium Sottrum den Anfang gemacht hat, folgen zwei Nachwuchskünstlerinnen im zarten Alter von neun und zehn Jahren. Der Mut, sich auf die Bühne zu stellen, wird vom Publikum mit starkem Applaus belohnt.

Tatjana Schuba führt souverän weiter durch die Show und erzählt vor jedem Auftritt, was die Künstler motiviert hat, mit Gesang und zum Teil selbstkomponierten Liedern aufzutreten und sich einem Publikum zu stellen. Neben den bekannten Pop- und Rock-Songs gibt es auch ein klassisches, italienisches Lied, und auch die Interpretation eines Frank-Sinatra-Stückes ist Teil des Programms.

Zum Abschluss ist das Publikum gesanglich gefordert: Auf einer großen Bildwand erscheinen die Texte von bekannten Pop-Songs, welche die Gäste mit mal mehr, mal weniger stimmlichem Erfolg gemeinsam singen. Die Nähe zur Beach-Party-Stimmung ist wohl vom „Anheizer“ Dominique Hipp so gewollt, kommt aber bei einigen Gästen nicht besonders an, was der allgemeinen, guten Stimmung aber keinen Abbruch tut.

Eine andere Perspektive wirft Songwriter Udo Klopke in seinem Workshop auf die Musik. Er bietet Einblicke in die Entwicklung von Songtexten und deren Umsetzung zu fertigen Songs gibt. Eine Teilnehmerin berichtet, dass sie zum Beispiel gelernt hat, wie sich die Spannung eines Liedes halten lässt. Lernen ist ein wichtiger Aspekt von „Sing, Sottrum, Sing“: Erfahrungen untereinander und mit dem Publikum erleben, damit daraus etwas Neues wird, beziehungsweise Bewährtes weitergegeben werden kann.

Viele Gäste nehmen am Ende eine Menge aus der Welt des „Gesangs“ mit. Denn gerade die „Nebenbeschäftigung“ mit der Musik eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Nicht die Profis der Hochkultur durften sich darbieten, sondern fortgeschrittene Laien, Newcomer und Semiprofis zeigten zwei Tage lang, wo Musik und Stimme anfängt und wohin sie sich entwickeln kann. So wird aus „Sing, Sottrum, Sing“ ein Musikevent, der allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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