Sieg mit 71 Stimmen Vorsprung - VON MATTHIAS RÖHRS

Bahrenburg gewinnt Wahlkrimi

Anstoßen nach einem spannenden Abend: Nicolas Fricke (r.) gratuliert Holger Bahrenburg zum Wahlsieg. Foto:
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Sottrum – Es ist eine knappe Stichwahl gewesen. Doch am Sonntag um 20.25 Uhr steht fest: Holger Bahrenburg ist der neue Bürgermeister der Samtgemeinde Sottrum. Der parteilose Einzelbewerber hat sich mit 50,4 zu 49,6 Prozent gegen seinen ebenfalls parteilosen Konkurrenten Nicolas Fricke durchgesetzt. In Momentaufnahmen liegt während der Auszählung zwischen den beiden Konkurrenten Kontrahenten nur eine Handvoll Stimmen. Am Ende sind es 71.

Die Samtgemeinde Sottrum erlebt neben der Bundestagswahl am Sonntagabend also einen ganz eigenen Wahlkrimi. Immer wieder schwenkt das Pendel zwischen Bahrenburg und Fricke hin und her. Lange wartet man auf die letzte verbleibende Auszählung aus dem Wahlbezirk Sottrum 5, ehe sich zumindest aus der Warte Bahrenburgs die Erleichterung breitmacht. Seit 29 Jahren ist der Horstedter bereits in der Verwaltung der Samtgemeinde tätig, hat dort schon seine Ausbildung gemacht. Ab November ist er als Nachfolger von Peter Freytag der Chef im Rathaus.

„Es war klar, dass es eng wird“, sagt Bahrenburg kurz nach dem Wahlsieg. Fricke sei von zwei Parteien getragen worden und habe „einen tollen Wahlkampf geführt“. „Viele wollten einen Neuen im Rathaus, und das ist okay“, sagt er über die immerhin mehr als 4. 000 Wähler, die gegen ihn gestimmt haben.

Bahrenburg glaubt, dass er unter anderem einige Stimmen hat einbüßen müssen, weil er als Gemeindedirektor Sottrums dem einen oder anderen „auf die Füße getreten“ musste. „Nicolas Fricke ist dagegen unbefangen gewesen.“

In den vergangenen zwei Wochen hatten beide Kandidaten noch mal massiv um Wählerstimmen geworben. Sie haben die traditionellen Infostände bei Edeka Bientzle in Sottrum aufgebaut, Haustürgespräche geführt und Flyer verteilt, um noch weiter Wählerstimmen zu mobilisieren. Bahrenburg hat im Schlussspurt noch die Unterstützung der CDU-Spitze bekommen, Fricke und sein Team aus SPD und Grünen drehten im Wahlkampf ebenfalls noch mal auf.

Diese Stichwahl ist eine besondere. Normalerweise ist die Wahlbeteiligung bei so einer zweiten Runde nicht besonders hoch, doch im Sog der Bundestagswahl kommt noch so mancher Wähler hinzu, der bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen nicht zur Urne gegangen ist. In dem Wahlgang vereinte Bahrenburg 44,6 Prozent der Stimmen auf sich, Fricke 39,7. Der dritte Bewerber, Robert Abel (FDP), flog mit 15,7 Prozent aus dem Rennen. Damals lag die Wahlbeteiligung bei 64 Prozent, am Sonntag bei 69,3 Prozent.

„Das ist Demokratie“, ordnet der unterlegene Fricke das Wahlergebnis nüchtern ein. Er sieht für sich aber auch das Positive: „Immerhin haben 4 .000 Menschen geglaubt, dass ich die richtige Wahl bin.“

Die Sottrumer werden vom Sittenser in Zukunft wohl nichts mehr hören. „Ich hoffe, dass jetzt wieder Ruhe in die Samtgemeinde einkehrt“, so seine letzten Wünsche an die Sottrumer Politik. Diese sei lange gespalten gewesen, nun solle es wieder in vernünftige Bahnen gehen. Zu sorgen hat dafür aber nicht er, sondern der neue Bürgermeister: Holger Bahrenburg.

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