Schüler erforschen die Wümme und helfen bei Broschürenarbeit - Von Andreas Schultz

„Monstern“ auf der Spur

Die Dritt- und Viertklässler der Montessori-Schule erkundeten die Tierwelt der Wümme. Mit dem Kescher förderten sie so manch interessante Spezies zutage.
 ©Andreas Schultz

Rotenburg. Kreischende Kinder, „Wassermonster“ und das Risiko, im Matsch zu versinken: Was zunächst nach dem Stoff für einen trashigen Action-Fantasie-Streifen klingt, ist diese Woche lehrreiche Realität an der Rotenburger Wümme. Schüler der Montessori-Schule sind mit der Umweltpädagogin Anja Schulenberg an dem Fluss unterwegs, um vom Leben im Wasser zu lernen.

Dabei gerät das Projekt unter dem Titel „Was fließt in Rotenburg – Rotenburgs Bäche“, das auf die Initiative des Umweltbildungszentrums zurückgeht, zu einem kleinen Abenteuer für die Schüler der dritten und vierten Klasse. Unter den Argusaugen der Lehrer und der Umweltpädagogin erkunden sie am Flussufer, was die Fauna der Wümme zu bieten hat. Mit dem Kescher bewaffnet fördern die jungen Forscher einiges Getier zutage, um es später mithilfe von Datenblättern zu bestimmen.

„Als ich den Kindern die ersten Bilder von dem zeigte, was sie erwartet, gab es noch viele ‚Ihh’-Rufe. Jetzt empfinden sie das eher als spannend“, beschreibt Schulenberg den Sinneswandel. Zur Umstimmung könnte auch die Faszination beigetragen haben, die der Blick durchs Binokular mit sich bringt: Mit dem Werkzeug aus dem fahrenden Feldlabor können die Kinder die Tiere optisch vielfach vergrößern. So gelangen sie bei der Frage „Wer oder was bist du?“ schnell zur Antwort.

Jedoch geht es nicht nur darum, Kinder im Matsch herumtollen zu lassen, die dabei Tiere und die Wasserqualität bestimmen. Im Rahmen des Projektes fertigen die Schüler nach und nach eine Artenliste und Steckbriefe. Später soll aus diesen und weiteren Informationen eine Broschüre über die Rotenburger Flüsse entstehen. An der Arbeit sind nicht nur die Schüler der Montessori-Schule beteiligt, auch Drittklässler der Schule am Grafel und der Stadtschule mischen mit. Dem Thementag zum Tierleben gingen die passenden Unterrichtsstunden und Wanderungen an den Rotenburger Flüssen Wümme, Rodau und Wiedau voraus. Die kleinen Jäger und Sammler hatten im Anschluss die Gelegenheit, an ihrer jeweiligen Lieblingsstelle zu zeichnen. „Das beste Bild jeder Klasse kommt in die Broschüre und am Ende wird es auch noch eine Ausstellung geben“, erklärt Schulenberg.

Bis es soweit ist, wird noch einige Zeit ins Land gehen: Für Ende des Jahres ist die Veranstaltung geplant. Vorher toben sich die Kleinen noch in Wasser und Matsch aus – ein Angebot, von dem sie beim Thema Flusstiere ausgiebig Gebrauch machen. Ihre Ausbeute präsentieren sie stolz dem beeindruckten und etwas ahnungslosen Mann von der Zeitung. „Köcherfliegenlarven sehen aus wie Stöcker“, stellen Mika und Pauline mit Blick ins Mini-Aquarium fest. Die meiste Beute sei im Fluss unter Steinen zu machen, sind sie sich sicher. Und: Schnecken sind fast so leicht zu fangen wie Muscheln. Die wehren sich nur wenig. „Wir haben auch Wasserskorpione gefunden“, verkündet Malin aufgeregt – nur um später festzustellen, dass es sich bei dem „riesigen Monster“ doch um eine Kleinlibellenlarve handelt.

Dennoch: „Die Kleinen schlagen sich super“, stellt Schulenberg fest. Der Tag am Fluss sei ein großes Erlebnis mit Lerneffekt gewesen. Neben neuem Wissen werden die Kinder von diesem Abenteuer aber noch etwas anderes nach Hause bringen: schlammige Stiefel und sandige Socken. Aber ohne wäre es nicht dasselbe, meint die Umweltpädagogin: „Im Schlamm spielen und dreckig werden, das gehört irgendwie einfach dazu.“

Autor

Andreas Schultz Andreas Schultz
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