Reitverein Sottrum veranstaltet Schleppjagd in Bötersen

Schnell und sprunghaft

Die Reiter folgen der Böhmer Harrier-Meute. Für einige Zuschauer sind die Hunde die heimlichen Stars der Veranstaltung.
 ©Henning Leeske (Archiv)

Bötersen. „Wir sind der einzige Reitverein im Landkreis Rotenburg, der das noch macht“, sagt Friedel Lossau. Die Rede ist von der Schleppjagd in Bötersen. Das Event, das Jahr für Jahr Besucher im dreistelligen Bereich in die Gemeinde lockt, macht Arbeit. Wer den Reitvereinsvorsitzenden beim Reden beobachtet, merkt schnell, dass diese sich auszuzahlen scheint – wenn auch nicht unbedingt finanziell: Der Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen im Orga-Team macht ihn stolz. Am Sonntag, 14. Oktober, können Interessierte sich davon selbst vom Ergebnis der Mühen überzeugen. Um 11.30 Uhr ist wieder Aufbruch zur Jagd.

Stammgäste wissen es bereits: Eigentlich geht es am Gasthaus Hoops in Bötersen etwas früher los. Um 10 Uhr startet die Hubertusmesse in der mit viel Mühe geschmückten Scheune. Kurz darauf geht es auf dem Gelände des Gasthofs bereits tierisch zu, denn Reiter und Pferde sammeln sich zum Stelldichein um 11 Uhr. Auch Master Thorsten Mönchmeyer und seine Hunde, die vielen als Böhmer Harrier Meute bekannt ist, stoßen dazu. Für die richtige Geräuschkulisse vor und während des Ritts sorgt die Parforce-Horn-Bläsergruppe „Gute Jagd Bielefeld“ in Zusammenarbeit mit den Jagdhornbläsern des Hegerings Sottrum.

Die Veranstaltung feierte ihre Premiere noch vor dem Zweiten Weltkrieg, und die Reihe ist auch nur durch diesen unterbrochen worden. Seit rund 30 Jahren gibt es die Veranstaltung jedes Jahr ohne Pause, weshalb Lossau beim Bewerben des Ereignisses gern das Wort „Traditionsveranstaltung“ benutzt. Dass das viel Aufwand mit sich bringt, quittiert er mit den Worten „Entweder wir machen das vernünftig oder gar nicht. Und wir wollen das, wir haben da Lust drauf“.

Das Team ist motiviert, investiert viel Zeit. Doch trotz des vorhandenen Willens sind einige nicht mehr dabei: Ehrenjagdherr Hinrich Brunkhorst verzichtet auf die Teilnahme als Reiter.  „Schade“, findet Lossau.

Ähnlich geht es dem Vorsitzenden mit Jochen Corleis, der unter anderem beim Schmücken der Scheune für den Gottesdienst verantwortlich zeichnete und diese Verantwortung abgibt. Doch der Vereins-Chef sieht auch das Positive: „Eine Generation verabschiedet sich, zum Glück haben wir Nachwuchs, der einspringt“.

Jedes Jahr ist die Strecke für die 20 bis 50 Reiter eine etwas andere. Wie viele Teilnehmer dabei sind, richtet sich danach, wie die Tage zuvor das Wetter war: Ist die acht bis zehn Kilometer lange Route über die Felder rund um Bötersen eher regennass und aufgeweicht, lockt das nur die hart Gesottenen auf die Pferderücken und nach Bötersen. Neben dem Wetter spielt auch das Saat- und Pflugverhalten der Landwirte eine große Rolle bei der Streckenplanung. Doch egal, wo es auch lang geht: Zuschauer finden in Traktoranhängern Feldtaxis, die sie zu den schönsten Punkten der Schleppjagd transportieren. Als Gegenleistung für Transport und Show hoffen die Veranstalter darauf, dass die Gäste sich mit einem frei wählbaren Betrag bei der Sammlung mit dem Hut erkenntlich zeigen.

Und die Zuschauer bekommen einiges geboten: Ein Teil der Reiter, nämlich die des ersten Jagdfeldes, springt über zehn feste Jagdhindernisse und Gräben. Das zweite Jagdfeld folgt unter erfahrener Führung, lässt dabei aber die Hindernisse aus. Für eine gemütliche Tour gibt es das dritte Jagdfeld.

Verpflegung ist ebenfalls geplant: Vor und nach dem Ausritt tischt das Gasthaus auf und während der Pause sorgt das Küchen-Team um Sabine Mahnke für Brötchen, Kaffee und mehr.

Die Planung steht also. Was jetzt noch fehlt, ist etwas, worauf das Orga-Team keinen Einfluss hat: das richtige Wetter für die Schleppjagd.

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