Reeßumer Rat zu Verkehrsberuhigung, Baugebiet und mehr - Von Antje Holsten-Körner

Tempo 30 mit Lücken

Wie schon in Taaken wird demnächst Gemeindemitarbeiter Mirko Wendelken (links) u2013 hier mit Dieter Precht u2013 auch für die Reeßumer Wohnstraßen Tempo-30-Schilder aufstellen.
 ©Antje Holsten-Körner

Reeßum. Schon bald wird es für Fußgänger und Radfahrer in den Reeßumer Wohnstraßen ein Stück weit sicherer sein, denn der Reeßumer Gemeinderat beschloss während seiner jüngsten Ratssitzung, die Möglichkeiten der verkehrsbehördlichen Anordnung zur Einführung von Tempo-30-Zonen auszuschöpfen.

Außen vor sind allerdings die Kreisstraßen „Sottrumer Straße“, „Otterstedter Straße“ und „Zum Fuhrenkamp“ und somit auch der Straßenverlauf vor dem Kindergarten. Um die Jüngsten vor dem Verkehr zu schützen, wurde Bürgermeister Julian Loh beauftragt, nochmals Gespräche zu führen, um wenigstens eine zeitweise Reduzierung der Geschwindigkeit vor dem Kindergarten und den Schulbushaltestellen zu erreichen.

„Rekordverdächtig, wie schnell wir das umsetzen konnten“, freute sich Loh über den positiven Beschluss. Ihm stimmte Jürgen Worthmann zu: „Ich kann das nur begrüßen, es ist eine echt gute Sache, die auf den Weg gebracht worden ist“, meinte er und dankte bei dieser Gelegenheit für den gut vorbereiteten Antrag, den Bürger im November gestellt hatten.

Auch beim Baugebiet „Maschland II“ geht es voran. Nachdem die Ratsmitglieder bei der Sitzung Anfang Februar mit den beiden vorgestellten Aufteilungsvarianten nicht ganz glücklich waren, hat der Bürgermeister eine vom Planungsbüro überarbeitete Ausführung mitgebracht. Gerne hätte Worthmann möglichst viele große Grundstücke gesehen („Die meisten bauen nur einmal im Leben“), doch damit hätte sich die Anzahl von den maximal möglichen 23 auf 22 Bauplätze reduziert. Dagegen sprachen sich Marco Bruns und Michael Cordes aus, die „auf jeden Fall 23 Grundstücke anbieten möchten.“ „Unser Meinungsbild ist nicht repräsentativ. Bei den letzten Interessenten habe ich direkt nach den Größen gefragt und als Antwort Größen zwischen 600 und 1.000 Quadratmetern erhalten“, berichtete Julian Loh, der bei dieser Gelegenheit erzählte, dass sich nach dem Zeitungsbericht über die vergangene Ratssitzung die Anzahl der Bauwilligen von 51 auf 61 erhöhte. „Ich habe keine Bedenken, dass die Bauplätze nicht innerhalb von kurzer Zeit verkauft sind“, meinte Dieter Precht. Bei der anschließenden Abstimmung entschieden sich die Kommunalvertreter bei sechs Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen für die Aufteilung in 23 Grundstücke, die zwischen 660 und 1.220 Quadratmetern groß sind. Nun kann die Erschließung für das Baugebiet geplant und ausgeschrieben werden. Die Vergabe der Bauplätze soll nach einem Punktesystem erfolgen, für das der Rat im vergangenen Jahr die Kriterien festgelegt hatte. Dabei müssen die angehenden Häuslebauer einen Bezug zur Gemeinde haben.

Anders als beim Baugebiet wurde die Entscheidung, ob Reeßum eine Änderung des Flächennutzungsplans anschieben wird, um eine Vorrangfläche für Fotovoltaik auszuweisen, vertagt. Den Antrag dazu hatte Ratsherr Herbert Cordes gestellt, dem ein Teil der Flächen in dem 200 Meter breiten Streifen neben der Bundesautobahn zwischen der Clüversborsteler Brücke und Bittstedt gehören. Seit Sommer beschäftigt sich Cordes, der die Biogasanlage zwischen Sottrum und Reeßum betreibt, mit dem Thema. „Eine Fläche ab 200 Hektar ist betriebswirtschaftlich rentabel“, berichtete der Clüversborsteler. Dass dies lukrativ sein kann, hat sich auch schon bei Investoren herumgesprochen, denn bei Cordes war schon die erste Anfrage auf Pacht von Flächen zu diesem Zweck in der Post. „Wenn die Gemeinde den Flächennutzungsplan ändern lässt, hat sie die Hand drauf“, sagte Cordes und meinte, dass somit Bürgern der Gemeinde Reeßum die Möglichkeit gegeben würde, sich zu beteiligen. „Dann bleiben die Steuern in Reeßum“, hob er hervor. Vor einer Installation derartiger Anlagen steht aber noch die Aufstellung eines Bebauungsplans. „Die Kosten für die Änderung des Flächennutzungsplanes, die wohl zwischen 5.000 und 10.000 Euro liegen, sowie die für den Bebauungsplan könnte man sich über Vereinbarungen bei Durchführung der Projekte erstatten lassen“, klärte Reeßums Bürgermeister Julian Loh auf. Während sich Marco Bruns („Eine Investition in die Zukunft“) und Katrin Martens („Prinzipiell klasse“) positiv zum Antrag äußerten, stellte Michael Cordes zur Diskussion: „Was ist aber, wenn wir mit dem Ausweis der Sonderfläche einen der Eigentümer benachteiligen, die dort einen Stall oder einen Güllesilo aufstellen wollen?“ Da die Frage an diesem Abend nicht beantwortet werden konnte, wurde Loh beauftragt, mögliche Interessenkonflikte abzuklären.

Für die Eltern der Krippenkinder fiel dagegen schon bei der Sitzung eine Entscheidung: Alle, die während des Lockdowns nicht die Notbetreuung in Anspruch nehmen, brauchen rückwirkend von Dezember an keine Gebühren bezahlen.

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