Rat debattiert Raserlösung

Schnell raus in Richtung Taaken

Ratssitzung in Zeiten von Corona. Auf Wunsch von Bürgermeister Michael Schröck trugen alle Ratsmitglieder und Bürger Mund- und Nasenabdeckungen.
 ©Antje Holsten-Körner

Horstedt (hk). Ende des Jahres soll die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Horstedt abgeschlossen sein. Pünktlich zur jüngsten Sitzung des Gemeinderates konnte mit dem Kreisel in der Ortsmitte ein weiterer Teil der Bestimmung übergeben werden. Träger der Maßnahme ist der Landkreis Rotenburg, der die Kosten für Straße und die Straßenentwässerung übernimmt, doch zu Lasten der Gemeinde gehen Fußweg, Lampen, Bepflanzung und die Erweiterung der Entwässerung, die zusammen mit 600.000 Euro kalkuliert wurden.

Aber nicht alle Horstedter Bürger sind glücklich mit dem letzten Bauabschnitt, bei dem in Richtung Taaken eine Verschwenkung vorgesehen ist. „Warum soll nur der in den Ort hereinfahrende Verkehr abgebremst werden, die aus Horstedt kommenden Fahrzeuge aber nicht?“, hatte Jürgen Schlobohm schon im Vorfeld gefragt. Anwohner waren an ihn herangetreten und hatten ihn gebeten, dass er sich dafür einsetzt, dass die geplante Verschwenkung in die Gegenrichtung erweitert wird.

Die Daten der gemeindeeigenen Geschwindigkeitsmessanlage, die im Frühjahr 2017 dort aufgebaut war, zeigen, warum die Anlieger gerne ein Hindernis sehen würden, durch das der Verkehr abgebremst wird. „Aus der Messung ergibt sich, dass der hinausfahrende Verkehr um 73,65 Prozent die zulässige Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometer überschritten hatte. Einige Fahrzeuge hatten sogar über 90 Stundenkilometer auf dem Tacho“, weiß Schlobohm. Als Kosten hatte der pensionierte Leiter des Bauhofs der Stadt Rotenburg rund 12.000 bis 15.000 Euro ermittelt. Unterstützt von Heinz-Günter Hill und Inge Bahrenburg vom Seniorenbeirat der Samtgemeinde Sottrum wurde daher ein Antrag beim Gemeinderat gestellt, damit dieser beim Landkreis signalisiert, dass eine Erweiterung gewünscht wird. Doch die Ratsmitglieder ließen sich von der Notwendigkeit nicht überzeugen. Schon vorher äußerte Horstedts Bürgermeister Michael Schröck (SPD) große Bedenken: „Eine solche Umplanung würde die Baumaßnahme deutlich verlängern.“ Dabei geht er von bis zu zwei Jahren aus. Zu den Kosten holte er sich noch vor der Ratssitzung eine Auskunft beim Landkreis ein. „Dort wurde eine vage Kalkulation gemäß dem Leistungsverzeichnis vorgenommen. Diese ergab, dass wir nicht unter 50.000 Euro wegkommen werden“, erklärte Schröck seinen Ratskollegen. Und dieser Betrag müsste zusätzlich zum beschlossenen Eigenanteil von 600.000 Euro aus der Gemeindekasse bezahlt werden. Nur Werner Dannigkeit (CDU) zeigte Sympathie für den Antrag der Bürger: „Die Straße wird lange Zeit Bestand haben. Ich vermute, dass der Landkreis keine Änderung will und daher die Kosten für den Ausbau hochrechnet.“ Bei der anschließenden Abstimmung stand er mit seiner Enthaltung allein auf weiter Flur, denn alle anderen Ratsmitglieder sprachen sich dagegen aus. Sie setzen darauf, dass durch die etwas veränderte Straßenführung der Verkehr langsamer wird. Außerdem sollen nach Fertigstellung verstärkt Geschwindigkeitskontrollen mit dem gemeindeeigenen Gerät durchgeführt werden. Sollten sich dabei erneut hohe Werte ergeben, will sich der Bürgermeister beim Landkreis für den Einsatz eines mobilen Blitzers stark machen.

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