Pohlmeier und Dancing Diamond bringen Gold nach Reeßum

Diamant im Goldrausch

Stolzes Gespann: Anne-Kathrin Pohlmeier trägt die Goldmedaille, die sie und Lordswood Dancing Diamond zusammen bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde in Ermelo errangen.
 ©Andreas Schultz

Reeßum/Ermelo (as). Was da eigentlich passiert ist – Anne-Kathrin Pohlmeier wird noch einige Zeit brauchen, um es zu verinnerlichen. Die 30-Jährige kehrte in der Nacht von Sonntag auf Montag nach Reeßum zurück, um den Hals eine Medaille aus Gold. Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde in Ermelo hat sich für sie und das sechsjährige Pferd Lordswood Dancing Diamond gelohnt. „Aber so richtig realisiert habe ich das noch gar nicht. Dafür brauche ich erst mal eine Woche“, sagt Pohlmeier.

Für die selbständige Pferdewirtin und ihren tierischen Team-Partner ist dieser jüngste Erfolg ein wohltuender Ausgleich: Nachdem das Finale im vergangenen Jahr bei den Fünfjährigen „eine Katastrophe“ (Pohlmeier) war, entwickelt sich das Duo in diesem Jahr bei den Sechsjährigen zum Überflieger. Mit 9,72 von zehn möglichen Punkten lässt sie sogar Adeline Cornelissen (Niederlande) mit 9,06 Punkten und Severo Jesus Jurado Lopez (Spanien) mit 8,99 Punkten hinter sich.

Der Traum, es beim nächsten Anlauf besser zu machen, ist damit in Erfüllung gegangen. Keine Selbstverständlichkeit, weiß Pohlmeier. Sie trainiert Lordswood Dancing Diamond seit seinem dritten Lebensjahr. Das Pferd im Besitz von Alice Whitefield und Heather Stack ist bei der Reeßumerin also von Beginn an in Ausbildung. Dass es zwischenzeitlich nicht zum Abschied kam, zum Beispiel durch Verkauf, ist für Pohlmeier ein Glücksfall – und einer von mehreren Faktoren, die zum jetzigen Erfolg beigetragen haben. Entgegenkommende Besitzer, die freie Hand lassen, und ein engagiertes Team gehören dazu. Und ein Pferd, das „als Mensch wahrscheinlich sein Abi mit 1,0 schaffen würde. Ich kenne sonst kein Pferd, das so viel Charakter hat“, freut sich Pohlmeier.

Die Kombination und das Zusammenspiel der beiden machte sich auch vor den Wertungsrichtern bezahlt – trotz innerlichem Kampf. Die anfängliche Anspannung wich dem Ansporn. Nach dem Finalauftritt war klar: „Ich wusste, dass die Noten gut waren. Aber ich wusste auch, dass noch weitere starke Reiter folgen. Aber Dancing Diamond hat sich konzentriert und für mich gekämpft. Und über Gold bin ich super glücklich.“

Die große Siegesfeier steht noch aus, denn die Besitzer haben angekündigt, den Anlass gemeinsam mit Team und Reiterin gebührend begehen zu wollen. Und vielleicht lässt sich dann auch schon abklären, ob es mit der jungen Dressur-Weltmeisterschaft 2018 klappen könnte. Im Falle einer erfolgreichen Qualifikation stünde Dancing Diamond und Pohlmeier die Teilnahme bei den Siebenjährigen offen. Die Reiterin ist schon jetzt sicher: „Wenn wir die Chance bekommen, treten wir natürlich nochmal an.“

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Andreas Schultz Andreas Schultz
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