Peter Erfurt plant Bürgerblumenwiese in Hellwege

Mono war gestern

Peter Erfurt will mithilfe einer Bürgerblumenwiese die Monokultur durchbrechen und so Lebensraum sowie Nahrung für Insekten schaffen. Er sucht Pächter für das Projekt.
 ©Elke Keppler-Rosenau

Hellwege. Hellwege ist an sich bereits ein grünes Dorf mit seinen blühenden Gärten und dem sehenswerten alten Baumbestand. „Da geht aber noch mehr“, findet Peter Erfurt, dem das Bienensterben und der zunehmende Insektenrückgang Sorge bereiten.

Und da er ein Mann der Tat ist, hat er sich ein Projekt ausgedacht, an dem er so viele Menschen wie möglich beteiligen will: Er hat für die nächsten drei Jahre einen Acker an der Steller Straße gepachtet, auf dem im kommenden Jahr eine Bürgerblumenwiese entstehen soll. Auf 10.000 Quadratmetern, auf denen „Verdener Imkermischung“ ausgesät wird, werden dann in einem bunten Mix Blumen wachsen, die den aus der intensiven Landwirtschaft vertriebenen Insekten Nahrung bieten und die fatale Monokultur unterbrechen.

Das Projekt, das Erfurt in Eigenregie auf die Beine stellt, sieht zunächst eine einjährige Patenschaft für Bürger vor, denen der Naturschutz ebenfalls wichtig ist. Wer möchte, kann sich in beliebiger Höhe beteiligen. Die Pacht ist ab einer Fläche von einem Quadratmeter für Beträge zwischen 50 Cent und 1,50 Euro pro Quadratmeter für Privatpersonen und Firmen möglich. Namen und Logos werden auf einem Schild am Feldrand, auf allen Webauftritten und Patenschaftsurkunden genannt.

In das Projekt eingebunden ist ein seitlich am Acker verlaufender Graben. An dessen Rändern sollen Pflanzen wie Mädesüß, Baldrian, Dost, Vogelwicke, Fingerhut und Königskerze wachsen. Diese sogenannten Futterpflanzen, die in der Region heimisch sind, dienen als Bienenweide und sollen das Angebot der Blumenwiese erweitern.

Auch der Wegrand an der Straße wird Teil des Projekts. Der wird nach Ende der Vegetationsperiode gefräst und für Kornblumen, Kamille, Königskerze, Akelei, Mohn und Schafgarbe vorbereitet. Entsprechende Gespräche bezüglich der Nutzung hat Erfurt bereits mit Bürgermeister Wolfgang Harling aufgenommen, der sich von der Idee des aus Hessen stammenden, aber bereits seit 30 Jahren in Hellwege ansässigen Schmuckdesigners sehr angetan zeigte. „Der Bürgermeister sieht dieses Projekt für Hellwege als überaus positiv an“, berichtet Erfurt optimistisch.

Überschüssige Blumen oder Saaten aus dem eigenen Garten müssen übrigens auch nicht mehr auf dem Kompost entsorgt werden, sondern können gesammelt auf der Bürgerblumenwiese auf einer seitlichen Fläche für jedermann kostenlos ihr Grün entfalten. Erfurt war es wichtig, auch ein kostenloses Angebot für Naturfreunde bereitzuhalten.

Darüber hinaus ist im vorderen Bereich des Feldes ein Brunnen vorgesehen, der allerdings noch geschlagen werden muss. Dort soll ein Wasserbecken nebst Schwengelpumpe installiert werden, denn Insekten müssen auch trinken. Jeder, der am Feld vorbeikommt und sich für das Projekt interessiert, kann schauen, ob sich genügend Wasser im Becken befindet, und im Bedarfsfall mit ein wenig Muskelkraft für Erfrischung sorgen.

Für jene, die ganz einfach nur innehalten und dem Blühen und Schwärmen auf der Wiese zuschauen wollen, wird eine Bank und eine Informationstafel aufgestellt. Auch ein Stand von Honigbienen soll Platz am Feldrand finden. Die Einnahmen aus der Co-Verpachtung der Bürgerblumenwiese steckt in die Refinanzierung des Projektes, wobei er sich gut vorstellen kann, dass dieses langfristig ausgelegt sein wird. Auch eine Projektausdehnung hält er für denkbar, denn er ist überzeugt, dass es viele Interessierte geben wird, die sich gerne einbringen würden.

Infos unter www.buerger-blumen-wiese.de

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