Konzert im Café: Paul Eastham spielt in Haberloh

Der Brite und die Aldi-Flöte

Der Künstler kam an: So mancher Zuhörer empfand den Drang, das Spiel von Paul Eastham für die Nachwelt zu erhalten.
 ©Wilfried Adelmann

Paul Eastham bringt „Stimmung in die Bude“, wie man landläufig sagt. In Haberloh trat der Musiker mit einem Gemisch aus eigenen und gecoverten Songs auf und punktete damit bei einem Café-Publikum, das ohne ihn wohl „nur“ bei Torten und anderen Schlemmereien dezent mit dem Besteck geklappert hätte.

„Mein Deutsch ist so gut, wie mein Japanisch“, meinte Eastham scherzhaft bei der Begrüßung seiner Gäste. Mit seiner Celtic-Rock-Band „Coast“, die er 2007 zusammen mit seinem Bruder Chris Barnes gegründet hat, tourt er durch ganz Europa und macht auch schon mal einen Zwischenstopp in Nashville (USA). Dort hat er schon mit Größen wie Anthony Smith, Paul Jefferson und Ola Publishing getextet. Auftritte gab es mit Bryan Adams, The Kaiser Chiefs, Runrig, The Dubliners und vielen anderen.

Easthams Spezialität sind Instrumentalstücke, die er auf insgesamt drei Alben und weiteren CDs veröffentlicht hat. Der sanfte Umgang mit den Tasten des Pianos hat ihm den Titel „The Touch“ eingebracht. Das entsprechend „berührende“ Spiel, sorgte auch in Haberloh dafür, dass der Funken übersprang: Das Publikum war sichtlich ergriffen von den dargebrachten Stücken und spendete lautstark Beifall. Der Brite forderte zum Mitklatschen und -singen auf, was bei den Zuhörern gut ankam. So erreichte es der Sänger mit seiner professionellen Präsenz, dass sich die seriöse Gastronomiestätte zeitweise fast in einen nordenglischen Pub verwandelte, wo auf den Tischen getrommelt und mit einem Bier in der Hand lauthals mitgesungen wird.

Die modernen Gassenhauer, wie „Country Roads“ von John Denver oder „American Pie“ von Don McLean, trugen zur glänzenden Laune der Gäste bei. Mit melancholischen Stücken erreichte die Stimme Easthams, die über einen angenehmen Vibrato verfügt, das Publikum ebenfalls. Auf der Flöte, die der Künstler nach eigenem Bekunden „für fünf Euro bei Aldi gekauft“ hat, fing der Musiker sein Publikum ein – ein Hauch von Irland wehte durch das Café.

Um ein ganz großer Star zu werden, sollte er vielleicht seiner perfekten Technik noch ein Quäntchen Authentizität beifügen. So fehlte zum Beispiel bei dem berühmten Song „You´ve got a friend“ von Carol King, in der Interpretation von James Taylor, der eigene Ausdruck noch etwas. Da kann der Alleinunterhalter aus Britannien noch mehr tun.

Nach einer Zugabe ging der Hut rum. Dieser kam prall gefüllt zum Künstler zurück. Eastham und sein Helfer bauten die mitgebrachte Technik wieder ab, sie machten sich auf den Weg zurück in den hohen Norden nach Dänemark. Die gut gelaunten Gäste des Hofcafés begaben sich ebenfalls auf den Weg durch den Wald nach Hause, und einige wollen wieder kommen, wenn es wieder besondere Musik zu Torten gibt.

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