Kitzretter bergen Kuhjunges

Kalb auf Abwegen

Der Bispinger Landwirt Johann Meyer und seine Familie freuen sich über das wieder aufgetauchte Kalb.
 ©Rotenburger Rundschau

Sottrum (as). Ein eher ungewöhnlicher Erfolg für die Initiative Rehkitzrettung im Hegering Sottrum: Was die ehrenamtlichen Retter jüngst aus einem Getreidefeld bargen, war nicht etwa junges Wild, sondern kleines Nutztier: ein Kuhkalb.

Dafür musste eine Abordnung der Sottrumer Freiwilligen allerdings erst mal eine kleine Strecke zurücklegen. Der Anruf des Landwirts, der Hegeringleiter Friedel Lossau um Hilfe bat, stammt nämlich aus Bispingen – also rund 50 Kilometer Luftlinie außerhalb des eigentlichen Zuständigkeitsbereichs der Drohnenpiloten. „Ji möt mi helpen“, sagte demnach Landwirt Johann Meyer ins Telefon. Ein Kalb sei von seiner Mutter getrennt worden und ausgebüchst. Knapp zwei Tage lang sei die Suche im benachbarten Getreidefeld erfolglos gewesen. Nun befürchtete Meyer das Schlimmste, denn ohne Versorgung mit Essen und Wasser drohe das Tier einzugehen.

Schnell hatte sich ein Team bereiterklärt, sich auf den Weg zu machen. Thomas und Petra Hopp sowie Sylvia Ottens fuhren mit der Drohne des Hegerings nach Bispingen und spürten dem Tier am frühen Abend mithilfe der am Gerät angebrachten Wärmebildkamera nach. Die Tageszeit und die mit ihr verbundene Umgebungstemperatur erschwerten das Vorhaben allerdings: Wärmepunkte gab es auf dem zur Kamera gehörenden Bildschirm viele. So dauerte es einige Zeit, aber am Ende waren Team und Landwirt erfolgreich: Das ertappte Kalb löste sich aus dem Feld, versuchte zu fliehen, und blieb dabei in einem Busch hängen – die Gelegenheit, zuzupacken.

Am Ende waren alle sehr zufrieden mit dem Einsatz. Lossau spricht seinen aktiven Mitstreitern großes Lob aus: „Gute Arbeit, tolle Leute“, sagt er. Wieder hatte sich die großzügige Spende der Stadtwerke Rotenburg in Form der Drohnenanschaffung ausgezahlt. „Ohne das und den Einsatz der Freiwilligen wäre das Tier wohl eingegangen“, mutmaßt der Hegeringleiter. Zum Glück für Kuh, Kalb und Landwirt war es anders gekommen.

Autor

Andreas Schultz Andreas Schultz
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