Kalender 2020: Heimatverein zeigt historisches Sottrum - Von Andreas Schultz

Zeitreise auf 13 Blättern

Hans-Georg Wiedemeyer (von links), Hanna Hildebrandt und Hans-Richard Buthmann vor einem der historischen Motive ihres Heimatkalenders: die ehemalige Gaststätte Hermann Plate.
 ©Andreas Schultz

Sottrum. Als der Flieger vor etlichen Jahren seine Runde über Sottrum drehte, war die Digitalfotografie unserer Zeit noch Zukunftsmusik. Das lässt die Aufnahme erahnen, die das Titelblatt des Kalenders ziert, den der Heimatverein für 2020 aufgelegt hat. „Ich bin da richtig hochgehüpft, als ich das Foto fand“, zeigt sich Hans-Georg Wiedemeyer begeistert. Er hat den Almanach in Zusammenarbeit mit Hanna Hildebrandt und Hans-Richard Buthmann erarbeitet.

Die Luftaufnahme der ehemaligen Gaststätte Hermann Plate (Schrader) auf Seite 1 ist leicht gelbstichig, am Rande fährt ein Käfer durch die Straße „Am Eichkamp“ und das inzwischen dem zweiten Anbau entgegensehnende Rathaus hat noch die Größe des alten Pfarrhauses. Ein Bild, wie es die Herzen der Hobby-Historiker höherschlagen lässt. Das Foto ist eine von vielen Aufnahmen, die eine alte Grundstimmung vermitteln. Im Innenteil haben sich die Brauchtumsbewahrer des Heimatvereins dafür eher auf Schwarz-Weiß-Aufnahmen konzentriert, die zur jeweiligen Jahreszeit passen: Fotos von Winterlandschaften in den kalten Monaten, Land- und forstwirtschaftliche Arbeiten längst vergangener Zeiten und monochromes Zwischenmenschliches.

Die Bilder gelangen auf ganz unterschiedlichen Wegen in den Fundus von Archivar Wiedemeyer. Sicher ist aber: „Was einmal in diesem Bestand ist, das kommt auch nicht mehr weg. Das geht ins Archiv“. Und so kommt es, dass die Kalendergruppe des Heimatvereins erst mal ein wenig in den rund 120 Ordnern mit Bildern und anderen Archivalien suchen musste, ehe die Auswahl stand. Einer dieser Wege in die Sammlung ging über den verstorbenen Sottrumer Johannes Behrens. Landwirtschaftliche Fotografien seien sein Steckenpferd gewesen, berichtet Wiedemeyer. Und so schmücken auch einige der in den 50er und 60er-Jahren entstandene frostige Stimmungsbilder die 13 Seiten des Heimatvereins. „Er war immer unterwegs, hat stets schwarz-weiß und gestochen scharf fotografiert“, erzählt Wiedemeyer.

Das Dezembermotiv zeigt einen Winterabend am Flett: Die Familie sammelt sich an der offenen Feuerstelle mit Kessel im Haus, beschäftigt mit verschiedenen Handarbeiten. „Und der Opa erzählt dabei was“, schildert Buthmann lächelnd dazu. Das Sprichwort „mal einen Zahn zulegen“ komme aus dieser Zeit, als Bewohner des Hauses den über dem Feuer hängenden Kessel stufenweise an die Flammen annähern konnte. Die Stufen in der dafür vorgesehenen Vorrichtung hießen Zähne und je mehr Zähne das waren, desto schneller wurde der Topfinhalt heiß.

Beim Betrachten alter Bilder lässt sich vieles über die Vergangenheit lernen. Aber auch das hat einen Preis: Den Kalender gibt es für sechs Euro in den Sottrumer Geschäften Bäckerei Holste, Gardinen Sackmann, Fahrrad Henke, BUT Wilkens, Buchhandlung Froben, Sparkasse, Drogerie Stöver sowie Salon Ute Breitsprecher in Stuckenborstel.

Autor

Andreas Schultz Andreas Schultz
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