Internet am Gemeinderand: Ahausen setzt auf LTE

Funk statt VDSL

Funkmasten wie dieser in Sottrum sollen in Ahauser Randbereichen zur Internetanbindung dienen.
 ©Rosemarie Swingle

Ahausen. Wie sind möglichst alle Haushalte der Gemeinde mit Internet zu versorgen? Im Ahauser Rat ist diese Frage in verschiedenen Ausführungen Dauerthema. Jüngst setzten sich die Lokalpolitiker mit der Anbindung der Randgebiete per VDSL auseinander – und entschieden sich mehrheitlich gegen die diskutierte Glasfaserverlegung in die Gebiete „Bockel“, „Auf dem Adel“, bei der Wassermühle und an der Grenze Richtung Hellwege.

Der Grund: zu teuer. Selbst wenn die Gemeinde Mittel aus Fördertöpfen des Landes und des Landkreises nutzt, bleiben die Kosten für den Ahauser Säckel hoch. Neun Wohneinheiten wären per Glasfaser im Bockel anzuschließen, 16 Auf dem Adel und bei der Mühle sowie fünf an der Grenze Richtung Hellwege, erklärte Bürgermeister Claus Kock (CDU). In dieser Reihenfolge liest sich auch die dreiteilige Prioritätenliste in absteigender Reihenfolge, die der Christdemokrat vorstellte. Als problematisch empfand er den Betrag, der dort pro Wohneinheit anfallen würde: 6.366 Euro beziehungsweise 5.674 Euro und 6.133 Euro. „Insgesamt lassen sich die Kosten für die Gemeinde bei rund 178.000 Euro ansetzen. Allerdings sind die Tiefbaupreise im vergangenen Jahr explodiert. Wir können also nicht wissen, ob es bei den Beträgen bleibt“, so Kock. Er erinnerte daran, dass Hellwege bei einer ähnlichen Maßnahme Kosten in Höhe von etwa 400 Euro pro Wohneinheit hatte.

Einen Ausweg – und damit auch eine Abkehr von der Prioritätenliste – suchte der Bürgermeister in einem Kompromiss: Telekommunikationsunternehmen seien demnach dabei, nahegelegene Mobilfunkmasten soweit aufzurüsten, dass sie fast alle genannten Bereiche mit dem Standard 4G abdecken. Lediglich das Gebiet Auf dem Adel bleibe aufgrund der Masten-Reichweite außen vor. Deshalb machte der Bürgermeister den Vorschlag, immerhin diesen Bereich per Glasfaser anzubinden. Die geschätzten Kosten dieses Vorgangs belaufen sich immerhin noch auf rund 60.000 Euro.

Für ebenfalls anwesende Bewohner der Gebiete war die Angelegenheit klar: „Das Internet gewinnt immer mehr an Bedeutung“, fasste einer von ihnen in einem Zwischenruf zusammen. Jörg Küsel (CDU) argumentierte mit anderen technischen Möglichkeiten gegen Kocks Vorschlag. „Experten sagen, die Internetverbindung wird künftig wie in Skandinavien über Satelliten laufen“, warf er ein. Darüber hinaus erschien ihm die hohe Summe mit Blick auf weniger als 30 Wohneinheiten, die davon profitieren, unverhältnismäßig und „schon fragwürdig.“ Maic Hogrefe (CDU) wollte sich zumindest während seines Wortbeitrags nicht festlegen, er zeigte sich hin- und hergerissen: „Das ist eine Entscheidung zwischen Herz und Schmerz“, formulierte er.

Hin- und hergerissen schien auch der eine oder andere im Rahmen der Abstimmung zu sein. Als es um Kocks Antrag ging, lediglich Auf dem Adel mit Glasfaser anzuschließen, endete das Votum in einem ungewöhnlichen Patt: Kock stimmte für seinen Antrag, Küsel dagegen, der Rest der anwesenden Ratsmitglieder enthielt sich. Eigentlich führt laut Niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetz Stimmengleichheit zur Ablehnung, nichtsdestotrotz wiederholte der Rat den Vorgang. Auf Nachfrage erklärt der Bürgermeister, es habe Irritationen und Unklarheiten gegeben, was eine erneute Abstimmung legitimiere. Während dieser gesellte sich auch CDU-Mann Rainer Henke zu den Antragsgegnern, was für ein eindeutiges Ergebnis sorgte: Ablehnung.

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