Gemeinsamer Kandidat ist kein Kandidat mehr

Linne wirft hin

Wolf Linne tritt von seiner Kandidatur für den Posten des Samtgemeindebürgermeisters zurück. Grund dafür ist das Hin und Her um die Unterstützung aus CDU und FDP.
 ©Andreas Schultz

Sottrum. „Grün ist die Hoffnung“, sagt der Volksmund. Doch von ihr schwingt bei der Unterschrift von Wolf Linne wenig mit, denn die grüne Signatur steht am unteren Ende seiner Absage: Der Unterstedter teilt der Verwaltung der Samtgemeinde sowie der Presse mit, dass er nicht mehr für den Posten des Samtgemeindebürgermeisters kandidiert.

„Bereits bei den ersten Gesprächen mit allen im Samtgemeinderat vertretenen Fraktionen im Dezember 2020 habe ich um einen offenen und verlässlichen Umgang als Basis für eine vertrauensvolle und ergebnisorientierte Sachpolitik geworben. Zum jetzigen Zeitpunkt, keine vier Monate später, muss ich feststellen, dass zwei der vier im Samtgemeinderat vertretenen Parteien weder fähig noch bereit sind, offen und verlässlich zu kommunizieren und zu agieren. Vor diesem Hintergrund sind die Voraussetzungen für eine produktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Teilen des potenziellen Samtgemeinderates und mir, als potentiellem Samtgemeindebürgermeister, für die nächsten fünf Jahre nicht gegeben“, schreibt Linne dort. Weiter unten bedankt er sich „für die Unterstützung und Verlässlichkeit der SPD und dem Bündnis 90/Die Grünen.“ Wer keine Erwähnung findet: CDU und FDP.

Was war passiert? Vor wenigen Wochen sprechen sich alle Parteien nach einem gemeinsamen Auswahlprozess für Linne als Kandidat aus. Anfang April schert die FDP jedoch aus: Sie macht bekannt, Robert Abel als eigenen Kandidaten aufzustellen. Kurz darauf zieht die CDU ihre Unterstützung für Linne zurück: Sie müsse aufgrund der neuen Entwicklungen, vor Abel hat auch der amtierende Sottrumer Gemeindedirektor Holger Bahrenburg seine Kandidatur angekündigt, den Mitgliedern erneut die Möglichkeit zur Entscheidung geben. Die zugehörige Versammlung ist – nicht öffentlich – am Donnerstagabend. Dort stellen sich Abel, Bahrenburg und Linne noch einmal vor. Später am gleichen Abend macht Linne seinen Rückzug bekannt – „Auch wenn mir das Wahlergebnis der Mitgliederversammlung der CDU noch nicht bekannt ist, habe ich während dieser Veranstaltung die Entscheidung getroffen, nicht mehr für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters zu kandidieren“, lässt er wissen. Dabei teilt der Vorstand der Sottrumer Christdemokraten am Freitagmorgen mit: Die CDU-Mitglieder haben erneut mehrheitlich für die Unterstützung von Linne votiert. „Mit Bedauern, aber auch mit Verwunderung müssen wir nun den Rückzug von Herrn Linne zur Kenntnis nehmen. Über die weitere Vorgehensweise müssen nun erneut die Gremien der Partei entscheiden“, heißt es in der Pressemeldung aus dem Vorstand.

„Für mich persönlich, für die SPD, aber auch für die Samtgemeinde ist das eine Katastrophe“, sagt Klaus Dreyer, Sprecher der Sozialdemokraten in der Samtgemeinde. Auch Joris Immenhauser drückt im Namen des Grünen-Vorstands Bedauern aus und schiebt nach: „Ich kann aber verstehen, dass der Schlingerkurs der CDU für ihn die Vertrauensbasis einfach zerstört hat.“ Wie es für SPD und Grüne nun weitergeht, da der gemeinsame Kandidat abgesprungen ist, wollen sie am Montag in einer gemeinsamen Sitzung sondieren. Doch Dreyer sieht schon jetzt „keine gute Zukunft“ für die Samtgemeinde, auch die künftige Zusammenarbeit im Rat sei nun vorbelastet. „Es ist einfach nur traurig“.

Wem CDU, SPD und Grüne nun ihre Unterstützung zusichern, ist also offen. Der scheidende Kandidat hingegen sagt: „Herrn Bahrenburg wünsche ich einen erfolgreichen Wahlkampf.“

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