Gemeinde Bötersen löst Baugebiet- und Hortfragen - Von Matthias Daus

Zwist und Einigung

Die Mitglieder des Rates der Gemeinde Bötersen einigten sich auf den Standort für ein neues Baugebiet. Der Schulweg soll erhalten bleiben.
 ©Matthias Daus

Bötersen. Freie Baugrundstücke werden knapp in der Gemeinde Bötersen. Um auch zukünftig Bauland zur Verfügung stellen zu können, brachte der Rat der Gemeinde Bötersen erste Beschlüsse auf den Weg, die als Grundlage für die nachfolgenden Planungsverfahren von großer Bedeutung sind.

Doch bevor der erste Spatenstich erfolgen kann, sind noch viele Hürden zu nehmen. Die erste ist der Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes. Wie dieser im einzelnen funktioniert, darüber informierte Eckhardt Behrens, Bauamtsleiter der Samtgemeinde Sottrum, den Rat. „Im Prinzip werkeln wir hier an Eigentumsrechten herum, das ist eine sensible Angelegenheit“, erläuterte er und fand lobende Worte für die Vorarbeit der Gemeinde Bötersen.

Diese hatte im Vorfeld zwei Gutachten in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen von Lärm- und Geruchsbelästigung auf potenzielle Flächen in den Orten Bötersen und Höperhöfen darzustellen. Im weiteren Verlauf des Verfahrens, so Behrens, wäre mit Sicherheit nach solchen Gutachten gefragt worden. „Den Schritt haben wir dann schon erledigt, das erleichtert die Sache auch ein Stück weit“, sagte er.

Während das Gutachten zur Geruchsimmission bereits auf der letzten Sitzung im September Thema war, kam diesmal die Lärmbelastungssituation zur Sprache – wobei ersichtlich wurde, dass die Auswirkungen vor Ort nicht entscheidend für die Auswahl eines geeigneten Gebietes sind. Die Geruchsimmission hat gravierendere Auswirkungen und so blieben in letzter Konsequenz zwei Gebiete in Bötersen übrig, die sich als mögliche Standorte eignen würden.

Die CDU-Fraktion sprach sich für die Variante aus, die an das bestehende Gebiet „Auf dem Kamp“ anschließen und bis zur Grundschule führen würde. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass ein 20 Meter breiter Streifen bis zu den dort vorhandenen Sportplätzen unbebaut bleiben muss, um die Vorgaben zur erlaubten Lärmbelastung erfüllen zu können. Als weiteren Vorteil führten die Christdemokraten ins Feld, dass das Land der Gemeinde gehört und es somit keine ungeklärten Fragen zu den Eigentumsverhältnissen gibt.

Die SPD-Fraktion favorisierte die Variante eines Gebietes, das an den alten Kirchweg anschließt. Da es aber für das Genehmigungsverfahren von größerer Bedeutung ist, dass die Gemeinde bereits in den Anfängen mit großer Einigkeit auftritt, zogen sich die Sozialdemokraten für eine kurze Beratung zurück, um dann den Vorschlag der Christdemokraten mitzutragen – allerdings mit der Vorgabe, dass der bisherige Schulweg auch später erhalten bleiben solle.

Unstrittig hingegen waren die zwei möglichen Gebiete in Höperhöfen, die man auch beide beantragen wird. Ob dann letztendlich gegenüber vom Höperhus oder aber an der Straße Richtung Mulmshorn Bauland ausgewiesen werden kann, darüber wird später entschieden. Bürgermeister Hermann Holsten bedankte sich für die einstimmige Entscheidung.

Diese Einigkeit hatte er in der Sitzung im September vermisst. Damals gab es heftige Diskussionen darüber, ob das alte Lehrerhaus an der Grundschule für eine Hortbetreuung umgebaut werden könne. Ein Disput, der mit unerwarteten Detailfragen aus der SPD-Fraktion begann. Da man seinerzeit keine Einigung erzielen konnte, musste das Thema noch einmal auf die Agenda und ein Beschluss erwirkt werden, dass die Planungsarbeiten weitergeführt werden können. In der Zeit zwischen den Sitzungen gab es einen Vor-Ort-Termin, bei dem die Ratsmitglieder Details klärten.

Dennoch: Der Stachel der harten Debatte sitzt tief und so machte Bürgermeister Holsten seinem Unmut Luft, indem er seine Sicht der Dinge schilderte und betonte, dass er sich auch persönlich angegangen gefühlt hatte. „Ich habe viel investiert, um hier etwas für die Gemeinde auf den Weg zu bringen und war mehr als verwundert, welch schwere Geschütze aufgefahren wurden“, sagte er. Eine Art und Weise, die ein Novum in seiner Zeit als Bürgermeister darstellte.

Für die SPD antwortete Ilse Behrens, die zwar Fehler in der Art der Vorgehensweise einräumte, aber dennoch darauf hinwies, dass die fraglichen Punkte einfach zu wichtig gewesen seien.

Doch inzwischen ist alles geklärt: Schlussendlich einigten sich die Mitglieder darauf, die Planungen weiter zu führen.

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