Gebrauchter Kesselwagen schließt Löschwasserlücke

Lösung für den Mangel

Der Kesselwagen hilft der Feuerwehr Hellwege bei der Wasserversorgung in Gebieten, wo Löschwasser sonst schwer oder nur auf langem Wege zu bekommen ist.
 ©Feuerwehr

Hellwege (er). Als der Hellweger Landwirt Sören Lohmann seinem Ortsbrandmeister einen gebrauchten Kesselwaggonaufbau anbot, zeigte sich eine Lösung für ein Problem auf, an dem die Bundeswehr zusammen mit der Feuerwehr Hellwege schon eine Weile tüftelte.

Lohmann ist selbst aktives Feuerwehrmitglied in Hellwege. Aber das sein Angebot derart willkommen war, konnte er nicht ahnen. Der 55 Kubikmeter fassende ehemalige Kesselwaggon hatte bei ihm ausgedient und stand zur Verschrottung an. Hellweges Ortsbrandmeister sprang auf das Angebot an und wollte den Behälter am liebsten in der Nähe des Standortübungsplatzes stationieren. Dort, aber auch um dieses Gelände herum, war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Vegetationsbränden gekommen. „Die Wasserversorgung ist im Bereich südlich von Hellwege für die Feuerwehren nicht einfach“, erklärt der Ortsbrandmeister. Natürliche Entnahmestellen stünden so gut wie gar nicht zur Verfügung. Auch die Bundeswehr hat schon in zahlreichen Probebohrungen feststellen müssen, dass es nur wenige Stellen gibt, an denen Bohrbrunnen ausreichend Löschwasser fördern würden. Lediglich einen konnte die Bundeswehr in dem weitläufigen Gelände zuletzt installieren.

Eine weitere Entnahmemöglichkeit bietet ein Hydrant auf dem Gelände. „Für einen ausgedehnten Vegetationsbrand war das immer noch recht knapp. Und wollte man den Behälter außerhalb des Standortübungsplatzes aufstellen, hätte man das nur mithilfe kommunaler Gelder machen können“, so Robin.

Die Bundeswehr bot die Zusammenarbeit bei der Verbesserung der Löschwasserversorgung an und so schlug der Stabsfeldwebel Martin Andert, unter anderem verantwortlich für die Bundeswehrliegenschaft in Hellwege, nach kurzem Überlegen zu.

Flugs brachte die Feuerwehr den Behälter an den zukünftigen Standort, den man gemeinsam festgelegt hatte. Die Bundeswehr übernahm die Vorarbeiten, Schweiß-, Brenn- und Schneidarbeiten wurden selbst ausgeführt, die benötigten Armaturen beschaffte ebenfalls das Bundeswehrdienstleistungszentrum. Bernd Schumann leitete und koordinierte die Abläufe für das Bundeswehrdienstleistungszentrum und packte kräftig mit an. Sobald eine Brandgefahr bei den Arbeiten auf der trockenen Wiese absehbar war, nahm er die Feuerwehr Hellwege sofort wieder mit ins Boot. Schließlich spülte die Feuerwehr noch vorhandenen Sand aus dem sonst sauberen Behälter und befüllte das neue Löschwasserreveroir mit 55.000 Litern Wasser, das man aus dem Bohrbrunnen in rund einem Kilometer Entfernung entnahm. Für die in der Samtgemeinde Sottrum vorhandenen Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren sind 55 Kubikmeter Löschwasser immerhin wenigstens 22 Fahrzeugfüllungen. „Jedes wasserführende Fahrzeug in der Samtgemeinde Sottrum, aber nötigenfalls auch aus dem Landkreis Verden, kann im Einsatzfall schnell und einfach Löschwasser aus dem Behälter entnehmen. So sind kurze Wege zur Brandstelle und damit eine hohe Wasserverfügbarkeit in einem Gelände gewährleistet, das uns zuvor häufiger Kummer gemacht hat. Und die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und dem Dienstleistungszentrum der Bundeswehr in Rotenburg hat hervorragendgeklappt. Gemeinsam wurde mit viel Engagement eine Lösung geschaffen, die für alle Beteiligten hilfreich ist“, so der Ortsbrandmeister erfreut. „Schlussendlich können alle Beteiligten sehr zufrieden auf ein Projekt blicken, wie es so wohl nur selten gelingt. Ein privater Spender ermöglicht der Bundeswehr eine große Löschwasserredundanz und für die Feuerwehren eine schnell verfügbare Quelle mit sicherer Leistung.“

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