Franz Brettmann ist Maler aus Leidenschaft - Von Antje Holsten-Körner

Der Aquarell-Autodidakt

Ilse und Franz Brettmann blättern im Werkekatalog des Künstlers. Seit 1952 sind sie verheiratet.
 ©Antje Holsten-Körner

Sottrum. Davon träumt wohl jeder Künstler: Gleich seine ersten beiden mit Öl auf Leinwand gebrachten Bilder verkaufte der Sottrumer Franz Brettmann fast direkt von der Staffelei. „Das war damals in den 1970er Jahren beim Österreich-Urlaub am Wörthersee“, erinnert sich Brettmann, Jahrgang 1928. Hintergrund des Geschäfts: Der Pensionswirt hatte seinen Gast gebeten, das Haus zu malen.

Trotzdem blieb der Kaufmann, der sich schon in der Schule für die Malerei interessierte, dies aber aus den Augen verloren hatte, auf dem Teppich. Zwar nahm er seitdem immer wieder den Pinsel in die Hand, widmete sich aber hauptsächlich seinen Aufgaben in Beruf und Familie.

Dazu gehörte auch das Engagement als Bürgermeister der Gemeinde Sottrum von 1974 bis 1991. Während er in den 1970er und 80er Jahren Öl bevorzugte, entdeckte Brettmann 2000 seine Liebe zur Aquarellmalerei. „Mir wurde gesagt, dass es nicht einfach wäre“, so der 90-Jährige. Er empfand dies aber nie so, sondern eignete sich als Autodidakt immer mehr Fertigkeiten an.

Zu seinen Lieblingsmotiven zählen Kopien der Werke der Impressionisten wie Claude Monet, Max Liebermann, Édouard Manet & Co. Auch bei eigenen Motiven wählt er gerne den Impressionismus. Da auch heute der Senior fast täglich mehr als zwei Stunden zum Pinsel greift, summiert sich die Anzahl der Brettmannschen Bilder inzwischen auf 823 – alles katalogisiert in vier DIN-A4-Ordnern.

Seit 2000 ließ der Künstler alle Bilder auf Fotos in Postkartengröße abziehen. Trotz seiner 90 Lenze profitierte der Hobbykünstler bei der Malerei von der modernen Technik. „Ich möchte den PC nicht missen“, sagt Brettmann, der gerne per E-Mail kommuniziert und für ihn interessante Dinge im Internet recherchiert. So zieht der Senior gerne Konturen als Vorlagen von Motiven aus dem Netz, die er später im Format 36 x 48 Zentimeter mit Aquarellfarben malt.

Beim Verkauf der ersten beiden Bilder in Österreich ist es natürlich nicht geblieben. „Der Künstler freut sich“, scherzt Brettmann, dem aber die Anerkennung für seine Arbeit deutlich wichtiger ist.

Wer sich seine Werke anschauen möchte, hat im März in Rotenburg im Haake-Meyer die Gelegenheit dazu. Weitere Termine sind Pfingsten in der Wassermühle Stuckenborstel, beim Markt an der Wieste in Sottrum (1. und 2. Juni) und beim Kräutertag in Horstedt (16. Juni).

Die Malerei ist übrigens nicht sein einziges Talent: So brachte er sich neben seinem Handelsschul-Englisch 1974 innerhalb eines Jahres im Eigenstudium Französisch bei. Dafür gab es sogar schon Wertschätzung aus berufenem Mund. „In Sottrums Partnergemeinde Sauveterre, wo ich damals als Delegationsleiter fungierte, setzte ich mich so oft wie möglich zu den Franzosen“, erzählt er und erinnert sich an einen Bürgermeisterkollegen, der ihn für seine „exzellente Aussprache“ lobte. Außerdem spielt Brettmann – von 1992 bis 2008 in einem Rotenburger Orchester und seit 2011 im Shanty Chor Oyten – das Akkordeon.

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