Einsatzkräfte verhindern Unfall-Traumata mit Stofftieren - Von Antje Holsten-Körner

Ersthelfer aus Plüsch

Den Freiwilligen Feuerwehren aus Hassendorf, Sottrum und Sottrum stehen jetzt Teddys zur Verteilung an junge Unfallopfer zur Verfügung. Sven Peter (von links), Michael Kück, Gemeindebrandmeister Björn Becker, Frank Lehmann und Jasmin Reiß mit Mia freuen sich darüber.
 ©Antje Holsten-Körner

Sottrum. Wenn in Zukunft die Freiwilligen Feuerwehren aus Sottrum, Stuckenborstel und Hassendorf zu ihren Einsätzen ausrücken, wird jeweils ein weiterer Passagier an Bord sein: Die drei Wehren haben nämlich von der Deutschen Teddy-Stiftung insgesamt 24 Kuscheltiere erhalten, die in Notlagen, wie beispielsweise Unfälle, an kleine Kinder verteilt werden sollen.

Ursprünglich hatten Jasmin und Christian Reiß den Kontakt der Stiftung zur Freiwilligen Feuerwehr Stuckenborstel hergestellt. Ihr Engagement hat einen ernsten Hintergrund: Bei einem Unfall auf der Autobahn im Jahr 2015 war ihre Tochter, damals anderthalb Jahre alt, an Bord gewesen: „Mia bekam von den Einsatzkräften einen solchen Teddy geschenkt“, erzählt Jasmin Reiß, die durch technische Probleme die Kontrolle über den Wagen verloren hatte. Mutter und Tochter hatten Glück im Unglück: Es blieb bei Sachschäden. Obwohl der Unfall inzwischen vier Jahre zurückliegt, gehört der Teddy immer noch zu Mias Begleitern.

„Durch die kostenlose Übergabe eines Kuscheltieres sollen die Kinder in einer Notsituation abgelenkt werden. Das negative Erlebnis, zum Beispiel eine schmerzhafte Verletzung oder gar der Verlust eines Elternteils soll durch diese positive Handlung überlagert werden, um eine Traumatisierung zuverhindern“, heißt es erklärend von der Stiftung. Die Überlagerung des negativen Ereignisses wirke „wie Medizin“, so die vereinfachte Darstellung.

Tatsächlich hat der Einsatz des kleinen braunen Helfers bereits vielfach auf diese Weise geholfen: Laut Stiftung linderte der kuschelige Meister Petz im Plüschformat zum Beispiel beim Zugunglück von Eschede Leid, und auch jungen Kosovo-Flüchtlingen half er beim Vergessen. Das Elbhochwasser von 2002 und die Weihnachtsflut in Südostasien 2004 boten weitere Anlässe für große Verteilaktionen, so die Stiftung – mit Erfolg: „Dieser Teddybär eroberte bislang alle Kinderherzen!“

Mit den 24 Stofftieren, die jetzt im Paket in Stuckenborstel ankamen, war Frank Lehmann zunächst überfordert. „In meiner Amtszeit hatten wir glücklicherweise noch nicht so viele Unfälle, an denen Kinder beteiligt waren“, so der Ortsbrandmeister aus Stuckenborstel. Daher holte er die Wehren aus Sottrum und Hassendorf sowie den Gemeindebrandmeister Björn Becker mit ins Boot. So stehen jeweils sechs Teddys zur Verfügung, die helfen sollen, das Erlebte für die Mädchen und Jungen ohne Traumatisierung zu überstehen. In der Wiestegemeinde gab es vor rund 20 Jahren bereits eine ähnliche Aktion. „Das war noch vor Social Media“, so Björn Becker. Woher damals die Teddybären, die verteilt werden durften, stammen, erinnern sich die Ortsbrandmeister nicht mehr. „Wir hoffen, dass es lange dauert, bis die Teddys aufgebraucht sind“, meint Hassendorfs Ortsbrandmeister Sven Peter.

Die Aktivitäten der gemeinnützigen und ehrenamtlich tätigen Deutschen Teddy-Stiftung finanizieren Spender durch Zuwendungen. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann Geld auf das Konto der Einrichtung (IBAN DE54 2855 0000 0001 0820 07, BIC BRDLADER21LER) überweisen.

Weitere Infos zur Teddy-Stiftung finden Interessierte auf der Internetseite www.deutsche-teddy-stiftung.de.

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