Ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer dringend gesucht

Bürgerbus schlägt Alarm

Fahrdienstleiter Jürgen Lappöhn auf Tour. Er sucht dringend Leute, denn langsam wird die Personaldecke knapp beim Bürgerbusverein. Foto: Daus
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VON MATTHIAS DAUS UND MATTHIAS RÖHRS

„Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt Sottrums Bürgerbus-Chef. Der Verein sucht dringend Fahrer. Kommen nicht bald neue Ehrenamtler dazu, wird der Bürgerbus wohl Fahrten streichen müssen.

Sottrum – Inmitten alter Trecker und Autos wirkt der Sottrumer Bürgerbus an diesem Sonntagnachmittag etwas deplatziert. Immerhin hat der kleine Bus nur wenig mit den Oldtimern und ihren Fahrern, die sich hier in Höperhöfen treffen, zu tun. Und trotzdem ist Fahrdienstleiter Jürgen Lappöhn gekommen – nicht, um zu fachsimpeln, sondern um Werbung in eigener Sache zu machen. Denn der Verein ist in der Bredouille, weil es an Personal fehlt. Der Vorsitzende des Sottrumer Bürgerbusvereins, Friedhelm Brüns, sagt: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand.“ Der Mangel an ehrenamtlichen Fahrern sei mittlerweile gravierend genug, dass man sich bereits Gedanken mache, Fahrten zu kürzen.

„Um einen lückenlosen Fahrbetrieb aufrecht erhalten zu können, benötigen wir rund 20 bis 24 Fahrer“, erläutert Jürgen Lappöhn, „momentan kommen wir aber nur auf 13 Personen, die diesen Fahrdienst ehrenamtlich übernehmen.“ Fahrgäste habe man genügend, so der Fahrdienstleiter. Er betont, dass hierbei die Zahlen momentan sogar noch ansteigen würden.

„Wir suchen händeringend Leute, ansonsten würde im ungünstigsten Fall der Fahrplan mit Beginn des nächsten Jahres ausgedünnt werden. Wir müssten dann einen Tag streichen – und das will nun wirklich niemand“, so der Bötersener. Vorsitzender Brüns konkretisiert: Es geht um den Mittwoch. Streiche man den, wie es schon früher einmal passiert ist, aus dem Fahrplan, könnte man zwei Schichten sparen.

Es ist eine schwere Entscheidung. Zwar arbeitet der Bürgerbusverein ehrenamtlich, Brüns ist aber anzuhören, dass man gegenüber den Fahrgästen ein großes Pflichtbewusstsein verspürt. Streiche man einen Tag, leide die Zuverlässigkeit. Und der Ruf, unzuverlässig zu sein, kann für ein Verkehrsangebot wie Gift sein. Auch intern, denn immer wieder müssten Fahrdienste kurzfristig umbesetzt werden. Mit wenigen Leuten ist das natürlich schwieriger.

Deswegen nutzte der Verein Veranstaltungen wie in Höperhöfen, um möglichst vielen Leuten sein Anliegen näher bringen und vielleicht den einen oder anderen auf den Gedanken zu bringen, dem Verein als Fahrer beizutreten. Mitmachen könne im Prinzip jeder, der einen Führerschein der Klasse B besitzt, ein polizeiliches Führungszeugnis habe und unter anderem einen medizinischen Test zum Erwerb eines Personenbeförderungsscheins mache. „Die Kosten, die dadurch entstehen, übernimmt selbstverständlich der Verein“, betont Fahrdienstleiter Lappöhn. Die Anzahl der Fahreinsätze wird individuell abgestimmt und die maximalen Fahrzeiten betragen dabei bis zu 4,5 Stunden.

Brüns betont, dass man nicht jede Woche eine Schicht übernehmen muss, sollte man dem Fahrdienst beitreten. Auch, wer nur einmal monatlich kann, sei gern gesehener Fahrer. Er versuche, das Ehrenamt möglichst attraktiv zu machen. So bietet der Verein mittlerweile auch Fahrsicherheitstrainings an – um ein Beispiel zu nennen. Die Entlastung sei dringend nötig. Die 13 verbliebenen Fahrer sind laut Brüns bereits am Limit. „Nicht, weil man keine Lust hat, sondern weil man keine Zeit hat.“ Eigentlich, so hat es sich der Verein einmal ausgedacht, sollte jeder Fahrer nur zwei Mal im Monat ranmüssen. In der Realität sind es beim Sottrumer Bürgerbus teilweise sogar sechs bis sieben Schichten.

Auch wer lediglich ein- oder zweimal monatlich einzusetzen wäre, ist willkommen, sagt Lappöhn. Ob sich diese Form der Öffentlichkeitsarbeit wie in Höperhöfen für den Verein auszahlt, indem das Team die notwendige Verstärkung bekommt, wird sich zeigen. Zu wünschen ist es ihm auf jeden Fall, denn der Bürgerbus ist eine wichtige Institution für die Mobilität auf dem Land.

Kontakt

Wer am Fahrdienst beim Bürgerbus-Verein interessiert ist, kann sich telefonisch unter 01577 / 6978717 mit Friedhelm Brüns in Verbindung setzen.

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