Das Lübecker Gitarrenorchester gastiert im Huk in Hellwege

Tangoverliebte Wippfüße

Torsten Ratzkowski und das Lübecker Gitarrenensemble begeisterten mit stimmungsvollen Stücken im Heimat- und Kulturhaus.
 ©Wilfried Adelmann

Hellwege. Mit dem Prélude aus „Te Deum“ von M. A. Charpentier, besser bekannt als die „Eurovisionshymne“, begannen zehn Gitarren und ein Dirigent ein Matineekonzert im Huk in Hellwege. Die Instrumente vom Lübecker Gitarrenorchester, unter der Leitung und dem Dirigat von Torsten Ratzkowski, spielten diese wohlbekannte Melodie und stimmten die zahlreichen Gäste auf leise, zarte Klänge ein.

Das Orchester war von der Ostsee gekommen, um ein Benefizkonzert für die Sottrumer Tafel zu geben. Mit Stücken quer durch die Musikgeschichte brachten die Amateure die laue Morgenstimmung des Tages gut herüber.

„Einmal die Woche, für zwei Stunden wird geprobt“, so Ratzkowski, der Leiter des Ensembles, das er 1982 gegründet hat. Er arrangiert alle Stücke und steuert auch einige Musiken aus eigener Feder bei, wenn sich die Gitarristen im Halbkreis niedersetzen und mit der Unterstützung einer akustischen Bassgitarre anfangen zupfend, sanft mit der Hand streichend und auch mal vehement den Rhythmus schlagend, einen Klang zu produzieren. Dieser ist nicht laut und aufdringlich, sondern zartbesaitet. Die Gäste des Konzerts mussten sehr still sein, um die verschiedenen Klangmodulationen, welche die Gitarrenholzkörper von sich geben, zu unterscheiden. Melodie, Rhythmus und untergründige Basstöne von zehn Instrumentalisten in Harmonie und als gemeinsamen Klangkörper dem Publikum darzubieten, ist nicht immer leicht, und so mischten sich auch mal fremde Klänge in die Melodien. So manches Stück, wie zum Beispiel der Spanische Tanz Nr. 3, von Enrique Granados, kam etwas träge daher und hemmte die Entwicklung einer feurigen Atmosphäre, wie sie für die spanische Halbinsel typisch wäre. Anders die Tangostücke, auf die sich das Orchester mehr spezialisiert hat. Beim Tango „O Donna Clara“ von Jan Petersburski oder „Guitar Tango“ von Jerry Lordan, kam die richtige Stimmung auf und so manchen Tänzern zuckten die Beine, die gerne einen flotten Tango auf das Parkett gelegt hätten. Wie Ratzkowski im Rahmen seiner Moderationen erwähnte, kommt dies in einigen Konzerten, mit der Betonung auf die Tangomusik, auch vor und trotz der geringen Akustikstärke eines Gitarrenorchesters wirbelten schon zahlreiche Tangopaare durch die bespielten Säle. Dass so etwas möglich ist, verdankt die Gruppe in erster Linie ihrem Dirigenten, der die Fähigkeiten der Mitspieler optimal zu nutzen weiß. Ratzowski studierte in Braunschweig und Lübeck und hat unter anderem in den USA, Mexiko, Indien, Frankreich, den baltischen Staaten schon Konzerte gegeben und spielte darüber hinaus bereits vor dem dänischen Königshaus. Und so wundert es nicht, dass das Publikum die Spendenhüte, die in der Pause herumgingen, bereitwillig füllten und nun ein Betrag von 365 Euro der Sottrumer Tafel zukommt. Mit dem Lied „So ist die Liebe“ als Zugabe verabschiedete sich das Orchester der leisen Gitarrenklänge aus dem Huk und setzte einen passenden Schlusspunkt für ein erfolgreiches Konzert unter der Regie der Kulturinitiative Sottrum.

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