Bundesvorsitzender in Sottrum

Habeck ist kein Groko-Fan

Robert Habeck sorgte bei der Vortragsveranstaltung der Grünen des Landkreises Rotenburg für volles Haus.
 ©Rotenburger Rundschau

Sottrum (r/as). Stühle für die letzten freien Stellen im Saal: Das Interesse an dem Frühjahrsempfang der Kreis-Grünen mit Robert Habeck war groß. Etwa 200 Neugierige fanden sich im Sottrumer Gasthaus Röhrs ein, um dem neuen Bundesvorsitzende der Grünen und noch stellvertretenden Ministerpräsidenten Schleswig Holsteins zu lauschen und mit ihm ins Gespräch zu kommen.

Es wurde thematisch vielfältig. Habeck bezog an diesem Abend zu vielen verschiedenen Themen Stellung. Nach einer kurzen Darstellung seines persönlichen Werdegangs (Dorfkindheit, frühe Vaterschaft, drei Kinder, Elternzeit, schriftstellerische Tätigkeit) wurden soziale Themen wie Hartz IV, Altersarmut und das von ihm betonte großartige ehrenamtliche Engagement der Tafeln in Deutschland ausführlich angesprochen. Auch die großen Herausforderungen einer mehr und mehr digitalisierten Gesellschaft wurden zum Thema – kein Wunder hatte Habeck als zuständiger Minister laufend damit zu tun. „Auch als Kieler Landwirtschaftsminister hat Habeck fruchtbare Erfahrungen mit Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren gemacht, mit dem Ziel, entgegengesetzten Ansichten dank gegenseitiger Kompromisse auf dem Feld der Praxis zu vereinbaren“, heißt es in der Pressemitteilung der Grünen zur Veranstaltung. „So auch die Aufhebung der Praxis der zwei Lager, Fundis und Realos, die jahrzehntelang die politische Arbeit in Berlin beschwerend begleitet hat – ein Update, das er mit zu verantworten hat.“

Deutliche Kritik fand der 48-jährige an der erneuten Bildung der Großen Koalition auf Bundesebene. Die Groko sieht er als Notlösung: „Es ist nicht vorgesehen, immer weiter zu regieren. Irgendwann hört man auf, sich selbst zu hinterfragen“, so der Bundespolitiker. Er bedauere die verpasste Chance einer Jamaika-Regierung. Mit Blick auf Christian Lindners Jamaika-Absage hält er es für ein politisches Problem, dass Parteien nur über Parteien nachdenken und nicht über neue, von der Gesellschaft an die Politik gestellten Forderungen. „Auch vor Jahren Beschlossenes müsse in der sich immer schneller wandelnden Gesellschaft infrage gestellt werden, findet Habeck und zeigt bei all diesen Themen, dass Leidenschaft und Vernunft Hand in Hand gehen können“, fassen die Grünen zusammen. „Eine Leidenschaft für vernünftige Lösungen, die richtungsweisend für die Zukunft gelten könnten.“

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Andreas Schultz Andreas Schultz
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