Auszeichnungen für Herbert Cordes, Hans-Jürgen Krahn und Friederike Paar

Langlauf statt Sprint

Holger Bahrenburg (r.) überreicht die Urkunden an Heinz-Wilhelm Oetjen (v.l.), Friederike Paar, Hans-Jürgen Krahn, Friederike Vogel und Hans-Jürgen Brandt.
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Sottrum – „Wir waren Revoluzzer und Hoffnungsträger“, sagen Hans-Jürgen Krahn und Herbert Cordes über sich und ihren Start in der Lokalpolitik. Heute hat Cordes seine letzte Wahlperiode hinter sich und Krahn zählt mittlerweile eher zu den „alten Hasen“ des Sottrumer Ratsmilieus. Beide haben, wie auch Friederike Paar, 20 Jahre Mitgliedschaft im Samtgemeinderat vollgemacht. Alle drei als Teil der CDU-Fraktion. Als Anerkennung für dieses jahrzehntelange Engagement gibt es nun eine Urkunde vom Städte- und Gemeindebund.

„2001 gab es einen Generationswechsel“, erinnert sich Cordes, der vor seiner Zeit im Sottrumer Kommunalparlament bereits dem Reeßumer Gemeinderat angehörte. Für ihn war das Thema Schule damals der Einstieg in die Lokalpolitik gewesen. „Das ist bei vielen so – Schule und Feuerwehr“, weiß auch Krahn. „Und wenn man mehr bewegen will, geht das nur auf Samtgemeindeebene.“ Das war auch bei Paar so: „Ich war Elternratsvorsitzende, und weil ich meine Klappe nicht halten konnte, bin ich aufgefallen“, bemerkt sie mit einem Lachen.

Dabei haben alle drei immer wieder gemerkt, dass Schulpolitik einen zentralen Punkt in der Samtgemeinde einnimmt: „Das zeigte sich vor allem, als wir damals im Landkreis die Einrichtung des Gymnasiums durchgesetzt haben. Das war schon eine Herausforderung“, so Cordes. Eine Herausforderung ist dieses Thema für Samtgemeindebürgermeister Holger Bahrenburg nach wie vor: „Es hat sich in den Familien und gesellschaftlich viel verändert. Und dann muss man einfach anders arbeiten.“ Für Krahn waren die Debatten aus heutiger Sicht „interessante Zeiten“: „Da haben wir als Samtgemeinderat gemeinsam und über die Fraktionen hinweg viel bewegt. Eine Erfahrung, die die drei Lokalpolitiker machen mussten, war auch diese: Selbst wenn der Einstieg in die Lokalpolitik tatsächlich über die Feuerwehr oder Engagement im Elternbeirat einer Schule gelaufen ist, „kann man sich nicht nur auf ein Thema konzentrieren“, weiß der Sottrumer Krahn heute. „Man trägt alles für fünf Jahre, also eine Wahlperiode mit.“

Die größere Herausforderung im Vergleich zur ersten Wahl ist dabei allerdings die Wiederwahl. „Da gibt es dann nämlich das Zeugnis für die Jahre davor, und natürlich hinterfrage ich mich dann auch“, erklärt Krahn.

Ganz einfach ist der Einstieg nach dem ersten Wahlsieg nicht: „Bei mir waren es erst einmal drei Jahre, die ich lernen musste“, erinnert sich Cordes. „Irgendwann war es Routine. Dabei lernt man viel, auch für die eigene Lebenserfahrung. Man sieht Zusammenhänge einfach anders.“ Das empfindet auch Paar so: „Jeder hat natürlich die Themen, für die er Feuer und Flamme ist. Irgendwann kann man die Abläufe – und lernt auch, dass es von den ersten Beratungen bis zur Umsetzung auch mal fünf Jahre dauern kann.“ Anfangsidealismus, so nennt es Krahn. „Dann landet man erst einmal auf dem Boden und man holt sich auch mal eine blutige Nase. Auf der anderen Seite sind da die Menschen, die man im Laufe der Zeit kennenlernt.“

Krahn und Paar sind bereits mittendrin in einer weiteren Wahlperiode, und so ganz wird das Thema Cordes auch noch nicht loslassen, denn immerhin stand er bei der Kommunalwahl im September 2021 noch zur Wahl und steht nun für ein direkt gewähltes Mitglied der CDU-Samtgemeinderatsfraktion als Nachrücker an erster Stelle.

„Es gibt immer wieder Sachen, wo ich mir sage: Dafür hat es sich gelohnt, sich wieder aufstellen zu lassen“, so Paar. Krahn betont, er wolle die Zeit nicht missen, aber er weiß auch: „Gewählt werden ist das eine, dann die Ratsarbeit das andere. Das ist kein Sprint, sondern ein Langlauf.“

nin

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