Waldkindergarten auf Klostergut: Ausschuss berät Zuschuss

„Brauchen jede Einrichtung“

Auf dem Gelände des Klostergutes Burgsittensen soll ein Naturkindergarten entstehen.
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Sittensen (mey). Ein Waldkindergarten ist auf dem Gelände des Klostergutes Burgsittensen geplant – in Trägerschaft der Genossenschaft Kita Natura. 15 Betreuungsplätze sind vorgesehen. Der Betrieb soll zum neuen Kindergartenjahr am 1. August beginnen – sofern alle betriebs- und baurechtlichen Vorgaben erfüllt sind.

Anne-Marie Muhs vom Vorstand und Hannah Wedemeyer vom Klostergut hatten das Projekt bereits im Januar in einer gemeinsamen Sitzung des Sozial- und Planungsausschusses der Samtgemeinde vorgestellt. Dort war das Vorhaben insgesamt begrüßt worden. Es war indes noch die Rede von einem Bauernhofkindergarten. „Per Gesetz sind solche Einrichtungen in Niedersachsen nicht möglich“, erklärte Stefan Miesner, allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, während der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses, in der das Thema erneut zur Beratung kam.

Der Samtgemeinde liegt ein Antrag von der Genossenschaft auf Förderung der Investitionskosten vor, die sich auf rund 58.750 Euro belaufen. Ein Großteil (49.450 Euro) entfällt auf das anzuschaffende Tannhäuschen, eine mobile, rund 28 Quadratmeter große Naturholz-Hütte, sowie deren Ausstattung. Die weiteren Kosten beziehen sich auf die Gestaltung des Außengeländes sowie auf die Einzäunung, Pforte mit Sicherungsschloss und eine Wickelvorrichtung.

Laut Miesner habe die Klosterkammer einen Zuschuss von 20.000 Euro in Aussicht gestellt. Bleibt ein Defizit von 38.750 Euro. Er erläuterte, dass sich am Konzept des geplanten Naturkindergartens gegenüber der ersten Vorstellung nichts geändert habe: „Die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren werden in die Abläufe des landwirtschaftlichen Betriebes eingebunden und helfen aktiv mit und sollen ein Bewusstsein für den Ursprung der Lebensmittel entwickeln.“ Grundsätzlich steht das Gremium dem Projekt nach wie vor wohlwollend gegenüber, zumal Betreuungsplätze in der Börde knapp sind. „Wir können heilfroh sein über jede Einrichtung, die wir haben. Allerdings drängt die Zeit, wenn der Naturkindergarten zum neuen Kindergartenjahr realisiert werden soll“, verdeutlichte Diedrich Höyns. Er plädierte dafür, dass die Samtgemeinde eine Anschubfinanzierung gibt und stellte eine Summe von 30.000 Euro in den Raum.

Es entstand eine Diskussion zu einer möglichen Kostenbeteiligung der Gemeinde Tiste. Miesner teilte mit, dass sich der Gemeinderat gegen eine finanzielle Unterstützung ausgesprochen habe. „Das ist sehr schade, zumal es sich um eine besondere Einrichtung handelt, die dazu beiträgt, die Vielfalt der Betreuungsmöglichkeiten zu unterstützen. Man sollte versuchen, die Gemeinde doch mit ins Boot zu holen, so wie auch die Gemeinde Hamersen ihren Kindergarten unterstützt.“

Herbert Osterloh zitierte Samtgemeindebürgermeister Stefan Tiemann, der sich gegen einen Investitionszuschuss und für einen jährlichen Zuschuss zu den laufenden Betriebskosten ausgesprochen habe, so wie es bei der Hamerser Einrichtung gehandhabt werde. Das gebiete die Gleichbehandlung. Die Summe beläuft sich auf maximal 7.500 Euro. Auf Nachfrage erklärt der Bürgermeister der Gemeinde Tiste, Stefan Behrens, dass das Thema lediglich im Verwaltungsausschuss zur Sprache gekommen sei. „Uns liegt kein offizieller Antrag auf Bezuschussung vor. Wir sehen zunächst die Samtgemeinde in der Pflicht, da sie auch für die Kindergärten zuständig ist. Sofern an uns konkret eine Anfrage gestellt wird, können wir nochmals darüber beraten.“ Die Kinderbetreuung sei sehr wohl originäre Aufgabe der Gemeinden, verdeutlichte Miesner. Dass die Samtgemeinde die Trägerschaft von Einrichtungen übernommen habe, finde ihren Ursprung in Sittensen, wo zunächst die Gemeinde die Kindergärten betrieben habe, dann die Trägerschaft auf Antrag an die Samtgemeinde übertragen habe. Genauso sei das in Klein Meckelsen und Wohnste geplant.

Lars Kamphausen vermochte eine Bezuschussung nicht zu befürworten, da noch nicht klar sei, ob der Betrieb kostendeckend geführt werden könne. Er forderte ein detailliertes Konzept für die Finanzierung. Auch müsse klar sein, wer zur Genossenschaft gehöre und wer vom Gewinn partizipiere.

Christiane Dammann verwies auf den erfolgreich und professionell durchgeführten Betrieb von Naturkindergärten durch die Genossenschaft. Gleichwohl schloss sie sich der Forderung nach einer genauen Zahlenaufstellung an. Höyns bekräftigte seine Meinung nach einer Anschubfinanzierung, die jährlichen Zuschuss nicht ausschließe.

Die Verwaltung bekam den Auftrag, ein Finanzierungskonzept von der Genossenschaft einzufordern, danach soll im Samtgemeinderat über einen Investitionszuschuss beraten werden.

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