Umfangreiche Baumpflegearbeiten auf dem Klostergut

So schonend wie möglich

Friederike Bock, zuständige Dezernentin der Klosterkammer (von links), Clemens Heidger, Hannah Wedemeyer vom Klostergut-Team freue sich über die gelungene Arbeit. Fotos: Heidrun Meyer
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Burgsittensen. Sehr geräuschvoll ging es vor Kurzem auf dem Klostergut Burgsittensen zu: Die Klosterkammer Hannover ließ umfangreiche Pflegemaßnahmen durchführen. Dazu gehörten das Entfernen von Totholz, das Beschneiden von Baumkronen und das Fällen von rund 25 umsturzgefährdeten sowie stark geschädigten Bäumen. „Der Park ist ein bedeutendes Einzeldenkmal. Daher muss zur Verkehrssicherung und Wiederherstellung der ursprünglichen Struktur der Parkanlage viel getan werden“, erläuterte Friederike Bock, zuständige Dezernentin der Klosterkammer aus der Abteilung Liegenschaften.

Mit der Maßnahme kommt die Klosterkammer Hannover als Eigentümerin der verpachteten Anlage, und damit für deren Erhalt verantwortlich, ihrer denkmalpflegerischen Zielplanung nach, die mit dem niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege eng abgestimmt ist. Sie empfiehlt, den Zustand der Gartenanlage während der Blütezeit zwischen 1830 und 1910 herauszuarbeiten. Das in dieser Zeit errichtete, repräsentative Gutshaus, die verschiedenen Bereiche der Gutswirtschaft und der Park stehen in engem Bezug zueinander. Auch Fällarbeiten sind erforderlich. „Gestalterisch untypische junge Fremdarten wie Ahorn sowie Konkurrenzaufwuchs zu den Altbäumen werden entnommen. Die lineare Erlen-Eichen-Struktur entlang der Graft, von der das denkmalgeschützte Klostergut, das seit dem 17. Jahrhundert an diesem Standort besteht, umgeben ist, wird herausgearbeitet. Dadurch soll das ursprüngliche Raumkonzept der Trennung zwischen gestalteter Parkanlage im Innenbereich und den äußeren, landschaftlich genutzten Flächen wieder zum Tragen kommen“, führten Friederike Bock und Clemens Heidger, der als Sachverständiger den „geordneten und so schonend wie möglich durchgeführten Ablauf“ überprüft, aus.

Die Bäume sind kartiert und nummeriert, ihr Zustand wurde akribisch ermittelt, bevor die baumpflegerischen Maßnahmen, die von der Firma Fiedler Baumpflege aus Witzenhausen ausgeführt wurden, zum Einsatz kamen. Inhaber Sascha Fiedler und rund zwölf Mitarbeiter waren tatkräftig am Werk, sägten, beschnitten, sicherten und schleppten. Schwindelfrei mussten sie auch sein, denn mittels Hubsteiger bewegten sie sich in über 20 Metern luftiger Höhe, um Baumkronen auszuschneiden und Sicherungselemente einzubauen. Dazu wird ein Seilsystem mit Schlaufen eingesetzt, das auf Spannung ausgerichtet ist und eine Umsturzgefahr verhindern soll. „Wenn Zug draufkommt, ist Handlungsbedarf gegeben, dazu werden die Bäume regelmäßig kontrolliert“, so Heidger. „Alle Bäume, die gesund sind, bleiben erhalten, abgestorbene, die gefällt werden müssen, werden an gleicher Stelle mit Bäumen gleicher Art ersetzt“, betonte der Experte.

So bleibt denn auch im Park nach wie vor ein mittlerweile rund 25 Meter hoher Lebensbaum stehen, obwohl er durch seine imposante Höhe nicht nur die Sicht auf das historische Jagdschloss, sondern auch viel Licht nimmt. Die denkmalpflegerische Zielplanung besagt auch, dass neben dem Erhalt historischer Bausubstanz vorhandene Neubauten durch Umnutzung oder Neugestaltung Möglichkeiten bieten, die Fläche im Spannungsfeld zwischen Historie und Moderne zu entwickeln, ohne die gestalterisch-bauliche Qualität des Ensembles aus den Augen zu verlieren. So werden in den kommenden Jahren Veränderungen anstehen, die mit dem Pächterwechsel ihren Anfang nahmen und sich auch in der Nutzung des Gutes niederschlagen. Ziel ist es dabei immer, denkmalpflegerische Anforderungen und wirtschaftlichen Erfordernisse in den Kontext eines landwirtschaftlichen Betriebes zu bringen.

Klosterkammer Hannover

Die Klosterkammer ist eine öffentliche Einrichtung, die das Vermögen von vier öffentlich-rechtlichen Stiftungen verwaltet. Diese sind aus ehemals kirchlichem Vermögen entstanden. Aus den Erträgen unterhält die Klosterkammer mehr als 800 Gebäude, viele davon sind Baudenkmale, und rund 12.000 Kunstobjekte. Weitere Mittel aus den Erträgen in Höhe von rund zweieinhalb Millionen Euro stellt sie pro Jahr für kirchliche, soziale und bildungsbezogene Maßnahmen in ihrem Fördergebiet zur Verfügung. Darüber hinaus betreut und unterstützt die Klosterkammer fünfzehn heute noch belebte evangelische Frauenklöster und Damenstifte in Niedersachsen sowie 18 Klostergüter, von denen 16 – darunter das Klostergut Burgsittensen – verpachtet sind.

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