Tafel-Ausgabestelle Sittenen hat Betrieb wieder aufgenommen

Jüngere Helfer willkommen

Mund-Nasenschutz und sonstige Hygienemaßnahmen gehören zum Tafelalltag jetzt zwingend dazu. Fotos: Heidrun Meyer
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Sittensen. Seit dem 17. März waren die Räume der Sittenser Ausgabestelle der Tafel Zeven wegen der Corona bedingten Schließung verwaist. Nun ist der Betrieb wieder gestartet. Ein Stück neue Normalität macht jetzt das Tafelleben aus – eines mit Abstandsregeln, Mund-Nasenschutz-Pflicht für Helfer und Tafelkunden sowie akribischer Desinfektion.

Wegen der Corona-Pandemie sind die Hygieneauflagen zwingend einzuhalten. „Es hat schon am ersten Tag der Wiedereröffnung gut funktioniert. Die Tafelkunden waren über die Maßnahmen bereits durch Aushänge informiert und haben sich sehr diszipliniert und verständnisvoll verhalten“, freut sich das Mitarbeiterteam um Leiterin Hildegard Sarrazin und Diakon Jochen Gessner. Nur eine Person pro Familie sei gekommen, ansonsten kämen die Kunden gerne auch im Familienverbund. Trotz Mindestabstand hätten sich die Leute unterhalten und sich gefreut, dass die Einrichtung ihre Pforten wieder geöffnet habe. In der Zwischenzeit hat man sich gegenseitig geholfen und ist irgendwie über die Runden gekommen, wissen die Tafelmitarbeiter. Das Team hat in nahezu unveränderter Zusammensetzung den Dienst wieder aufgenommen. „Obwohl wir mit unserem Altersschnitt alle zur Hochrisikogruppe gehören“, geben Hildegard Sarrazin, Monika Jacobs und Erika Paggel zu bedenken, die seit der Sittenser Tafelöffnung vor zwölf Jahren mit viel Herzblut und Engagement, das im Übrigen alle Helfer auszeichnet, dabei sind. Sie sind 71 und 79 Jahre alt, Ilse Lange, die zu den Ersten der Stunde gehört, zählt mit 81 Jahren zu den ältesten Mitarbeitern. „Das Alter macht sich schon bemerkbar, zumal die Arbeit hier auch durch das Schleppen der Lebensmittelkisten eine körperliche Belastung mitbringt“, räumt Jacobs ein. Und trotzdem: Ans Aufhören denken sie noch nicht.

Solange es die Gesundheit zulässt, wollen sie weitermachen. Während der Schließungsphase fehlte ihnen der freiwillige Einsatz. „Es ist einfach eine sinnstiftende Tätigkeit. Der Kontakt und der Austausch mit den Kunden sind bereichernd, zumal auch viel zurückkommt. Auch als Team sind wir zusammengewachsen“, so Sarrazin und Gessner. Zweimal wöchentlich, jeweils dienstags und freitags von 14.30 bis 16 Uhr, hat die Ausgabestelle – eine Einrichtung des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Bremervörde-Zeven – in der Bahnhofstraße 18 geöffnet. Der Dienst der Ehrenamtlichen beginnt jedoch schon morgens, denn die Lebensmittel müssen gründlich gesäubert, sortiert und anschließend in die Regale im Ausgaberaum eingeräumt werden. Die Fahrer machen sich werktags auf den Weg zu Supermärkten in Sittensen und Zeven, um dort die aussortierte Ware einzusammeln. Anschließend transportieren sie die Kisten aus dem Fahrzeug und räumen deren Inhalt in die Kühlzelle ein. Die Einrichtung leitet Sarrazin gemeinsam mit Peter Gruchatka, der die Fahrdienste zu den Supermärkten koordiniert. Weitere helfende Hände sind willkommen, vor allem jüngere Mitarbeiter.

Gessner weist auf eine Online-Petition der „Initiative Rechte statt Reste“ an Sozialminister Hubertus Heil hin, in der für Empfänger von Hartz IV und Menschen in Grundsicherung einen Zuschlag von 100 Euro pro Erwachsenen und 80 Euro je Kind gefordert wird. „Die Bundesregierung schnürt zur Bewältigung der Coronakrise schnell und unbürokratisch Hilfspakete in großem Ausmaß. So wichtig sie sind, lassen sie Millionen Menschen außer Acht, die schon vor der Krise Hilfe benötigten und jetzt in noch größere Not geraten. Deutschland braucht ein Corona-Rettungspaket auch für Arme“, so Gessner. Zur kirchlich-gewerkschaftlichen Initiative „Rechte statt Reste“ gehören acht Verbände und Einrichtungen: ver.di, Diakonie, Caritas, katholische Betriebsseelsorge und Arbeitslosenseelsorge, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, die Erwerbslosen in ver.di und der evangelische Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt.

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