Samtgemeinderat vertagt Rathaus-Entscheidung

Neues Zahlenmaterial nötig

Rotenburger Rundschau
 ©

Sittensen (mey). Die Entscheidung über ein neues Rathaus ist vertagt. Laut Tagesordnung sollte der Samtgemeinderat in seiner vergangenen Sitzung über die weitere Vorgehensweise beraten und einen Beschluss über den Umbau des ehemaligen Volksbankgebäudes zu einem Rathaus fassen. Doch der ist erneut verschoben worden.

Schon die Ausschüsse hatten sich zu keiner Empfehlung durchringen können. Knackpunkt sind die vom Architekten ermittelten Umbaukosten von 6,5 Millionen, die Ende November vorgestellt wurden. Für die mehr als angespannte Haushaltslage der Samtgemeinde eine nahezu utopische Summe. Das ist auch der Grund, warum nun die finale Entscheidung auf die nächste Samtgemeinderatssitzung im März verschoben wurde.

„Wir können 6,5 Millionen nicht ausgeben, wie auch immer das Rathaus aussehen würde. Es muss eine tragbare, zukunftsfeste und finanzierbare Entscheidung getroffen werden. Die können wir nicht übers Knie brechen. Dafür brauchen wir neues, belastbares Zahlenmaterial, auf dessen Basis ein Beschluss gefasst werden kann. Darauf haben wir uns fraktionsübergreifend geeinigt“, führte Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller aus. Die Planungsgruppe soll „intensiv weiterarbeiten“ und zu einer „finalen Idee“ kommen.

Nach seinen Worten tragen auch die Mitarbeiter diese Vorgehensweise mit. Keller quittierte die bisherige, fraktionsübergreifende Gesprächsbereitschaft nicht nur mit Freude, sondern beschrieb sie auch als „nicht allzu häufig vorgekommen in der Geschichte der Samtgemeinde Sittensen.“ Ziel sei es, „mit deutlich weniger Kosten neue Arbeitsplätze darzustellen.

„Es gibt Verständnis auf allen Seiten“, betonte er. Es gehe auch darum, den Zeitdruck zu nehmen und zu einer wohlüberlegten Lösung im Sinne der Börde Sittensen zu gelangen. Er stellte nochmals heraus, dass eine gute Verwaltungsarbeit unter den bisherigen Voraussetzungen nicht möglich sei. Die Arbeitsbedingungen seien unter anderem aus brandschutz- und arbeitsschutzrechtlichen Gründen nicht tragbar. Nicht alle der zahlreich erschienen Zuhörer reagierten mit Verständnis auf das Verschieben der Beschlussfassung. Von „Enttäuschung und Endlosschleife“ war die Rede.

„Diese große Anzahl an interessierten Zuhörern würde ich mir immer wünschen, denn wir entscheiden jedes Mal wichtige Sachen“, stellte Keller heraus. Und er wartete noch mit einem Appell ob mancher „böser Worte“ auf, die in der Öffentlichkeit laut wurden: „Alle Ratsmitglieder versuchen nach bestem Wissen und Gewissen das Ihrige zu leisten, um Gutes zu tun für die Börde.

Das gelte auch für die Verwaltung. Es sei aber nicht hinnehmbar, dass ehrenamtlich Tätige beschimpft werden. Sie hätten gerade jetzt viel Zeit investiert und hart am Haushalt gearbeitet, gab der Samtgemeindebürgermeister zu verstehen. In der Sache könne man unterschiedlicher Meinung sein, aber der Anstand müsse gewahrt bleiben. „Protest und Kritik dürfen durchaus sein und sind auch wichtig, aber man muss dabei anständig bleiben“, untermauerte er seinen Appell.

24.04.2020

Frühlingsbilder

08.03.2020

Sportabzeichen Übergabe Sottrum

24.02.2020

Bassen Helau

21.02.2020

BIT in Oyten