Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller offiziell vereidigt

„Respektvoll zusammenarbeiten“

Jörn Keller nahm nach dem formellen Akt der Vereidigung freudestrahlend die Gratulation von Diedrich Höyns und den Applaus der Ratsmitglieder entgegen. Foto: Heidrun Meyer
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Sittensen (mey). Der neue Bürgermeister der Samtgemeinde Sittensen, Jörn Keller, ist jetzt offiziell vereidigt worden. Den Amtseid nahm ihm Diedrich Höyns in seiner Funktion als ehrenamtlicher, stellvertretender Samtgemeindebürgermeister im Zuge der Samtgemeinderatssitzung ab.

Nach dem formellen Akt, den das niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz vorsieht, sprach der neue Verwaltungschef, der seinen Dienst am 1. November angetreten ist, sogleich einen Appell aus: „Ich wünsche mir in unserer künftigen Zusammenarbeit, dass wir alle respektvoll, offen und wertschätzend miteinander umgehen, den Argumenten anderer zuhören und gerne auch mal streiten können. Aber wir sollten immer Anstand bewahren und gemeinsam zum Wohle der Börde Sittensen arbeiten.“ Der Sittenser gestand, dass die Vereidigung bis jetzt der aufregendste Moment gewesen sei, auch wenn es sich nur um einen kurzen Satz gehandelt habe. „Im Rathaus bin ich freundlich aufgenommen worden. Es herrscht eine gute Atmosphäre. Ich bin sicher, dass wir einen gemeinsamen Weg finden, wie die Verwaltung gut funktionieren kann.“ Der knapp 43-Jährige stellte nochmals heraus, dass er ein Bürgermeister für alle Bewohner der Samtgemeinde sei. „Wenn wir alle zusammenarbeiten, auch Rat und Verwaltung an einem Strang ziehen, können wir viel erreichen. Denn egal, aus welchem Dorf wer kommt, wir sitzen alle in einem Boot.“

Und einen Appell schickte Keller noch hinterher: „Es müssen Mauern in Köpfen fallen.“ Damit bezog er sich auch auf einen ähnlichen Satz am Erntewagen der Dorfjugend Groß Meckelsen, der den 30-jährigen Mauerfall in Berlin thematisiert hatte. „Auch in Köpfen in der Samtgemeinde sind zu viele Mauern, ein paar davon müssen fallen. Das gilt auch für meinen eigenen Kopf.“ Gleichwohl sei er „guter Dinge“, dass man daran gemeinsam arbeiten könne. Überhaupt war seinen Worten zu entnehmen, dass ihm ein gutes Miteinander wichtig ist – sowohl zwischen Verwaltung und Rat als auch mit den Bürgern. „Ich bin jederzeit gesprächsbereit, komme gern auch zu einer CDU-Fraktionssitzung“, ließ Keller wissen, der bei der Samtgemeindebürgermeisterwahl als Kandidat der SPD, WFB und Grünen angetreten war. Bei der Stichwahl im Juni hatte er 63,8 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen können. Präsente überreichten ihm Herbert Osterloh, Sprecher der Mehrheitsgruppe im Rat der Samtgemeinde und Bernd Petersen (WFB). „Das Wahlergebnis belegt, dass die meisten Bürger Vertrauen haben. Die Samtgemeinde bleibt spannend, damit auch das Amt. Politik braucht Visionen. Dafür müssen Strategien entwickelt werden, um sie zur Zukunft werden zu lassen“, so Osterloh. CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Detjen hatte bewusst kein Geschenk dabei. „Wir fangen schon mal mit dem Sparen an“, meinte er mit Blick auf die mehr als angespannte Haushaltslage der Samtgemeinde. Und wünschte dem neuen Samtgemeindebürgermeister zum Wohle der Samtgemeinde ein „glückliches Händchen“ beim Mauern einreißen. „Darauf werden wir sicher noch zurückkommen“, meinte er bedeutungsvoll.

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