Regiofinale Schooljam: Mirja Schlaps und Nadine Ahlfeld siegen

Erfolg für die „Teilzeitschwestern“

Mirja Schlaps und Nadine Ahlfeld (von rechts) wurden im Kulturpalast in Hamburg unter elf Teilnehmern zu den besten zwei gewählt und haben sich damit für das nachfolgende Online-Voting qualifiziert. Foto: Heidrun Meyer
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Sittensen/Hamburg. Welche Schülerband träumt nicht davon, entdeckt zu werden, groß herauszukommen und irgendwann bei berühmten Festivals vor Tausenden zu spielen? Mirja Schlaps und Nadine Ahlfeld aus Sittensen, 16 und 17 Jahre alt, sind diesem Traum zumindest einen kleinen Schritt nähergekommen. Die Schülerinnen der KGS Sittensen haben als Duo „Teilzeitschwestern“ zum dritten Mal in Folge am Regio-Finale des bundesweiten Musikwettbewerbs „Schooljam“ teilgenommen und es nun geschafft, im Kulturpalast in Hamburg zu den besten zwei Teilnehmern gewählt zu werden. Damit haben sie sich für das anschließende Online-Voting qualifiziert.

In neun Städten wurden die Regiofinals durchgeführt. Jeweils acht bis elf Bands und Interpreten haben in Live-Konzerten auf der Bühne ihr musikalisches Können präsentiert. Vor Ort hat eine Jury aus renommierten Musikern, Journalisten und Produzenten jeweils die besten beiden Schülerbands gekürt, die damit eine Runde weiter ins Internet-Voting gekommen sind. Von ihnen bleiben acht Bands übrig, die zum Finale auf die Musikmesse in Frankfurt am 3. April eingeladen werden. Sie spielen in der letzten Runde vor einer Prominenten-Jury aus der Musikbranche. Danach steht die beste Truppe fest, die den Schooljam 2020 gewinnt. Für die Sieger geht es dann richtig los: Sie erhalten ein zweitägiges Live-Coaching, ein Studio-Wochenende im legendären Abbey Road Institute in Frankfurt und je einen Auftritt auf den bekannten Open-Air-Festivals Hurricane und Southside.

Soweit mögen Nadine und Mirja noch gar nicht denken: „Schon der Auftritt im Hamburger Kulturpalast war echt cool. Live zu spielen, davon träumt jeder, der Musik macht.“ Und sie kamen nicht allein. Ein Bus mit mehr als 40 Fans der KGS hat die „Teilzeitschwestern“ begleitet. „Damit kam fast die Hälfte des Publikums aus Sittensen“, merkt Mirja lachend an. Marco Trochelmann, Leiter des Fachbereichs Musik an der KGS, schwärmt noch immer davon: „Die beiden Mädchen haben die Bühne gerockt, mit überbordender Spielfreude, sprühendem Charme und nahezu perfektem Timing.“ Er hat sie auch bei den Vorbereitungen unterstützt und mit seinem Equipment die Musikdemos aufgenommen, die es einzuschicken galt. Daraus wurden die rund hundert besten Bands für die die „Regio-Finals“ herausgefiltert.

2018 hat das Duo das erste Mal in der Markthalle in Hamburg bei dem Wettbewerb mitgemacht. Das Weiterkommen in die nächste Runde gelang ihnen ebenso nicht wie ein Jahr später. Aber sie nahmen wertvolle Erfahrungen mit. Von einem Jurymitglied gab‘s den Tipp, nicht nur Cover-Songs aufzunehmen, sondern auch selbst zu produzieren. Waren sie zunächst im Pop-Bereich unterwegs, gilt jetzt ihre Passion dem Kabarett. Inspiriert fühlen sie sich durch den Künstler Bodo Wartke, den vor allem Nadine sehr mag. „Ich bin da flexibel und habe mich dem angeschlossen“, sagt Mirja. Mit dessen Lied „Ja, Schatz“ und ihrer Eigenproduktion „Deadline (21.1. 23.59)“ sind sie im Kulturpalast aufgetreten. Nur zwei Wochen haben die Schülerinnen gemeinsam an dem Stück geschrieben und waren exakt 24 Stunden vorher fertig. „Wir sind quasi damit ins kalte Wasser gesprungen. Dabei war Herr Trochelmann von dem Song zunächst gar nicht so überzeugt“, verraten die Zwei. Inhaltlich geht’s um das, was ihnen widerfahren ist: Ein Lied schreiben zu müssen, ohne zu wissen, welches Genre bedient werden und was der Text aussagen soll. Mit viel Ironie und in Reimform ist das „Keine-Ahnung-Stück“ entstanden und gefiel schlussendlich auch dem Musiklehrer. Im „Musikraum 109“ der KGS haben sie in der zurückliegenden Zeit viel geprobt. Mirja singt, Nadine spielt Klavier. Beide sind gute Freundinnen und zur Musik über die örtliche Musikschule und die Teilnahme an den Bläserklassen und am Bandmodell der KGS gekommen.

Während Mirja lieber englische Texte mag und auch schreibt, bevorzugt Nadine die deutsche Sprache. Beide lieben die Reimform. „Texte fühlen sich dann vollkommener an“, erklärt Mirja. Sie ist die quirligere von beiden und durchweg optimistisch gestimmt, ihre Freundin eher zurückhaltender und zögerlich. „Wir sind sehr oft zusammen, aber nicht ständig. Vollzeit würde nicht gehen. Daher nennen wir uns Teilzeitschwestern“, lassen die zwei wissen. Ihre Auftritte beschränken sich noch auf Veranstaltungen der KGS und der Musikschule. Im Bandmodell hat Nadine Bass gespielt, Mirja E-Gitarre. Sie wären gerne dabeigeblieben, doch das Projekt geht nur bis zur achten Klasse. Nach einem erfolgreichen Auftritt der beiden Mädchen beim Sommerkonzert der KGS im Jahr 2017 wurde der Grundstein für das Duo „Teilzeitschwestern“ gelegt. Nadine nimmt weiterhin Klavierunterricht in der Musikschule, Mirja wurde dort im Gesang unterrichtet. Nun bleibt es für die beiden spannend. Noch ist das Online-Voting mit den Live-Aufnahmen der 18 Nachwuchsbands nicht freigeschaltet. Beide hoffen, dass möglichst viele Fans ihre Stimme für sie abgeben und sie als einer der Finalisten auf der Frankfurter Musikmesse mit dabei sind.

Die Initiative Schooljam ist keine Casting-Veranstaltung, sondern will Jugendliche motivieren, Musik zu machen, Bands zu gründen und den Spaß an Live-Auftritten zu entdecken. Sie ist 2002 entstanden und wird seit Dezember 2008 vom eigens dafür gegründeten Verein SchoolJam durchgeführt. Das Projekt wird offiziell vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Mitmachen können Bands oder Solo-Künstler ab der fünften Klasse und ab einem Alter von zehn Jahren. Jede Besetzung und jede Musikrichtung sind erlaubt. Älter als 21 Jahre sollte aber niemand sein. Die Mitgliederzahl einer Band ist auf zehn beschränkt.

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