Niederdeutsche Bühne spielt erstmals Krimikomödie - Von Heidrun Meyer

„Wat för’n Theoter“

Jürgen Meyer (links) spielt den arg geplagten Regisseur und Carsten Köhn einen Schauspieler, der in die Rolle eines Inspektors schlüpfen soll. Fotos: Heidrun Meyer
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Sittensen. Das Freilichttheater der Niederdeutschen Bühne des VfL Sittensen zeigt sich von einer anderen Seite. Sie führt keinen Bauernschwank, sondern eine Krimikomödie, die im Wohnzimmer eines englischen Landhauses spielt, auf. In dem Dreiakter „Wat för’n Theoter“ von Tom Müller und Sabine Misiorny, übersetzt ins Niederdeutsche von Felix Borchert, spielen die Darsteller Schauspieler, denn inhaltlich geht es um eine Laientheatergruppe, die „irgendwo auf einer Provinzbühne“ in Norddeutschland eine Kriminalkomödie einstudiert. Premiere ist am Samstag, 18. August, um 19.30 Uhr.

Die Protagonisten des Vier-Personen-Stückes sind ein drittklassiger Regisseur, der zu cholerischen Ausbrüchen neigt und mittelmäßige Schauspieler, die entweder nur strikt nach Stichwortmuster agieren oder die Angewohnheit haben, konsequent ins Auditorium zu spielen und sich erst danach mit dem Geschehen auf der Bühne auseinanderzusetzen. Dieser Truppe fehlt ein Darsteller, da einer der Mitspieler erkrankt ist. Den eilig engagierten Ersatzmann kennt keiner, man weiß nur, dass er als erfahrener Schauspieler die Rolle beherrscht.

Irrtümlicherweise wird der zu spät kommende Zuschauer Schmidt für den unbekannten Kollegen gehalten und kurzerhand auf die Bühne geschubst – dieser wähnt sich in einem Mitmachtheater und das Chaos nimmt seinen Lauf.

Dass es bei der Aufführung nur vier Darsteller gibt, hat seinen Grund: Derzeit steht dem Ensemble wegen beruflicher oder privater Verpflichtungen nur eine limitierte Anzahl von Mitspielern zur Verfügung. In seiner Not hatte der Vorstand einen Aufruf über die Presse gestartet. „Wir hätten gerne mehr Interessenten gehabt, aber trotzdem haben wir ein gutes Gefühl. Herauskristallisiert hat sich eine kleine, aber feine Riege“, teilt Pressewart Carsten Köhn mit. Lange hat er recherchiert, um etwas Passendes für drei bis fünf Personen zu finden. 17 Stücke hat er angelesen. „Bei der Krimikomödie habe ich mich schon im ersten Akt weggeschmissen vor Lachen. Sie ist herrlich facettenreich. Jeder, der schon mal in einer Theater-AG mitgespielt hat, wird sich darin wiederfinden“, verrät Köhn. Die Entscheidung für das Stück traf der Vorstand mit den Mitspielern. Neu in der Riege sind Anja Oppermann aus Lauenbrück und Werner Detjen aus Klein Meckelsen. Während Oppermann bereits seit sechs Jahren festes Mitglied der Lauenbrücker Speeldeel ist und somit über Bühnenerfahrung verfügt, betritt Detjen absolutes Neuland. Dafür ist er „Muttersprachler und mit plattdüütsch groß geworden“, wie er berichtet. Beide fühlen sich sehr gut aufgenommen, beschreiben das Ensemble als „super nett“ und finden die Bühnenanlage „einfach nur wunderschön“. Uwe Zehle aus Sittensen ist ebenfalls neu dabei und steht Regisseur Gerhard Brunkhorst als Assistenz zur Seite.

„Auch wenn wir mit den Proben etwas später als sonst angefangen haben, kommen wir gut voran“, sagt Brunkhorst. Das Stück spielt während der vorletzten Probe und der offenen Generalprobe. Die Darsteller müssen viel Text lernen, denn sie spielen alle eine Doppelrolle, da das Stück sozusagen ein Spiel im Spiel beinhaltet. „Ich bin Schauspieler Brenner und gleichzeitig der Schauspieler, der einen Inspektor spielen soll“, erläutert Köhn. Anja Oppermann ist Schauspielerin Karin von Alster, die Lady Thitherthorough darstellen soll, Werner Detjen ist Zuschauer Stefan Schmidt, der sich plötzlich in der Rolle des Stephen Smith wiederfindet. Den schwer geprüften Regisseur Falk Wagner spielt Jürgen Meyer, der zwischendurch ebenfalls als Stephen Smith agiert.

Den Flüsterkasten besetzen Anke Jürs und Heike Klensang, für die Technik ist Wilfried Fricke zuständig, der zudem aktiv in das Geschehen mit einbezogen wird. Heike Meyer kümmert sich um die Maske, Friedel Hancker und Gerhard Brunkhorst sind für den Bühnenbau verantwortlich.

Weitere Vorstellungstermine sind am 19., 22., 24., 25. und 26. August, jeweils um 19.30 Uhr. Der Kartenvorverkauf startet am Samstag, 11. August, von 9 bis 12 Uhr bei Optic-Noelte in der Bahnhofstraße 14 in Sittensen. An der Theaterkasse sind ebenfalls Karten für die jeweilige Aufführung ab 18 Uhr erhältlich. Das Telefon (04282/3132) ist nur zu dieser Zeit an den jeweiligen Aufführungstagen besetzt.

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