Niederdeutsche Bühne: Premiere der Freilichttheateraufführungen gelungen - VON HEIDRUN MEYER

Gestrandet im Nirgendwo

Auf dem verlassenen Bahnhofsgelände kommt es zu turbulenten Situationen, denn die Neven unter den gestrandeten Fahrgästen liegen blank.
 ©Meyer

Sittensen – Auf der frisch sanierten Waldbühne Königshof ist die Premiere des Theaterstückes „Dat Bahn-Chaos“ erfolgreich zur Aufführung gekommen. Das Publikum hat sich prächtig amüsiert, das Ensemble der Niederdeutschen Bühne des VfL Sittensen spielte gut gelaunt auf, das Wetter stellte die ideale Kulisse für eine Veranstaltung im Freien dar.

Der von Winnie Abel geschriebene Dreiakter ist von Heino Buerhoop plattdeutsch bearbeitet worden. Carsten Köhn, zweiter Vorsitzender der Niederdeutschen Bühne, begrüßte die Zuschauenden und ging kurz auf das aktuelle Weltgeschehen ein. Sein Appell: „Auch in diesen Zeiten dürfen wir uns das Lachen und Freuen nicht vermiesen lassen.“

Für den Inhalt des Stückes verwandelt sich die Waldbühne in den heruntergekommenen Provinzbahnhof Königshof. Die unterschiedlichsten Charaktere stranden dort, weil der ICE unwetterbedingt einen Halt einlegen muss. Für die gehetzten Fahrgäste der Supergau, denn sie stehen ohne Handyempfang, ohne Taxis und ohne Aussicht auf Weiterfahrt da. Wer schon mal bepackt und unter Zeitdruck auf einem Bahnhof zu Wartezeit verdonnert war, weiß, wie schnell die Nerven blank liegen können.

Insofern kommt es auch unter den gestrandeten Fahrgästen zu Verwicklungen und komischen Situationen. Kein Wunder, prallen doch drei trinkfreudige Kegel-Schwestern (Gerda Bredehöft, Britta Knupper und Petra Steffens), eine gestresste Business-Frau (Sandra Brinkmann), ein abgedrehter Motivationstrainer (Udo Ehlert), ein eigenwilliger Verschwörungstheoretiker (Hendrik Ehlen), der überkorrekte Polizist der örtlichen Dienststelle (Jens Nutbohm), eine amerikanische Touristin und eine psychotische Reha-Patientin auf dem Weg zur Kur (beide Franziska Meyer) sowie ein kauziger Bahnhofsdauergast (Carsten Köhn) aufeinander.

Beste Grundlage für kurzweilige Unterhaltung. Das Publikum sparte denn auch nicht mit dem Applaus. Es kam augenscheinlich auch gut an, dass die Zuschauenden sich erstmals mittendrin im Spielgeschehen befanden. So sitzen die Zugfahrenden in ihren Reihen, bieten Snacks an, parlieren munter mit ihnen.

Wer sich ebenfalls mit dem Theater-Ensemble auf eine abenteuerliche Zugfahrt begeben möchte, hat dazu noch am Sonntag, 14., Freitag, 19. und Samstag, 20. August, jeweils ab 19.30 Uhr, Gelegenheit.

Karten gibt‘s bei Optik Noelte, Bahnhofstraße 14, in Sittensen, Telefon: 04282-508500, zu den üblichen Geschäftszeiten oder an den Aufführungstagen an der Abendkasse. In der Zeit ist die Waldbühne ab 18 Uhr unter 04282/3132 auch telefonisch erreichbar.  mey

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