Lizzy Losch ist seit 90, Walter Wilkens 85 Jahre Mitglied im VfL

„Turnen bis zur Urne“

Walter Wilkens (links), Horst Otto und Lizzy Losch sind überzeugte VfL-Mitglieder. Foto: Heidrun Meyer
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Sittensen (mey). Das ist Vereinstreue: Lizzy Losch aus Sittensen blickt auf eine sage und schreibe 90-jährige Mitgliedschaft im VfL Sittensen zurück. „Ich bin mit fünf Jahren eingetreten“, erzählt die 95-Jährige, die mit 90 Jahren aus gesundheitlichen Gründen mit dem Training aufgehört hat. Zuletzt machte sie bei der Hockergymnastik mit.

Die Sittenserin war immer aktiv. Der Sport im Verein fing mit Kreisspielen und Bodengymnastik an. Gern turnte sie auch mit Ball, Keulen und Reifen. Später ging sie über zum Gerätetraining an Barren und Pferd, was ihr besonders viel Spaß gemacht hat. Aber auch die Teilnahme an Turnieren gehörte dazu. „Wir haben Flugball und Prellball gespielt und bei den Kreis-, Turn- und Sportfesten mitgemacht. Dafür haben wir immer viel geübt“, erinnert sich die 95-Jährige.

Überhaupt blickt sie gerne zurück, viele Begebenheiten in Verbindung mit dem Sport haben sich eingeprägt. „Der Verein gehörte für uns einfach dazu. Da ging man hin, dort waren die Freunde und man hatte Spaß miteinander. Und auch für die Geselligkeit gab es Veranstaltungen“, sagt Losch und nennt die Maskerade, den Tanz in den Mai oder die Heimatabende in Bartels Saal. Dort wurde früher sogar Sport getrieben. „Aber zuerst mussten wir immer Stühle wegschleppen, weil das gleichzeitig der Kinosaal war“, erinnert sie sich. Nach dem Sport ging es direkt nach Hause. „Noch ein Bier trinken wie die Männer, haben wir Frauen nicht gemacht“, sagt sie.

Das war bei Walter Wilkens anders. Der fast 91-Jährige ist ebenfalls mit fünf Jahren in den Sportverein eingetreten und somit seit 85 Jahren Mitglied. Auch für ihn ist der Verein Teil des Lebens. Das hat er schon von seinem Vater gelernt: Der war ebenfalls aktiver Turner. Insofern lernte Wilkens schon früh das Training an Reck, Pferd und Barren. Dann kam jedoch der Krieg und er geriet in Gefangenschaft. Danach spielte er Prellball und nahm am Zirkeltraining teil. „Der Sportverein ist wichtig, man fühlt sich zugehörig“, sagt auch er.

Das Turn-Gen liegt auch Horst Otto im Blut, der seit 70 Jahren im Verein aktiv ist. Der 79-Jährige frönte dem Geräteturnen und bis vor zwei Jahren war er Übungsleiter in der Abteilung Turnen – 50 Jahre lang. Altersbedingt betreibt er nun jeden Freitagabend Gymnastik. Eine feste Truppe hat sich gebildet, die früher bekannt war als Turngruppe „Alte Kameraden“. Sogar Auftritte in historischer Kleidung hatten sie. Auch für ihn ist die Geselligkeit ein wichtiger Faktor. „Das Bierchen nach dem Training gehört einfach dazu.“ Im Sommer unternehmen die Männer Radtouren, im Winter hat die gemeinsame Weihnachtsfeier Tradition, aber nicht in einem Gasthaus. „Wir haben nämlich unsere Liederbücher dabei und singen ohne Ende“, verrät Otto. Inzwischen kommen sie im Theaterhaus des VfL zusammen. Solange es die Gesundheit zulässt, will er weiter aktiv mit seiner Gruppe Sport treiben. So lautet sein Leitsatz: „Turnen bis zur Urne.“

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