Kleiderkammer „Anziehungspunkt“ nimmt Betrieb auf

Mit Idealismus und Herzblut

Christiane Gruber leitet die Koordination des Erdgeschosses mit der Damenabteilung. Fotos: Heidrun Meyer
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Sittensen. Im Kleiderschrank Platz zu schaffen, kann nicht schaden. Doch wohin mit alten Klamotten, wenn sie für den Container zu schade sind? Eine Möglichkeit ist die Kleiderkammer „Anziehungspunkt“ in Sittensen, die immer gerne Spenden entgegennimmt, Bekleidungsartikel für Damen, Herren und Kinder, aber auch Bett-, Tisch- und Nachtwäsche, Haushaltsartikel, Schuhe, Taschen oder Spielzeug sowie Baby- und Kinderartikel. „Aber bitte sauber und gut tragbar, bestenfalls gewaschen“, geben die beiden Leiterinnen, Christine Gruber und Anne Dodenhof, zu verstehen.

Ihre Bitte kommt nicht von ungefähr, denn manche Spende birgt beim Auspacken unliebsame Überraschungen. „Unsere Einrichtung ist ja kein Entsorgungsbetrieb“, so Dodenhof und Gruber mit einem Augenzwinkern. Überwiegend werden jedoch gut erhaltene Artikel gebracht, betonen die beiden Frauen. Seit etwa zwölf Jahren gibt es den Anziehungspunkt jetzt im Bördeort, dessen Träger das Diakonische Werk im Kirchenkreis Bremervörde-Zeven ist.

Nach der coronabedingten Schließungsphase hat der Anziehungspunkt jetzt wieder zu den üblichen Zeiten, mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 und von 15  b is 18 Uhr, geöffnet. Sowohl der Einkauf von Kleidung als auch die Abgabe von Spenden sind damit wieder möglich – natürlich unter Einhaltung von strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen: Mund-Nasen-Bedeckung, Mindestabstand, Desinfektion, kontrollierter Einlass. Nur fünf Kunden dürfen entsprechend der Größe der Räumlichkeiten einzeln in die Kleiderkammer. Darüber hinaus gibt es einen weitereren Eingang im hinteren Bereich des Gebäudes, der den Weg ins Obergeschoss ermöglicht. Der Haupteingang im Erdgeschoss führt direkt in den Bereich, der ausschließlich Waren für die Dame anbietet.

Das Mitarbeiterteam versieht den Dienst ehrenamtlich und ist schichtweise im Einsatz. Was motiviert die Helfer? Vorrangig möchten sie ihre Mitmenschen unterstützen. Aber auch der Spaß an der Sache treibt sie an. Auch dann, wenn es mitunter stressig ist. Die Arbeit ist vielseitig. Dazu gehört das gründliche Aussortieren der gespendeten Kleidung, das Aufbereiten der Ware vor, während und nach den Öffnungszeiten, das Verteilen in die verschiedenen Abteilungen und schließlich der Verkauf. Außerdem führen die Mitarbeiter auch die gesamten Reinigungs- und Aufräumarbeiten durch, inklusive Putzen der großen Fensterfronten. Ebenso unentgeltlich. Viel Idealismus und Herzblut fließen in ihren Einsatz. Das zeigt sich auch an den liebevoll hergerichteten Räumen und der Präsentation des Warensortimentes.

„Wir sind gut sortiert. Bei uns haben Menschen die Möglichkeit, gute Gebrauchtwaren zum kleinen Preis zu erhalten. Jeder ist bei uns gerne gesehen“, verdeutlichen Gruber und Dodenhof.

Die Einnahmen fließen in die Finanzierung der Tafel, das Beratungsbüro des Diakonischen Werkes in der Bahnhofstraße 18 und andere diakonische Projekte.

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