Forschung begleitet Bau der C-Sportanlage des VfL Sittensen

Innovativ und einmalig

VfL-Vorsitzender Egbert Haneke (vorne von links), Frank Dood, Staatssekretär im niedersächsischen Umweltministerium, Sabine Havemann, zweite Vorsitzende des VfL, Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller, Bürgermeister Diedrich Höyns sowie weitere Gäste griffen gemeinschaftlich zum Spaten und führten den symbolischen Anstich aus. Foto: Heidrun Meyer
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Sittensen. Ein lang geplantes Vorhaben nimmt seinen Lauf: Der Bau einer C-Sportanlage mit Kunstrasenspielfeld und Leichtathletik-Bahn und die Errichtung eines weiteren Kunstrasenkleinspielfeldes bei den Sportanlagen der Ostetalschule KGS Sittensen haben begonnen. Kürzlich fand der offizielle erste Spatenstich statt – Corona bedingt in kleiner Runde.

Unter den Anwesenden war auch der Staatssekretär im niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Frank Doods. Nicht ohne Grund: In den Bau der Sportanlagen ist unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Umweltministeriums sowie unter der wissenschaftlichen Begleitung der Universität Stuttgart ein groß angelegtes Forschungspilotprojekt integriert, das erstmalig die tatsächliche Emission von Mikroplastik und deren Vorbeugung untersucht und erprobt. Der grüne Teppich liegt auf einer Schicht Granulat – auch das besteht aus umweltfreundlichen Stoffen wie Naturkautschuk, Hanffasern oder Kreide. Hinzu kommt Quarzsand, um den Boden elastisch zu machen. Das viel diskutierte Mikroplastik könnte bei dieser Art Bodenbelag kaum entstehen, so die Aussage der Verantwortlichen. Weil aber zum Beispiel durch den Abrieb von Sportschuhen Mikroplastik trotzdem von dem Platz in die Umwelt gelangen könnte, gibt es eine spezielle Filteranlage für die Kleinstteile. Die künstlichen Grashalme unterscheiden sich kaum von echten, sind aber aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt. Sie bestehen aus einem Polyethylen, das aus Zuckerrohr hergestellt ist. „Es wurde Gummigranulat durch stabile, dichte und gekräuselte Fasern ersetzt“, wusste Heike Sönnichsen, Gebietsleiterin der Firma Polytan, mit einfachen Worten zu erklären. „Dieser Kunstrasen entsteht wesentlich anders als bislang bekannt und bietet für die Vereine wegen seiner Strapazierfähigkeit, Bespielbarkeit und Wetterunabhängigkeit große Vorteile“, so der Staatssekretär. Das Thema Mikroplastik sei bisher in Verbindung mit Kunstrasen im Hinblick auf Boden- und Gewässerschutz stets präsent gewesen. „Mit der neuen Filtertechnik können hier Umwelt- und Naturverträglichkeit zusammengebracht werden. Die wissenschaftliche Begleitung wird am Ende Fakten für wissenschaftlich basiertes Wissen erbringen. Von diesem einmaligen Projekt wird die ganze Republik lernen“, befand Doods voller Lob.

Das Projekt hat der VfL Sittensen mit der Gemeinde und Samtgemeinde Sittensen auf den Weg gebracht. VfL-Vorsitzender Egbert Haneke, der sich maßgeblich dafür eingesetzt hat, ließ die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden nicht unerwähnt. „Es entstehen ökologisch nachhaltige Kunstrasenplätze, die für eine positive Biobilanz sorgen. Es handelt sich um ein zukunftsweisendes Projekt, vor allem für die nachfolgenden Generationen, das einen Vorbildcharakter einnimmt. Wir sind bestrebt, soziale, ökologische und finanzielle Aspekte gleichwertig auszubalancieren“, so Haneke, der auch die Bedeutung des gesellschaftlichen Stellenwertes hervorhob.

„Sport und Bewegung sind für jedes Alter wichtig. Hier kann die Grundlage für ein bewegtes Dorf geschaffen werden.“ Auch Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller brachte seine Freude über die Entstehung dieser neuen Sportanlagen zum Ausdruck: „Das ist ein großes und innovatives Projekt. Damit wird auch die Schule komplett. Die Vereine sind in der Lage, wetterunabhängig Fußball spielen zu können, die Leichtathletikabteilung kann ausgebaut werden. Dieser Kunstrasenplatz ist der erste seiner Art landkreisweit. Das ist eine richtig gute Sache.“

Die Kosten für die C-Sportanlage schlagen mit insgesamt rund 1,9 Millionen Euro zu Buche, die mit öffentlichen Fördergeldern bezuschusst werden. Den Großteil der Kosten trägt die Samtgemeinde Sittensen. Die Mehrkosten für den Kunstrasen übernehmen VfL und Gemeinde Sittensen anteilig. Eine entsprechende Vereinbarung wurde getroffen.

Der VfL generiert eigene Mittel in Form eines Fußball-Spartenzusatzbeitrages, durch Eigenleistungen, Spenden und Platzpatenschaften, die online über eine eigens entwickelte Website – www.kunstrasen-sittensen.de – erworben werden können. Laut Haneke läuft das gut, die Hilfsbereitschaft sei sehr groß. Firmen aus der Börde würden sich ebenfalls einbringen.

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