Flüchtlingshilfeverein leistet weiter Unterstützungsarbeit

Integrationshelfer gesucht

Wolfgang Steiner, Vorsitzender des Vereins EWiS Foto: Heidrun Meyer
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Sittensen (r/mey). Der Flüchtlingshilfeverein „EWiS – Eine Welt in Sittensen“ hat wegen der Corona-Krise alle geplanten Veranstaltungen bis zum Sommer abgesagt. Unter Beachtung der neuen Spielregeln (Abstandsgebot, wenig direkte Kontakte, Kommunikation über Telefon, Mail, WhatsApp) geht die Unterstützungsarbeit im Hintergrund weiter. Noch vor den allgemeinen Beschränkungen hatte der Verein seine Mitgliederversammlung durchgeführt. Im Jahresbericht haben die beiden Vorsitzenden, Wolfgang Steiner und Ingrid Kohnert, die Aktivitäten Revue passieren lassen.

Erfreuliches Fazit: Viele Geflüchtete haben Arbeit oder befinden sich in einer Ausbildung. Für mehrere Ivorer, deren Asylanträge abgelehnt worden waren, wurden aufgrund einer neuen Gesetzeslage Anträge auf Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung gestellt. „Wir setzen uns dafür ein, dass Geflüchtete, die im Handwerk und in anderen Mangelberufen Arbeit gefunden haben und schon gut in die Betriebe integriert sind, ein Bleiberecht bekommen“, so Steiner.

Die Sprachlernangebote wurden für Migranten und Migrantinnen geöffnet und digital (www.deutsch.vhs-lernportal.de) erweitert, ein Kurs „Mama lernt Deutsch“ wurde eingerichtet. Auf Initiative des Vereins fand am 3. März dieses Jahres eine Regionalkonferenz zu branchenspezifischer Sprachförderung in Rotenburg statt. Ein Projekt für Azubis mit der BBS als Pilotschule wurde ebenfalls beschlossen. In Zusammenarbeit mit dem VfL Sittensen werden ein Schwimmkurs für Frauen, Fußball- und Fitnessangebote und das Fotoprojekt „Der andere Blick“ angeboten.

Die EWiS-Unterstützergruppe trifft sich monatlich, hinzu kommen weitere Zusammenkünfte mit beteiligten Behörden, Politik und sonstigen Institutionen. Die regelmäßigen Begegnungsmöglichkeiten im Café der Freien evangelischen Gemeinde (FeG), im Internationalen Café (INCA) – jeden dritten Samstag im Jugendzentrum – und beim Spielenachmittag (jeden ersten Samstag in der SELK) sind schon fast Tradition geworden. Allerdings ist die Zukunft des INCA im Jugendzentrum noch unklar. Seit Juli 2019 ist der Verein Mitglied im Flüchtlingsrat Niedersachsen und hat bereits mehrfach Beratungsmöglichkeiten und ein Fortbildungsangebot zum Asylrecht genutzt. Auf Initiative von EWiS ist eine Gebührensatzung mit Hausordnung für die Unterkünfte erstellt und im Samtgemeinderat im Dezember 2019 beraten worden. Sie wurde zur abschließenden Beratung noch einmal an den Fachausschuss verwiesen.

Es werden weiter Wohnungen und Zimmer für Geflüchtete, die Arbeit gefunden haben und ihre Miete selbst bezahlen müssen, gesucht.

Steiner zufolge besteht ein guter Arbeitskontakt mit dem neuen Samtgemeindebürgermeister. Weiterhin gesucht werden Integrationshelfer und -helferinnen und vor allem Familien- und Lernpaten. Zentrale Aufgabe des Vereins ist nach wie vor die Förderung der Integration von Flüchtlingen und Migranten. „Ausländer“ werden dabei nicht in erster Linie als Fremde, sondern vor allem als Mitmenschen und künftige Mitbürger gesehen. Alle Aktivitäten orientieren sich an dem Grundsatz „Der Einzelfall zählt“. In diesem Geist sollen die vorhandenen Strukturen gepflegt und ausgebaut werden.

Ende 2020 könnte und sollte die EWiS-Landschaft so aussehen: Integrationsförderung durch gut abgestimmte Kooperation mit dem Rathaus und Arbeit, durch Deutschlernen, Vernetzung, Begegnungsanlässe und Treffen, Kultur- und Sportprojekte, Schwimmkurse für Frauen (dienstags Januar bis Mai) und Kinder (Schwimmsaison ab Mai), Kontaktpflege und -ausbau mit Flüchtlingsrat, Präventionsrat, Koordinierungsstelle, Schulen, VfL, Kirchen, Diakonie, Arztpraxen und Krankenhaus, Trauma-Beratung. Kontakte zu Betrieben und Unternehmen werden intensiviert und ausgebaut.

Die Homepage (www.ewis.care) und der „EWiS-Blitz“ sorgen für eine verlässliche und angemessene Außendarstellung der Aktivitäten.

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