Dritter Unternehmerstammtisch / Thema „Azubiflüsterer“

Zeit nehmen zum Loben

Zum dritten Unternehmerstammtisch versammelten sich die Teilnehmer in der KGS Sittensen.
 ©

Sittensen (r/mey). Im Fokus des dritten Unternehmerstammtisches in der KGS Sittensen standen die Auszubildenden von morgen. „Die große Sorge der Wirtschaft ist es, dass zu wenig junge Leute eine Ausbildung anfangen. Viele Handwerksbetriebe können nicht expandieren, weil der Nachwuchs fehlt“, sagte Manfred Burfeind, Mitglied des Vereins Zukunft Börde Sittensen, der Organisator des Unternehmerstammtisches ist.

Es sei heutzutage unumgänglich, die digitalen Medien zu nutzen, um die jungen Leute zu einer Ausbildung im Handwerk zu interessieren. 70 Prozent aller Auszubilden arbeiteten in Klein- und Mittelbetrieben. Die Betriebe müssten ihr Image aufbauen und ihre Mitarbeiter motivieren. So lautete das Thema von Gerlinde Tennhoff vom Technologiezentrum der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade „Der Azubiflüsterer – Wertschätzung, Perspektiven und Existenzgründung“. Nicht nur die Leistungen, auch die Menschen müssten wertgeschätzt werden. Man solle seinen Mitarbeitern Zeit schenken und zuhören, an Geburtstage denken, konstruktiv mit Fehlern umgehen, sozial unterstützen, teilhaben lassen, sich auch mal bedanken, wertschätzendes Feedback geben. Damit erhöhe man Motivation, Produktivität, Belastbarkeit und Engagement. „Nehmen Sie sich Zeit zu loben, zeitnah und konkret. Stellen Sie die positiven Eigenschaften in den Mittelpunkt. Geben Sie konstruktive Kritik mit Handlungsanregungen und sagen, was Ihnen gut gefallen hat“, so die Referentin. Um Auszubildende zu gewinnen, gelte es, Perspektiven aufzuzeigen. Jugendliche wünschten sich eine Arbeit, die Spaß mache, einen sicheren Arbeitsplatz, Anerkennung der eigenen Leistungen, einen Beruf mit Zukunft und Vereinbarkeit mit der Familie.

Im Erfahrungsaustausch mit den Anwesenden erklärte Tennhoff, dass sich auch in Sittensen und umzu der Mangel an Azubis bemerkbar mache. „Gehen Sie neue Wege bei der Mitarbeitersuche. Nutzen Sie nicht nur die Zeitungen, sondern auch deren digitale Version, gehen Sie auf Facebook oder andere soziale Netzwerke und suchen Sie über Ihre eigene Homepage. Eine Möglichkeit ist es auch, Schüler einzuladen und den Betrieb zu zeigen“, riet Tennhoff.

In der KGS gibt es den Tag der Berufe. Schüler der neunten Klasse gehen in die Betriebe und informieren sich, verfassen einen Vortrag und stellen diesen den Eltern und dem „Chef“ in der Schule vor. Diese Handhabung wird sehr gut angenommen. Jürgen Stemmann, technischer Leiter und Ausbilder in einem kleinen Unternehmen, hat eine besondere Idee: Da kaum noch Handwerk stattfindet, sollte es gefördert und gestärkt werden. Er verwies auf die PS-Werkstatt in Einbeck, in der Jugendliche in ihrer Freizeit das Handwerk erlernen können. So eine Werkstatt stellt er sich auch in Sittensen vor. Ideen zur praktischen Umsetzung hatte er schon parat: das alte Kropp-Gebäude oder die alte Schmiede. „Eine tolle Idee, um Jugendliche wieder für das Handwerk zu begeistern“, waren sich alle einig.

23.04.2018

Leporello: Mayenlust

23.04.2018

Frühlingsfest Röhrs

14.04.2018

Schultz beim Megamarsch

13.04.2018

Oldtimerrallye