Büchereigebäude soll Neubau weichen

Sanierung zu aufwendig

Der Bauausschuss empfiehlt den Abriss des Büchereigebäudes und die Errichtung eines kompletten Neubaus mit Anbindung an die Schule. Foto: Heidrun Meyer
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Sittensen (mey). Das Gebäude der Samtgemeindebücherei an der Kurzen Straße soll einem Neubau weichen. Grund: In der benachbarten Grundschule werden die Räume knapp, was die Entwicklung der künftigen Schülerzahlen deutlich belegt. Im Bauamt der Samtgemeinde hat man sich nun intensiv Gedanken gemacht, wo auf dem Schulgelände der Raumbedarf ungesetzt werden kann.

Ingenieur Helmut Fisch vom Bauamt stellte den Mitgliedern des Bauausschusses der Samtgemeinde während der jüngsten Sitzung zwei Varianten und deren Kostenermittlungen vor. Der erste Entwurf sieht den Erhalt des Gebäudes zur Nutzung von Betreuungsräumen und die Einbindung der Bücherei vor. Aber: Fisch machte sehr deutlich, dass die notwendige Sanierung und Renovierung des mindestens 80 Jahre alten Hauses mit erheblichem Aufwand verbunden sei – auch finanziell. Geschätzte Kosten: 70.000 Euro. Im jetzigen Eingangsbereich müsste auch das Fachwerk saniert werden, was nochmals mit 15.000 Euro zu Buche schlägt. Es fehlen aber auch noch Klassenräume und ein Raum für Elterngespräche. Dafür wäre ein Anbau erforderlich. Wegen der nur noch geringen zur Verfügung stehenden Fläche könnte nur ein kleiner Klassenraumtrakt mit etwa 325 Quadratmetern Fläche entstehen. Kostenpunkt: rund 975.000 Euro. Damit fehlt aber immer noch ein Gruppenraum. Auch entsprechende sanitäre Anlagen müssen hergestellt sowie die Auflagen des Brandschutzes erfüllt werden. Weitere Nebenkosten fallen ebenso noch an, sodass Fisch die Gesamtkosten auf knapp 1,4 Millionen Euro bezifferte. Die Installation einer Fotovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 41 KWP ist mit Bruttokosten von 41.000 Euro veranschlagt. Die andere Variante sieht den Abriss des Büchereigebäudes und einen rund 600 Quadratmeter großen Neubau vor, der an das Hauptgebäude offen angebunden wird. Der Bau könnte laut Fisch so gestaltet werden, dass er bei Bedarf aufgestockt werden kann, sodass für die Zukunft Erweiterungsmöglichkeiten vorhanden wären. Dafür werden die Vorrichtungen für Treppenhaus und Fahrstuhl berücksichtigt. Das Dach würde die Installation einer Fotovoltaik-Anlage mit 75 KWP-Leistung ermöglichen. Die Variante des Komplettneubaus hat mit 2,2 Millionen Euro ihren Preis. Gegenüber dem ersten Entwurf entstehen Mehrkosten von 840.000 Euro. Darin enthalten sind jedoch schon die Kosten für den Abriss und die Fotovoltaik-Anlage. Fisch ließ verlauten, dass er einen Neubau favorisiert, da dieser auf die Zukunft ausgelegt sei und die Instandhaltungskosten für etliche Jahre geringer seien. Uwe Hellmers (Grüne) fragte nach der Möglichkeit einer Aufstockung am Bestandsgebäude, um Kosten zu sparen, auch im Hinblick auf den Schuldenstand der Samtgemeinde. Das sei aus statischen Gründen schwierig, außerdem müssten aufgrund des Alters des Gebäudes neue Fundamente geschaffen werden. Die Leiterin der Grundschule, Ilse Carstens-Rillox, wies darauf hin, dass gerade in Zeiten der Inklusion den Klassenräumen zwingend Gruppenräume angegliedert sein müssten. „Kinder mit Unterstützungsbedarf brauchen eine Rückzugsmöglichkeit, Erst- und Zweitklässler ebenso. Eine Umnutzung des Büchereigebäudes, was ich zunächst auch für eine gute Idee gehalten habe, gibt das nicht her, zudem gibt es keine Anbindung an die Schule. Die Kinder müssten zum Beispiel, um die Toilette zu nutzen, immer nach draußen gehen.“ Im Gremium war deutlich die Tendenz zu einem Neubau erkennbar. CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Detjen sprach sich dafür aus, die Bücherei - 120 Quadratmeter Fläche sind mindestens nötig - in dem neuen Gebäude zu integrieren, statt sie woanders unterzubringen und dort Miete zu zahlen. „Es ist sinnvoll, dass die Bücherei bei der Schule verbleibt“, befand er. Seine Idee, den Computerraum im Obergeschoss des bestehenden Schulgebäudes als Klassen- oder Betreuungsraum zu nutzen, erteilte die Schulleiterin eine Absage: „Das Gefahrenpotenzial durch die nicht kindgerechte Treppe wäre zu groß.“ Herbert Osterloh, Sprecher der SPD-WFB-Grünen-Gruppe, plädierte ebenso wie Gerhard Grimm (WFB) für einen Verbleib der Bücherei am bisherigen Standort und eine Einbindung in einen Neubau, während die Sozialdemokraten Christiane Dammann und Thomas Kannenberg aus Kostenersparnisgründen eine sofortige Aufstockung des Neubaus und damit insgesamt eine Verkleinerung dessen zur Sprache brachten. Nach angeregter Diskussion fasste Ausschussvorsitzender Heiko Schmeichel (WFB) die wesentlichsten Fakten in einer Beschlussempfehlung für den Samtgemeinderat zusammen. Demnach besteht Einigkeit, dass ein Neubau errichtet werden soll, in dem die Bücherei integriert wird. Allerdings fehlt ein Klassenraum. Die Schulleiterin erhielt den Auftrag, im Bestandsgebäude nach einer Möglichkeit zu suchen. Samtgemeindebürgermeister Jörn Keller verwies auf den Handlungsdruck, denn die zusätzlichen Räume müssen bis 2023 fertiggestellt sein. Deswegen müsse das Vorhaben noch in diesem Jahr angeschoben werden. Auch ein Nachtragshaushalt ist erforderlich.

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