Aufnahme ins Förderprogramm

Lebendiges Ortszentrum

Katharina Freimuth (v.l.), Jörn Keller, Diedrich Höyns, Malena Schnakenberg und Moritz Vahldiek im Austausch vor der Ortsbegehung. Foto: MEYER
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VON HEIDRUN MEYER

Sittensen – Wie sollen sich Ortskerne weiterentwickeln, damit sie lebendige Zentren bleiben? Wie kann die Erreichbarkeit verbessert werden und wie ist mit Leerständen umzugehen? Wie kann baukulturelles Erbe erhalten und Aufenthaltsqualität verbessert werden? Fragen, die sich viele Kommunen, vor allem im ländlichen Raum, stellen. Mit dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ sollen Stadt- und Ortsteilzentren attraktiver gestaltet und zu identitätsstiftenden Standorten für Wohnen, Arbeiten, Wirtschaft und Kultur weiterentwickelt werden.

Die Samtgemeinden Selsingen, Sittensen, Tarmstedt und Zeven (ohne die Gemeinde Gyhum) bilden die Region Börde Oste-Wörpe und wurden 2020 mit einer überörtlich erarbeiteten Entwicklungsstrategie in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen. Für die Aufnahme wurde ein interkommunales Entwicklungskonzept (IEK) erstellt. Es soll den lokalen Akteuren helfen, eine interkommunal abgestimmte Entwicklungsstrategie zu definieren und die daraus resultierenden Erneuerungsmaßnahmen zu finanzieren. Im Rahmen des Programms werden einzelne Vorhaben als Bestandteil einer Gesamtmaßnahme gefördert. Auch für den Sittenser Ortskernbereich wurden Perspektiven aufgezeigt. Das IEK reicht in seiner bisherigen Form jedoch noch nicht aus, um Fördergelder beantragen zu können. Mit der Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts und der Durchführung von vorbereitenden Untersuchungen soll das Konzept differenziert und ergänzt werden. Mit der Fortschreibung und Weiterentwicklung wurde das Planungsbüro Sweco GmbH aus Bremen beauftragt. Zur Bestandserfassung trafen sich jetzt Planer Moritz Vahldiek von der Sweco GmbH Bremen sowie Malena Schnakenberg vom Projektpartner Baubecon in Sittensen, um eine Ortsbegehung vorzunehmen, Kartierungen durchzuführen und Fotos zu machen. Auf Basis derer und nach einer Analyse der Missstände wird ein Sanierungsgebiet festgelegt. Auch Eigentümer privater Immobilien in diesem Gebiet haben die Möglichkeit, für Modernisierungsmaßnahmen Fördermittel zu bekommen.

Zuvor fand im Rathaus ein Gespräch mit Bauamtsleiterin Katharina Freimuth, Bürgermeister Diedrich Höyns und Gemeindedirektor Jörn Keller statt. Das weitere Verfahren sieht die Einberufung einer Lenkungsgruppe mit lokalen Akteuren, öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltungen, Themenworkshops sowie Bürgerbefragungen, online und schriftlich, vor. Sowohl der Planer als auch die Bauamtsleiterin betonten, dass die Beteiligung und Mitwirkung der Bevölkerung sowie der örtlichen Institutionen wichtiger Bestandteil bei der Konzepterarbeitung und der späteren Planung und Umsetzung von Maßnahmen sind. Stichtag für die Antragstellung ist der 1. Juni 2023. „Mit einer Dauer von zehn bis 15 Jahren ist das Städtebauförderprogramm auf Langfristigkeit angelegt. Jährlich können Mittel abgerufen werden, Maßnahmen müssen also nicht sofort umgesetzt werden. Wichtig ist es, einen Fuß in die Tür zu bekommen, denn es bieten sich viele Möglichkeiten innerhalb des Programms“, gab Freimuth zu verstehen. Vor dem Einreichen des Antrags müssen die politischen Gremien diesen genehmigen und beschließen. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt anteilig zu jeweils einem Drittel durch Gemeinde, Land und Bund. „Es kommen zwar herausfordernde Zeiten auf uns zu, dennoch birgt das Programm gute Chancen, Konzepte und Projekte einer Förderung zukommen zu lassen“, so Diedrich Höyns.

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