33-jähriges Pony ist der heimliche Star von Vierden

Alle lieben Goldi

Antonia betreut Goldi und hat immer wieder Reitkinder zu Gast, die mit dem Pony ihre Reitstunden absolvieren. Fotos: Klaus Müller
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Vierden. Es war im Winter 2016, als das Leben des heute 33-jährigen Ponys Goldi am seidenen Faden hing, als das Tier aus Holland auf der Weide in Ippensen zu viel Stroh gefressen hatte, einfach die Barriere überwand und so viel knabberte, dass es wie aufgeblasen aussah. Pferdebesitzerin Renate Müller erinnert sich noch an diese langen Stunden, als sie mit ihrer kleinen, aber feinen Ippenser Pferdegruppe um das tapfere Pferd zitterte, als die Tierärztin kommen musste und eine Spritze setzte, um den Darm zu öffnen. Es ging alles gut. Das Pony erholte sich selbst in seinem hohen Alter wieder, kam durch und erlebt nun auf einer Wiese mitten in Vierden seinen verdienten Lebensabend.

Goldi geht es so gut wie lange nicht mehr, sagt Antonia Priess, die das Pony reitet, die an dem Tier so sehr hängt, als gebe es nichts anderes auf der Welt. Und munter trabt das Pony heran, um gleich einmal zu zeigen, wie gut die Luft in der Sittenser Börde ist.

Das Pony, das ein Stockmaß von knapp über 1,36 Metern hat, kam vor einigen Jahren aus Holland in die Region. Sie war von Beginn an der Liebling von allen, ging schon früh als das perfekte Dressurpferd in Hannover bei den Landesmeisterschaften in vorderster Erfolgslinie, schrammte knapp an der Niedersachsenmeisterschaft vorbei – und bekam dann Arthrose. Und damit war die sportliche Zukunft des Tieres zu Ende. Manchmal tagelang stand das Pony ohne Bewegung in einem Stall in Sittensen.

Dann kam die große Wende im Leben des kleinen Geschöpfes. „Ich bekam das Pony geschenkt, weil es einfach mehr Bewegung gegen die Arthrose benötigte,“ erzählt Müller, die auf einem kleinen Platz in Ippensen mit Bauwagen und anderem Pferdezubehör die Reitmädels der Region trainiert. Sie haben das Pony gut aufgenommen, haben schnell merken können, wie gut Goldi ihnen tat. Der Holländerhengst ist der kleine Star im Dorf, alle lieben das Pony.

Müller hatte zuvor lange überlegt, ob sie dem Pferd diese Freiheit geben könnte, aber ihr Entschluss, Goldi zu behalten, erwies sich als Volltreffer. „Wir haben es viel bewegt, und es ging dem Pony schlagartig besser. Ich konnte jedes Kind auf das Pferd setzen. Mit jedem Menschen kam Goldi zurecht – und die Menschen mit ihm. Goldi entwickelte sich zum Liebling der Ippenser Reitgruppe. Sie erstarkte erneut, erholte sich und überstand auch das „große Fressen“ mit dem Stroh.

Heute steht Goldi im biblischen Alter von 33 Jahren im kleinen Stall von Antonia Priess, ist der große Schatz der 16-jährigen Vierdenerin geworden. „Wenn ich Goldi sehe, ist alles gut. Er hat mir schon früh geholfen, das Reiten zu lernen, ist mein bester Freund geworden.“ Man sieht es, als Priess mit ihrem Pony und einem kleinen Reitkind über die Wiese gleich neben dem Priesschen Wohnhaus zieht, sieht, wie vertraut das Pferd auf die Umgebung reagiert und stets die Ruhe behält. „Goldi ist für mich etwas Wunderschönes“, sagt Antonia, die noch wärmere Winterdecke für das Pony besorgt hat. Vater Ralf hilft ihr mit Tipps.

Goldi hat zudem Gesellschaft bekommen, mit der das Pony über die weite Wiese jagt und einen hoffentlich noch sehr langen Lebensabend erlebt.

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