Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis auf unter 50 gesunken - Von Nina Baucke

Zweite Impfung läuft

Bis der Betrieb im Impfzentrum in Zeven richtig los geht, wird es noch einige Tage dauern. Derzeit sind vor allem die mobilen Teams im Landkreis unterwegs. Foto: Nina Baucke
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Landkreis Rotenburg. Mittlerweile haben die Impfteams des Landkreises 2.317 Personen geimpft – „und seit Donnerstag ist auch der Stoff für die Zweit-impfung da“, sagt Christine Huchzermeier, Pressesprecherin des Landkreises, auf Nachfrage der Rundschau. Seit Freitag werde dieser dann auch verimpft. Unter den seit dem Impfstart am 1. Januar mit dem Vakzin versorgten Personen sind demnach Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Mitarbeiter der Einrichtungen und darüber hinaus Mitglieder des Impfteams und des Rettungsdienstes sowie Mitarbeiter in den Krankenhäusern Rotenburg und Bremervörde.

Chris Knoblauch ist mit der Arbeit seiner Teams zufrieden: „Alle sind hochmotiviert und haben sich schnell eingearbeitet. Die Arbeitsabläufe sind immer weiter optimiert worden. Alle wissen, was zu tun ist“, erklärt er laut einer Pressemitteilung des Landkreises. Laut Auskunft des Landes können ab dem 28. Januar über die Telefonhotline und das Onlineportal Termine gemacht werden. Zunächst soll die Gruppe der über 80-Jährigen Impftermine erhalten.

Neben dem Fortschritt bei den Impfungen stehen die aktuellen Neuinfektionen, aktuell beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz 46 auf 100.000 Einwohner. Mit diesem Wert liegt der Landkreis unter der Schwelle von 50 Neuinfektionen.

„Die Zahlen zeigen, dass sich die Menschen in unserem Landkreis weitgehend an die Vorgaben der Corona-Verordnung gehalten und ihre Kontakte stark reduziert haben. Ich möchte mich bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben und sich in ihrem Alltag einschränken und auf vieles verzichten“, so Luttmann. „Wir sind zurzeit auf einem guten Weg und ich hoffe, dass sich die Zahlen in ganz Deutschland so entwickeln, damit wir bald wieder die Schulen öffnen und weitere Einschränkungen aufheben können.“ Der Landrat appelliert aber auch an alle Menschen, weiter durchzuhalten: „Die Lage kann sich, wie wir beispielsweise an Irland oder Großbritannien sehen, jederzeit auch wieder ändern und die Zahlen können schnell wieder ansteigen.“

Derweil steht fest, dass sich bei dem Corona-Virus, mit dem sich ein Großteil der Bewohner des Bremervörder Seniorendomizils „Haus am Park“ und rund die Hälfte der Mitarbeiter infiziert hatten, nicht um eine Mutante handelt. Das Gesundheitsamt hat daraufhin acht Proben zum Konsiliarlabor für Coronaviren an der Berliner Charité geschickt, um eine Sequenzierung des Virusgenoms durchführen zu lassen. Es sollte ausgeschlossen werden, dass die außergewöhnliche Heftigkeit des Ausbruchs auf eine der seit Kurzem bekannten mutierten Virusvarianten aus Südafrika oder Großbritannien zurückzuführen sein könnte. „Das Ergebnis dieser Untersuchung liegt mittlerweile vor, es wurden keine Hinweise auf mutierte Viruslinien gefunden“, teilt der Landkreis in einer Pressemeldung mit. „Das bedeutet für uns eine ganz große Erleichterung, dass wir es hier nicht mit dem offensichtlich doch sehr viel ansteckenderen neuen Virustyp B 1.1.7 oder B 1.351 zu tun haben“, so die leitende Amtsärztin Carmen Menzel. Das Gesundheitsamt ist weiterhin mit dem Einrichtungsträger in enger Abstimmung, um optimale Abläufe sicherzustellen.

In der Ursachenforschung wird verschiedenen Möglichkeiten nachgegangen. Dazu gehört unter anderem der Umstand, dass es während der Weihnachtszeit erwartungsgemäß zu vermehrten Kontakten sowohl im privaten Bereich als auch in der Pflegeeinrichtung selbst gekommen ist und somit ein erhöhtes Risiko für den Eintrag des Virus bestanden habe.

Darüber hinaus wurde eine Materialprüfung in Auftrag gegeben, um auszuschließen, dass es eventuelle Mängel bei der Schutzausrüstung gegeben haben könnte. Daneben ist der „Faktor Mensch“ zu berücksichtigen.

„Natürlich kann es im Arbeitsablauf zu vereinzelten Versäumnissen kommen, das ist menschlich. Mir ist keine Einrichtung bekannt, in der zu jedem Zeitpunkt von allen Personen lückenlos alle Vorschriften umgesetzt werden können“, sagt Menzel. Die Charleston Holding als Betreiber des Domizils habe daher den Ausbruch erneut zum Anlass genommen, das Personal nochmals intensiv zu schulen und wiederholt für Risiken zu sensibilisieren.

In diesem Zusammenhang weist das Gesundheitsamt darauf hin, dass die jetzt begonnenen Corona-Impfungen in den Senioren- und Pflegeheimen nur ein weiterer Baustein in der Bekämpfung des Virus sind. „Die Covid-19-Impfung führt mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass geimpfte Personen nicht erkranken oder nur eine leichte Symptomatik entwickeln“, so die Behörde. Wie lange dieser Impfschutz anhält und ob geimpfte Personen das Virus weiterverbreiten können, ist derzeit noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Auch setzt der Schutz nicht sofort nach der Impfung ein, sondern erreicht erst etwa 14 Tage nach der zweiten Impfung seine volle Wirkung. „Es ist deshalb von enormer Wichtigkeit, auch nach einer Impfung weiterhin die bekannten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und einen Mund-Nasen Schutz zu tragen, um sich selber und seine Umgebung zu schützen“, heißt es weiter.

Autor

Nina Baucke Nina Baucke
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