Serie „Dör‘t Moor Schnack“: Neue Erfahrung Barfußwandern - Von Ilona Haas

Per Pedes auf dem Nordpfad

Den Boden spüren, dazu den eigenen Körper. Wer Barfuß läuft, nimmt seine Umgebung anders wahr. Foto: Udo Fischer
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Der Nordpfad Dör‘t Moor soll „Deutschlands schönster Wanderweg 2021“ werden – und damit bundesweit Werbung für den Landkreis Rotenburg machen. Seit 2003 vergibt die Fachzeitschrift Wandermagazin die Auszeichnung. Die Siegchancen stehen gut: Der Nordpfad Dör‘t Moor belegt derzeit Platz zwei der 15 Nominierten. Udo Fischer, Geschäftsführer des Touristikverbands Landkreis Rotenburg (Tourow), hofft auf den Sieg: „Der Abstand zu Platz eins hat sich verringert. Noch bis zum 30. Juni läuft die Abstimmung. Jede Stimme zählt!“ Die Rundschau unterstützt die Bewerbung mit der Serie „Dör‘t Moor Schnack“.

Rotenburg. Fangen wir mal „unten“ an. Unsere Füße tragen uns ein Leben lang durch die Welt, und wir schenken ihnen zum großen Teil kaum Aufmerksamkeit. Spätestens bei einem längeren Fußmarsch spüren wir dieses Wunderwerk des menschlichen Körpers. Der ganze Körper ist für mich ein Wunderwerk.

Die im Verhältnis zum gesamten Körper sehr kleine Fläche des Fußes trägt das gesamte Körpergewicht und hält auch die Balance. Der Fuß ist also das am stärksten beanspruchte Körperteil. Deshalb sollte der Pflege dieses aus 26 Einzelknochen bestehenden Körperteils nicht nur bei Beanspruchung Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Den ganzen Tag steckt der Fuß in Socken und Schuhen. Das engt ihn ein. Liebe Leserin, lieber Leser, stellen Sie sich vor, Sie sind den ganzen Tag in eine Stoff- oder Lederhülle eingesperrt und kommen nur nachts frei. Was ist das für ein Gefühl?

Befreien Sie Ihren Fuß, gönnen Sie ihm, zumindest zu Hause, Freiheit und laufen barfuß. Auch das Immunsystem profitiert davon. Schon Pfarrer Kneipp wusste, dass das Tautreten der Gesundheit zuträglich ist. Übrigens wird in diesem Jahr bundesweit mit verschiedenen Veranstaltungen der 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp gefeiert.

Was ist eigentlich Tautreten? Wie geht das? Ganz einfach: Wenn der Tau am frühen Morgen auf dem Gras sitzt, ist die richtige Zeit, seinen Füßen den Kältereiz zu gönnen. Zunächst sollte im Sommer begonnen werden; für alte Hasen ist auch das Schneegehen eine Alternative.

Zu Beginn reichen zwei bis drei Minuten im kühlen Tau aus. Die Füße sollten nicht auskühlen. Danach gleich trockene Strümpfe und Schuhe anziehen und in Bewegung bleiben. Später gerne wieder barfuß laufen. Mehr Infos gibt es dazu im Internet unter www.kneippbund.de, wo über die gesamte Kneipp-Philosophie ausführlich berichtet wird.

Auch beim Wandern freuen sich die Füße über eine luftige Pause. Wann immer es möglich ist, schenken Sie Ihren Füßen Freiheit. Also, wie wäre es mal mit einer Barfuß-Wanderung auf einem der 24 flach-weiten Nordpfade in der Region? Es muss ja nicht gleich der ganze 22 Kilometer lange Rotenburger Wasserreich oder die 32 Kilometer lange Wümmeniederung sein. Der zehn Kilometer lange „Dör´t Moor“, oder Teilstücke von ihm, eignet sich dafür bestens, denn er führt kaum über Asphalt und bietet den Füßen viele unterschiedliche Bodenformate, wie Sand, Waldboden, Gras und Holzhackschnitzel.

Bringen Sie beim nächsten Schuhkauf die Aufmerksamkeit nicht nur auf die modische Farbe und Form des „Objekts Ihrer Begierde“, sondern auch auf Ihr Wohlgefühl in der neuen „Behausung“ für Ihren Fuß.

Für die Beweglichkeit der Füße ist es essenziell, die empfindlichen Nerven, Muskeln und Sehnen zu schützen, denn sie müssen alle Belastungen abfedern. Deshalb liegen die Füße auch nicht flach auf dem Boden, sondern spannen sich wie ein Gewölbe zwischen Fersen und Zehenballen. Die dickste Faszie im Körper ist die Plantarfaszie, die eine wichtige Rolle beim Gehen und Stehen spielt. Es gibt ein Längs- und ein Quergewölbe, das immer unter Spannung steht und so, je nach Belastung, das Körpergewicht abfedert. Sie besteht aus einer Sehnenplatte, die sich unter dem Fuß von der Ferse zum vorderen Fußballen zieht.

Somit verhindert sie, wenn sie gut trainiert ist, ein Absinken des Fußgewölbes und die Entstehung eines Plattfußes.

Um nun ein fußfreundliches Gehäuse für die verschiedenen Ansprüche im Alltag und in der Freizeit zu finden, bedarf es einer guten Recherche oder eines Experten. Mit Profiblick erkennt er auch einen Platt- oder Spreizfuß und kann das entsprechende Schuhwerk empfehlen. Zudem kann mittels eines Fußabdrucks der derzeitige Zustand des „menschlichen Fundaments“ festgestellt werden.

Eine dicke Sohle allein ist für einen guten Wanderschuh übrigens nicht ausschlaggebend. Auch ein gepolsterter Schaft oder/und seine Höhe spielen hier eine Rolle – abhängig von der eigenen Anatomie. Fachliche Beratung sollte einem das eigene entspannte Fußgefühl wert sein.

• Weitere Infos zur flach-weiten Nordpfade Wanderregion und zur Wahl „Deutschlands schönster Wanderweg 2021“ gibt es auf www.nordpfade.de, www.facebook.com/nordpfade sowie auf www.instagram.com/nordpfade.

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