Zuschauer entscheiden über Urteil gegen Major Koch

164-facher Mord?

Die Zuschauer schlüpfen in die Rolle der Schöffen beim Prozeß gegen Major Lars Koch
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Scheeßel (age). Was geschieht wenn eine mit 164 Menschen besetzte Passagiermaschine gekapert wird und auf die vollbesetzte Allianz Arena zurast? Darf die Würde des Menschen angetastet werden, wenn dadurch vermeintlich mehr Menschen gerettet werden können? Die Uhr tickt und Major Lars Koch trifft eine Entscheidung und missachtet einen Befehl. Gegen den Befehl seiner Vorgesetzten schießt er das Flugzeug in letzter Minute ab. Alle Passagiere sterben. Damit rettet er aber 70000 Menschen in dem vollbesetzten Stadion. Dafür muss sich der Kampfpilot vor Gericht verantworten und wird des 164-fachen Mordes angeklagt.

Das ist die Ausgangssituation des neuen Stücks der Scheeßeler Theatergruppe Kathariss. Die Zuschauer sind in dem Stück „Terror“ von Ferdinand von Schirach eingeladen die Gerichtsverhandlung zu verfolgen. Nein mehr noch: Die Zuschauer sind als Schöffen geladen und urteilen mit einem Stimmzettel über den Angeklagten Lars Koch (Jörn Gnass). In der Gerichtsverhandlung ist unter anderem die Frage zu klären, darf man das Leben von wenigen Menschen opfern, um damit das von vielen zu retten? Kann man Leben gegen Leben aufrechnen? Zählt die Befehlsgehorsamkeit oder der Menschenverstand. Keine leichte Aufgabe für die Richterin (Gisela Heyber), der Staatsanwältin Nelson (Susanne Bendukat) und dem Verteidiger Biegler (Volkmar Bendukat). Als Zeug ist Oberstleutnant Lauterbach (Stephan Anders) geladen. Die Nebenklägerin Franziska Meiser (Dorothea Drewes, die ihren Mann bei dem Abschuss verloren hat kommt auch zu Wort. Für Gisela Heyber ist die Rolle der Richterin eine besondere Herausforderung. Sie muss zwei Texte für das Ende des Stücks lernen. Den je nachdem wie Zuschauer als Schöffen abstimmen entscheidet sich wie das Theaterstück weitergeht. Stimmen die Zuschauer überwiegend für schuldig, wird die Schuldig-Variante gespielt. Hält die Mehrheit den Major für unschuldig folgt die Begründung für den Freispruch. Offen bleiben eventuell die Frage was geschieht, wenn der Terror unseren Alltag beherrscht und darf der Staat erpressbar sein?

Die Premiere des interessanten Stücks „Terror“ findet am Samstag, 21. September, 19 Uhr im neuen Theatersaal der Eichenschule, Fuhrenstraße, statt. Eine weitere Aufführung ist am Sonntag, 29. September, 17 Uhr ebenfalls im Theatersaal. Karten gibt es für zehn Euro (ermäßigt fünf Euro) im Vorverkauf in der Sonnen-Apotheke. An der Abendkasse kosten die Karten zwölf Euro (ermäßigt sechs Euro).

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